Die aktiven Mitglieder des Fördervereins Züscher Hammer freuen sich über die erfolgreiche Instandsetzung durch die Firma Kohn aus Saarburg.
Auch für die authentische musikalische Umrahmung der Veranstaltung wurde gesorgt.
Der Züscher Hammer ist wieder zum Leben erwacht: Am vergangenen Sonntag wurde die erfolgreiche Instandsetzung des historischen Eisenhüttenwerks im Rahmen des bundesweiten Tags des offenen Denkmals mit vielen Schaulustigen gefeiert. Nach mehrjährigem Stillstand dreht sich das Wasserrad wieder und kann den Schmiedehammer antreiben.
„Wir werden alles wieder vorführen können und Werkstücke schmieden, so wie im 17. und 18. Jahrhundert“, freute sich Michael Hülpes, Vorsitzender des Fördervereins Züscher Hammer, bei der Feier. Wasserrad, Wellbaum und Wasserzulauf wurden umfassend erneuert. Die handwerklich anspruchsvollen Arbeiten übernahm die Firma Holzbau Kohn aus Saarburg. „Diese schwierige Aufgabe wurde mit Bravour gemeistert“, betonte Hülpes und dankte dem Unternehmen sowie allen an dem Projekt beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten für die fachkundige Umsetzung.
Die Inwertsetzung der Anlage kostete rund 70.000 Euro. Möglich wurde sie insbesondere durch eine 60-prozentige Förderung aus dem europäischen LEADER-Programm über die LAG Erbeskopf. Hinzu kamen Mittel der Stiftung „Zukunft in Trier-Saarburg“ sowie Eigenmittel der Verbandsgemeinde Hermeskeil. Auch der Förderverein leistete mit zahlreichen Eigenleistungen und zusätzlichen Arbeiten einen wichtigen Beitrag.
Besonderer Dank galt deshalb den Fördermittelgebern, der Verbandsgemeinde, den Spenderinnen und Spendern sowie allen, die Material, Maschinen, Fachwissen und Arbeitskraft zur Verfügung gestellt hatten. „Ohne diese Unterstützung wäre das Projekt in dieser Form nicht möglich gewesen“, erklärte Züschs Ortsbürgermeister Uli Frohn in seiner Ansprache.
Frohn würdigte zugleich das Engagement des Fördervereins. Zwei Jahre lang seien Planung, Organisation, Antragstellung und zahlreiche Arbeitsstunden notwendig gewesen, um das Projekt zu verwirklichen. Die rund 30 Mitglieder des Vereins, darunter etwa zehn aktive Helfer, kümmern sich ehrenamtlich um das Denkmal. Frohn hob hervor, dass viele von ihnen trotz ihres Ruhestands regelmäßig anpackten, historische Anlagen besuchten und neue Ideen für den Züscher Hammer sammelten.
Auch Neuhüttens Ortsbürgermeister Peter Koltes dankte allen Beteiligten. Züsch und Neuhütten verbinde eine gemeinsame Geschichte, sagte er. „Der Züscher Hammer läuft wieder“ – und damit werde Geschichte nicht nur bewahrt, sondern wieder erlebbar gemacht. Seinen augenzwinkernden Versuch, die Anlage zur Wiedereröffnung in „Neuhüttener Hammer“ umzubenennen, musste Koltes nach eigenen Worten allerdings wegen des Widerstands aus der Züscher Nachbarschaft aufgeben: „Man muss ja nicht jeden Hammer gleich an sich reißen“, scherzte er.
Der Züscher Hammer ist ein bedeutendes Industrie- und Kulturdenkmal der Region. Bereits im Mittelalter wurde an diesem Standort Eisen verarbeitet. Die Herren von Hunolstein kamen um 1350 in den Besitz der Anlage und bauten sie später zu einem Eisenhüttenwerk aus. Entscheidend für die Entwicklung waren Eisenerzvorkommen, ausreichend Holz für die Herstellung von Holzkohle, Wasserläufe mit genügend Gefälle für den Antrieb der Hammerwerke sowie zahlreiche Arbeitskräfte.
Rund 100 Menschen fanden einst rund um den Züscher Hammer Arbeit – von der Erzgewinnung über die Waldarbeit und Köhlerei bis hin zum Schmieden und Schmelzen. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts baute der wallonische Hüttenmeister Joseph de Hauzeur das Werk nach dem Dreißigjährigen Krieg wieder auf. Gastarbeiterfamilien aus seiner südbelgischen Heimat kamen in die Region. Französische Familiennamen wie Düpont, Collet oder Lorang erinnern bis heute an diese frühe Form der Zuwanderung und Integration.
Die Arbeit im Hüttenwerk war hart und gefährlich. Holzhauer, Köhler, Erzgräber, Schmiede und Schmelzer verdienten hier unter schwierigen Bedingungen ihren Lebensunterhalt. Der Förderverein möchte mit seinen Vorführungen deshalb auch den Respekt vor der Leistung und der Mühe der Vorfahren wachhalten, so Hülpes.
Der Züscher Hammer prägte zudem die Entwicklung der umliegenden Orte. Ohne das Eisenhüttenwerk wären die Waldhüttendörfer Neuhütten, Damflos, Abtei und Höfchen vermutlich nicht entstanden.
Künftig soll der Schmiedehammer wieder regelmäßig vorgeführt werden. In der Sommerzeit ist der Züscher Hammer sonntagvormittags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. Führungen über das Gelände sowie Vorführungen des wasserradgetriebenen Hammers sind nach vorheriger Buchung über die Tourist-Information Hermeskeil möglich.
Damit der Züscher Hammer auch langfristig als touristische Attraktion und außerschulischer Lernort erhalten bleibt, wollen sich die beiden Ortsgemeinderäte aus Züsch und Neuhütten zusammentun und eine gemeinsame Strategie entwickeln. Fest steht, dass weitere aktive Mitglieder für den Förderverein gebraucht werden – insbesondere, um den Fortbestand des ehrenamtlichen Engagements und die Weitergabe des historischen Wissens an jüngere Generationen zu sichern. (LeWe)