Es ist zwar noch nicht dramatisch, doch dass es seit Monaten nicht viel geregnet hat, sieht man der Primstalsperre bei Nonnweiler inzwischen deutlich an.
Es hat monatelang nicht nennenswert geregnet. Die Böden und Wälder sind ausgetrocknet, die Bäche führen kein Wasser mehr, der Pegelstand des Rheins an der Marke Kaub beträgt 0,00 m. In manchen Kommunen wird das Trinkwasser knapp. Gott sei Dank noch nicht in der VG Hermeskeil.
Unsere Trinkwasserversorgung sichert die Talsperre Nonnweiler, aus der die VG-Werke täglich unser Trinkwasser entnehmen, filtern und in die Dörfer weiterleiten. Doch auch die Talsperre hat aufgrund der langen Trockenheit Federn gelassen. Auf der Dammkrone steht eine Info-Tafel, die am vergangenen Sonntag folgende Werte ausgewiesen hat: Bei Vollstau ist die Wasseroberfläche bei 452,5 m über nN. Derzeit ist diese bei 445,50 m über nN, der Wasserstand ist also schon um 7 m gesunken.
Ist die Talsperre vollständig gefüllt, fasst sie rd. 20 Mio. cbm Wasser, derzeit beträgt das Stauvolumen lediglich 13,9 Mio. cbm, es fehlen also schon rd. 6 Mio cbm, ein Zeichen dafür, dass mehr Wasser entnommen wird bzw. abfließt, als die Zuflüsse bringen.
Noch kein Grund zur Sorge, doch der Hauptzulauf, die Prims, bringt nur noch 20 Liter/Sekunde, hochgerechnet auf den Tag 1.728 cbm. Die VG Hermeskeil allein entnimmt täglich mehr als 2.400 cbm, hinzu kommt der Abfluss in die Prims mit 180 Liter/Sekunde. Der Wasserspiegel sinkt also immer mehr, sollte es nicht irgendwann einmal ausgiebig regnen, könnte es eng werden.
Und da gibt es tatsächlich im Saarland Zeitgenossen, die laut darüber nachgedacht haben, den Bostalsee, einen reinen Freizeitsee, mit Wasser aus der Talsperre Nonnweiler aufzufüllen, wenn der dortige Wasserstand sinken sollte. Eine Trinkwassertalsperre plündern, damit auf dem Bostalsee die Segelboote schippern können, allein der Gedanke macht fassungslos.
Hinzu kommt, dass im saarländischen Eiweiler eine neue Aufbereitungsanlage gebaut wird, die zukünftig ebenfalls mit Wasser aus Nonnweiler gespeist wird. Nicht zu vergessen die Steinbachtalsperre bei Idar-Oberstein, die ebenfalls bei Bedarf über eine Leitung versorgt wird. Jede Menge Abnehmer also, deshalb sollte mit dem Wasser der Talsperre sinnvoll umgegangen werden. bb