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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 40/2026
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Mit dem Tanzkränzchen fing alles an

Sind nun seit 50 Jahren verheiratet: Vera und Wilhelm Müller. Früher waren sie oft gemeinsam mit dem Motorrad unterwegs.

 

Vera und Wilhelm Müller 50 Jahre verheiratet

Vergangene Woche feierten Vera und Wilhelm Müller ihre Goldene Hochzeit. Zu ihrem Ehejubiläum überbrachte Beigeordneter René Treitz die Glückwünsche der Stadt. Seit 50 Jahren sind die beiden verheiratet, kennengelernt haben sie sich jedoch bereits einige Jahre zuvor bei einem Tanzkränzchen in Trier.

Vera war damals 15 Jahre alt und mit einer Freundin dort, Wilhelm war 16 und mit einem Freund gekommen. Beide besuchten eine der drei Tanzschulen in Trier. Vera wohnte zu dieser Zeit in Euren, Wilhelm in Hofweiler. 

Wilhelm machte den ersten Schritt: Er verbeugte sich vor Vera und forderte sie ganz nach Etikette zum Tanz auf. Ihre erste Reaktion fiel allerdings wenig begeistert aus. Zu ihrer Freundin sagte sie: „Den will ich nicht.“ Doch dann tanzte Wilhelms Freund mit Veras Freundin – und so kam es schließlich auch zwischen Vera und Wilhelm zum Tanz. Aus dem ersten Tanz wurde mehr. Die beiden kamen sich nach und nach näher. Wilhelms Tanzkünste waren dabei durchaus ausbaufähig – scherzhaft wurde er sogar „Tanzschreck“ genannt.

Beim Abschlussball der Tanzschule tanzten Vera und Wilhelm ein letztes Mal miteinander. Wilhelm hatte damals beschlossen, dass es auch wirklich das letzte Mal sein sollte – und blieb diesem Vorsatz treu.

Gefunkt hat es trotzdem. Wilhelm hatte bereits den Führerschein und fuhr mit seinem Mofa von Hofweiler nach Euren – auch bei Regen. „Das Mädchen hat mir gefallen“, erinnert er sich. Dreieinhalb Jahre nach dem Kennenlernen wurde geheiratet.

Der Antrag

Der Heiratsantrag fiel allerdings anders aus, als Vera es sich vorgestellt hatte. Wilhelm war in Wiesbaden, um einen Eignungstest für die Bundeswehr zu machen. Im Auto sagte er zu ihr: „Ich hab mich verpflichtet, vorher heiraten wir.“

Es folgten viele gemeinsame Stationen. Die erste Wohnung hatten sie in Mayen, später lebten sie auf einem Aussiedlerhof und kauften 1980 ein Haus in Kordel. Wilhelm war bei den Heeresfliegern, Vera arbeitete unter anderem auf Burg Ramstein. Später ging es zurück nach Hofweiler, wo sie den Hof von Wilhelms Eltern übernahmen und nach und nach ausbauten.

Wilhelm arbeitete zunächst als Berufskraftfahrer und später bei der Netzleitstelle. 1991 wurde Tochter Lena geboren. Bald gehörten auch Schwiegersohn Dominik und Enkeltochter Susanna zur Familie. Lena und Dominik lebten zunächst in Welschbillig und zogen dann mit ihrer Tochter Susanna in Dominiks Heimat nach Abtei. Als das große Anwesen in Hofweiler mit der Zeit zu viel Arbeit machte, entschieden sich Vera und Wilhelm 2023 ebenfalls für einen Umzug nach Hermeskeil.

Dort fühlen sich Vera und Wilhelm sehr wohl. Sie seien von der Nachbarschaft und auch in Abtei, wo Tochter Lena mit ihrer Familie lebt, sehr gut aufgenommen worden.

Immer am Arbeiten

Früher waren die beiden echte „Schaffer“: Rund 35 Meter Holz machten sie jedes Jahr, dazu kamen diverse Mäharbeiten und die Pflege des eigenen Hofes. Heute haben sie mehr Zeit füreinander. Sie gehen spazieren, essen häufiger gemeinsam auswärts und „majen“ auch ganz gerne.

Zu ihren gemeinsamen Erinnerungen gehören auch Motorradtouren, unter anderem durch den Schwarzwald. Nach 50 Jahren Ehe wissen Vera und Wilhelm, was sie aneinander haben. „Man weiß sich zu schätzen“, sagen sie. Wilhelm kann sich nur schwer daran gewöhnen, wenn Vera länger weg ist. Und Vera sagt ganz selbstverständlich: Sie würde ihn wieder heiraten. (LeWe)