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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 41/2019
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Beuren befürchtet ab 2020 massives Müllproblem

Unser Bild zeigt die verabschiedeten anwesenden Ratsmitglieder anlässlich der letzten Gemeinderatssitzung Beuren (v.l.n.r.) Axel Hanke, Nicole Kaiser, Harald Schmitt, Herbert Diez, Marco Adams, Stefan Moser sowie Ortsbürgermeisterin Petra Adams-Philippi

Rat und Einwohner monieren wilde Müllkippen - Verabschiedung ausgeschiedener Ratsmitglieder

Zu einer Sitzung des Ortsgemeinderates Beuren lud Ortsbürgermeisterin Petra Adams-Philippi ein, anlässlich derer man zunächst vermuten durfte, dass die Verabschiedung ausgeschiedener Ratsmitglieder den Hauptteil der öffentlichen Sitzung ausmachen werde. Obwohl unter Tagesordnungspunkt 6 der regelmäßige Tagesordnungspunkt "Einwohnerfragestunde" innerhalb Ortsgemeinderatssitzungen aufgeführt war, ist bei den meisten Gemeinderatssitzungen das Interesse der Bürgerinnen und Bürger im Verhältnis zur Größe der jeweiligen Ortsgemeinde meist weniger ausgeprägt. An diesem Abend in Beuren weit gefehlt. Mehr als 20 interessierte Bürgerinnen und Bürger Beurens konnten im Zuschauerraum registriert werden und nahmen an der Einwohnerfragestunde mehr als rege teil. Zunächst informierte jedoch die Ortsbürgermeisterin darüber, dass der Kinderchor "Crazy Notes" aufgelöst sei und der Ortsgemeinde aus der Auflösung somit ein Betrag in Höhe von 1.945 Euro zufließt, der nunmehr für die Grillhütte verwendet wird.

Da bei Beerdigungen auf dem Beurener Friedhof über Rasengräber gelaufen wird, wurde die Bürgermeisterin vom Rat beauftragt, eine entsprechende mobile Absperrung bis zu einem Betrag in Höhe von 400 Euro käuflich zu erwerben.

Einstimmig beschloss der Rat nach Beratschlagung mit dem Baumschulmeister Stefan Müller die Anpflanzung eines Baumes auf dem Friedhof in Prosterath.

Verabschiedung ausgeschiedener Ratsmitglieder und Beigeordneten

Im Anschluss bedankte sich Adams-Philippi bei Nicole Kaiser, Stefan Moser, Axel Hanke und Marco Adams für ihre fünfjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Beurener Ortsgemeinderat der letzten Legislaturperiode. Auch den Herren Harald Schmitt, Herbert Dietz und Willi Seimetz gebührte Dank für die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit im Gemeinderat sowie für die Übernahme des Amtes des Beigeordneten.

Illegale Müllentsorgung

Innerhalb der Einwohnerfragestunde herrschte allseits große Aufregung betreffend diverser illegaler Müllkippen in und um Beuren. Einige Einwohner taten ihre Ansicht kund, dass gegen jene Umweltsünder vermehrt und ordnungsbehördlich vorgegangen werden müsse. Petra Adams-Philippi entgegnete, dass Anzeigen beim Ordnungsamt meist zu keinem Erfolg führen und es vielmehr ihr Gefühl sei, dass nach öffentlichen Säuberungsaktionen die illegale Müllentsorgung zunehme. Offensichtlich fühle sich der illegale Müllentsorger aufgrund der Beseitigung der wilden Müllkippen darin bestärkt, neuen Müll rechtswidrig sogar im Dorfkern abzustellen. Adams-Philippi appellierte an alle, dass ein gegenseitiges Aufpassen mehr in der Sache bringe, als nur das Beanzeigen der Ordnungswidrigkeit.

Einig war man unisono, dass sich das Beurener Müllproblem zum Jahreswechsel aufgrund der steigenden Müllgebühren weiterhin verschärfe.

Hintergrund

Zum 01.01.2020 ändern sich die Abfallgebühren. Der Zweckverband ART rechnet zum Jahreswechsel 2019/2020 mit einer durchschnittlichen Gebührenerhöhung von 34 %. Entscheidend sei, wie oft der jeweilige Haushalt seine Restmülltonne leeren lässt. Die Grundgebühr sieht nur noch 13 anstatt bisher 26 Leerungen pro Jahr vor. Jede zusätzliche Leerung kostet den Haushalt 9,66 Euro bei einer 80-Liter-Tonne, 10,78 Euro bei einer 120-Liter-Tonne oder 15,78 Euro bei einer 240-Liter-Tonne. Die Mülltonnen der Haushalte sind bereits mit einem Chip ausgestattet, mit dem erfasst wird, wie oft die Tonne geleert wird. Der Zweckverband ART erhofft sich dadurch einen Anreiz zur Müllvermeidung. Von dieser Umstellung sind die Behälter für Papier nicht betroffen, hier bleibt alles wie bisher. Mit Hilfe des Chips an der grauen Restmülltonne wird ab Januar 2020 automatisch erfasst, wie oft ein Behälter geleert wird. Der Zweckverband ART kann so die Müllgebühren an die Höhe der Leerungshäufigkeit anpassen. Der auf den Chip gespeicherte Zahlencode ermöglicht eine eindeutige Zuordnung des Behälters zum jeweiligen Grundstück. Persönliche Daten wie Namen und Adressen werden nicht darauf gespeichert. Die Behälterinformationen können dann bei jeder Leerung automatisch gelesen werden. Dafür sind die Sammelfahrzeuge mit der entsprechende Technik ausgestattet. Die Leerung ist ab 2020 nur möglich, wenn der Behälter über einen gültigen Chip verfügt. Ein seitlich angebrachter Aufkleber mit Barcode und Adresse ermöglicht die eindeutige Zuordnung zum Grundstück.

In Bezug auf die neue Gebührenstruktur richtet sich der Zweckverband ART nach den gesetzlichen Vorgaben. So darf der öffentlich-rechtliche Entsorgungsträger weder Gewinne noch Verluste planen. Letzteres zeichnet sich jedoch für die kommenden Jahre ab. Grund hierfür sei, nach Angaben des Zweckverbandes ART, dass in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg, die Gebühren seit 13 Jahren auf niedrigstem Niveau und nicht mehr auskömmlich sind und dass die für die 23 Deponiestandorte in der Region errechneten Rückstellungen für die gesetzlich vorgeschriebene Nachsorgezeit nicht ausreichen.

Der Landesabfallwirtschaftsplan sieht beim Hausabfall eine Zielgröße von jährlich maximal 140 kg pro Einwohner für das Jahr 2025 vor. Im Entsorgungsgebiet des Zweckverbandes ART liegt dieser Wert bei jährlich über 210 kg pro Einwohner. Um die Hausabfallmenge zu senken, hält die Landesregierung unter anderem die Einführung verursachergerechte Gebührensysteme sowie die Förderung der Abfallvermeidung für notwendig. Gleichzeitig verlangt die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD), dass es im Entsorgungsgebiet des Zweckverbandes ART innerhalb von 10 Jahren einheitliche Gebühren gibt. Dies ist derzeit noch nicht der Fall. Aus diesen Gründen vereinheitlicht der Zweckverband ART Schritt für Schritt das Leistungsangebot.

Maßnahmen zur Abfallvermeidung und -trennung

Der Zweckverband ART bietet auf seiner Internetseite unter www.art-trier,de und dem Abfalltelefon (0651/9491414) zu vielen Abfallarten Tipps zur Abfallvermeidung an und erklärt, was wiederverwendet oder wie am besten verwertet wird. Unter www.art-trier.de/tauschen können ohne einloggen oder Passwort Gegenstände zum Verschenken oder Tauschen kostenlos inseriert werden.

Gleichzeitig baut der Zweckverband ART die mechanisch-biologische Trocknungsanlage aus, damit über Metalle und Ersatzbrennstoffe hinaus, weitere Materialien aussortiert und einer höherwertigen Verwertung zugeführt werden können. Insgesamt geht es darum, Ressourcen zu schonen oder im Kreislauf zu halten oder die Gebühren so niedrig wie möglich zu gestalten. ART, öffentliche Kommunen und insbesondere wie vorliegend die Ortsgemeinde Beuren appellieren an ihre Bürgerinnen und Bürger, Müll zu vermeiden und erst recht nicht zu Lasten der Umwelt und letztlich zu Lasten jedes Einzelnen illegale Müllentsorgung zu betreiben. (ChKr)