Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 41/2026
Titelseite
Zurück zur vorigen Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Ein neues Gesicht für die Fußgängerzone

Ein „grünes Kissen“ mit Stauden soll den Brunnen den Brunnen am „Alten Markt“ ersetzen. Kleine Podeste mit Stufen sollen das Gefälle an den Lokalen ausgleichen.

Mehr Grün, Podeste an Lokalen, Getränkepavillon am Rathaus – Planer stellt im Stadtrat aktuellen Stand vor

Ein paar Zuhörer hatten sich zur letzten Stadtratssitzung eingefunden. Neben diesen begrüßte Stadtbürgermeister Christoph König Planer Julian Altmann und einen weiteren Mitarbeiter des Büros Förder Landschaftsarchitekten aus Essen. Im Mittelpunkt der Sitzung stand die Vorstellung der aktuellen Planung für die von der Stadt beschlossenen Umgestaltung der Fußgängerzone, die im Rahmen des Förderprogramms Stadtumbau vorgesehen ist.

Es sind insgesamt rund 5000 Quadratmeter, die in den kommenden Jahren ein komplett neues Gesicht erhalten sollen. Das Ziel besteht, so Altmann, darin, eine „einladende Atmosphäre“ zu schaffen und mehr Aufenthaltsqualität herzustellen. Betroffen sind der Lange Markt vom „Alten Markt“ an der Koblenzer Straße bis zum Rathaus an der Trierer Straße, außerdem die Donatusstraße und der daran grenzende Alfons-Schmitt-Platz.

Eine wesentliche Maßnahme besteht in der Anlage sogenannter „Stadtbalkone“. Damit sind mit wenigen Stufen versehene Podeste gemeint, die insbesondere vor Cafés und Lokalen das Gefälle der Fußgängerzone ausgleichen sollen. Davon soll allerdings der mittlere Bereich der Fußgängerzone ausgenommen werden, da die Stufen für die Aufstellung von Marktständen laut Planer eher hinderlich wären. Der Brunnen am „Alten Markt“ soll einem „grünen Kissen“ weichen, einem Staudenbeet mit Sitzbänken.

Im Gegensatz zur aktuellen Situation sollen künftig auf beiden Seiten der Fußgängerzone Baumgruppen stehen, zwischen denen kleinere und größere Stände verteilt werden könnten. Altmann schlug vor, für eine „schöne Frühlingsstimmung“ schmal wachsende Zierkirschen sowie Ahorn zu pflanzen, dessen Blätter im Herbst eine schöne Farbe hätten.

In der Stadt war die Idee aufgekommen, im Bereich des Rathauses einen festen Getränkepavillon einzurichten, der sowohl von der Stadt selbst als auch von Vereinen zum Ausschank genutzt werden könnte. Hier sieht Planer Altmann die Möglichkeit, neben der Treppe zur Trierer Straße am Rathaus ein „rundes Weinfass“ als Stand aufzustellen. Durch weitere Bänke im Umfeld und durch einen „Sitzring“ um den Rathausbrunnen könne so ein „kommunikativer Raum“ geschaffen werden.

Der Fußweg von der Donatusstraße hinunter zur St. Josef-Straße, der bislang mit mehreren Stufen versehen ist, kann nach den Vorstellungen des Planers durch eine Rampe so verändert werden, dass er in Zukunft barrierefrei ist. Der zurzeit eher unscheinbare Alfons-Schmitt-Platz soll begrünt und mit einem „Spielplatz mit Waldcharakter“ aufgewertet werden. Ob die Keiler-Skulptur und das Kaul-Denkmal versetzt werden und wenn ja, wohin, steht noch nicht fest.

Für den Planer und – wie sich herausstellte – auch für den Stadtrat ist die vorgesehene Beleuchtung ein wichtiger Gesichtspunkt. Über den Plätzen sollen künftig Ringleuchten schweben, für die Straßenzüge sind Laternenmasten vorgesehen. Ratsmitglied Stefan Schleimer (FWG) bat darum, die Beleuchtung auf jeden Fall hell genug zu planen, damit es keine dunklen Ecken gebe.

Im Anschluss an die Vorstellung der aktuellen Planung kam es zu einer „Fragerunde“ im Rat, wobei zum Teil allerdings in diesem sehr frühen Stadium Detailfragen zum Vorschein kamen wie z. B. Art und Farbe des Bodenbelags. Dabei kam auch die Idee eines Bürgers zur Sprache, für Einsatzfahrzeuge einen befahrbaren Bereich zu markieren. Dem widersprach Bauamtsleiterin Stefanie Schömer deutlich: Man habe nicht umsonst in den 1980er Jahren zur Verkehrsberuhigung „die Verkehrsachse von der Züscher bis in die Trierer Straße gebrochen“ und wolle deshalb jetzt nicht wieder einen optischen Anreiz zum Fahren schaffen.

Das Projekt soll unter anderem über das Förderprogramm Stadtumbau, das schon bei der Umgestaltung des Donatusplatzes zum Tragen kam, finanziert werden. Am 20. Oktober soll der Förderantrag gestellt werden, dessen Bewilligung laut Schömer rund ein halbes Jahr in Anspruch nehmen wird. Mit der Ausschreibung der Baumaßnahmen und dem Start der Umsetzung wird dann noch im Jahr 2027 gerechnet. Der Zeitrahmen ist sportlich: Laut Förderprogramm muss bis 2030 alles fertig sein. (WIL-)