Shida Bazyar mit Sebastian Guggolz
Die in Hermeskeil geborene Autorin Shida Bazyar wurde am Montagabend in Frankfurt mit dem Deutschen Buchpreis 2026 für ihren Roman „Die Lücken“ ausgezeichnet.
Sebastian Guggolz, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, überreichte die Auszeichnung und verlas die Begründung der Jury: „Der Roman ‚Die Lücken‘ von Shida Bazyar reflektiert anhand einzelner Figurenschicksale fast 100 Jahre ambivalenten deutschen Lebens. Es waren Nachbarn, die zusahen, wie jüdische Menschen aus den Straßen verschwanden. Es sind Nachbarn, die Entscheidungen treffen, ob Menschen mit Migrationsgeschichte sich zu Hause fühlen. Die Autorin wählt überzeugende literarische Strategien: Der Blick einer toten Erzählerin und die kaleidoskopische Struktur des Textes ermöglichen es, zwischen den Zeiten zu springen sowie Nähe und Distanz zu erzeugen. Auch die enge Verbindung von fiktiven und dokumentarischen Elementen, von erfundenen und historischen Figuren, die selbst eine Stimme bekommen, erzeugen den starken Nachhall des Textes. Ein Roman gegen Gleichgültigkeit.“
Info: Mit dem Deutschen Buchpreis zeichnet die Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels jährlich zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse den deutschsprachigen „Roman des Jahres“ aus. Ziel des Preises ist es, über Ländergrenzen hinaus Aufmerksamkeit zu schaffen für deutschsprachige Autorinnen und Autoren, das Lesen und das Leitmedium Buch.
Am 19. Oktober wird Shida Bazyar im MGH Johanneshaus aus ihrem Roman „Die Lücken“ lesen. Die Veranstaltung ist allerdings schon seit längerer Zeit ausverkauft.