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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 42/2018
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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"Juden im Gaumusterdorf"

Auf den Spuren ehemaliger jüdischer Nachbarn in Hermeskeil

Am 7.11.2018 um 19.00 Uhr wird Heinz Ganz-Ohlig in der Stadtbücherei Hermeskeil sein neues Buch „Juden im Gaumusterdorf“ (Schriften des Emil Frank Instituts Bd. 20, Paulinus Verlag Trier) vorstellen.

1925 hatte Hermeskeil 2795 Einwohner, davon waren 45 Personen Juden. Man kann davon ausgehen, dass sie bis 1933 gut inkludiert waren. Bereits 1926 entstand in Hermeskeil eine Ortsgruppe der NSDAP, deren Aktivitäten sich besonders gegen die ortsansässigen Juden richteten. Mit der Machtübernahme konnten die Nationalsozialisten dann staatlich legitimiert gegen die Juden vorgehen, mit dem Ziel, Hermeskeil – wie ganz Deutschland – „judenfrei“ zu machen.

In der 1970 erschienenen Chronik „Hermeskeil – Stadt im Hochwald“ schreiben die Autoren: „Bedrückt durch diese Ausschreitungen (Reichspogromnacht) und Zwangsmaßnahmen wanderten die jüdischen Familien von Hermeskeil nach Amerika aus, so dass der Amtsbürgermeister 1942 'voll Stolz' melden konnte: 'Hermeskeil ist judenfrei'.“

In diesen Worten werden die ermordeten Hermeskeiler Juden komplett ausgeblendet. Einige Juden waren zwar ausgewandert, die anderen Hermeskeiler Juden lebten ab 1939 in Köln oder Trier. Von dort wurden sie in die Ghettos und Konzentrationslager deportiert. 21 Juden, die in Hermeskeil geboren wurden oder in Hermeskeil gelebt haben, wurden ermordet.

Heinz Ganz-Ohlig wurde 1957 in Hermeskeil geboren. Nach dem Studium der Katholischen Theologie in Trier und Jerusalem mit Diplom-Abschluss und anschließender Ausbildung zum Buchhändler war er mehrere Jahre im Buchhandel, seit 2002 ist er als Religionslehrer tätig. 2012 erschien seine Publikation „Romika – „Eine jüdische Fabrik“.