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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 42/2020
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Glücklicher Abschluss eines Himmelfahrtkommandos

Die bei einem Verkehrsunfall vor zwei Jahren schwer beschädigte Marienkapelle, an der Landstraße 166 zwischen Neuhütten und Züsch, erscheint nun nach aufwändigen Wiederaufbauarbeiten in neuem Glanz. Aber es war ein langer, aktenfüllender Weg bis dahin.

Es war schon ein trostloses und erschreckendes Bild, das sich den Bewohnern von Neuhütten und Züsch, aber auch unzähligen Verkehrsteilnehmern beim Vorbeifahren bot, seit die teilweise eingestürzte Kapelle seit nunmehr fast zwei Jahren darniederlag.

Einsturz nach einem Unfall

Im April 2018 fuhr eine Autofahrerin, die von Neuhütten kommend in Richtung Züsch unterwegs war, aufgrund eines medizinischen Notfalls ungebremst in die Kapelle und zerstörte die rechte Außenwand ganz, die linke zum Teil. Die Unfallfahrerin hatte damals noch Glück im Unglück, sie kam mit mittelschweren Verletzungen davon. Ebenfalls Glück hatten damals zwei Zeugen des Unfalls, darunter der Ortsbürgermeister von Züsch Hermann Bernardy, die gerade aufgrund einer bautechnischen Sanierung zur Kapelle unterwegs waren. Man wollte die Kapelle zur Feier des 70-jährigen Bestehens renovieren, was sich nach dem Unfall erst einmal erledigt hatte. (RuH 17/2018). Dass die Kapelle wieder hergerichtet werden sollte, stand laut dem Neuhüttener Ortsbürgermeister Peter Koltes von Anfang an fest. Nun präsentiert sich das Gotteshaus wieder im neuen Glanz.

Die Marienkapelle zu Ehren der „Königin des Friedens“, wie die Inschrift im Inneren verheißt, war von ehemaligen Kriegsgefangenen und Teilnehmern des zweiten Weltkrieges in den Jahren 1947/48 aus Dank über die glückliche Heimkehr und über das Kriegsende errichtet worden. Die feierliche Einweihung erfolgte damals am Himmelfahrtstag, dem 15. August.

Unklare Eigentumsverhältnisse

Da es sich um einen Versicherungsfall handelte, war die Finanzierung des Wiederaufbaus gesichert. Doch wegen unklarer Eigentumsverhältnisse zog sich die Reparatur dennoch länger als erwartet hin. Wie sich nach dem Unfallereignis nämlich herausstellte, war die damalig Katholische Pfarrei Züsch nicht im Grundbuch eingetragen. Die Kapelle stand auf Privateigentum einer Erbengemeinschaft. Um die Schadensersatzforderungen einzuleiten und durchzusetzen, musste die Ortsgemeinde Neuhütten die Parzelle somit erst einmal erwerben. In einer Vereinbarung zwischen der Ortsgemeinde Neuhütten und der Kath. Kirchengemeinde St. Franziskus Hermeskeil trat die Ortsgemeinde dann die ihr zustehenden Rechte gegen die Schädigerin bzw. die Haftpflichtversicherung an die Kirchengemeinde ab. Zu Gunsten der Kirchengemeinde erfolgte auch eine grundbuchrechtliche Eintragung einer Dienstbarkeit, die künftige Rechte und Pflichten sichert und auferlegt.

Wiederaufbau

Dann endlich konnten konkrete Schadensregulierungen angetreten werden. Das Bauunternehmen Max Düpre aus Hermeskeil wurden dann Anfang des Jahres mit den Wiederherstellungsarbeiten beauftragt. Mittlerweile sind die Arbeiten beendet und am 1. 10. 2020 erfolgte dann im Beisein von Ortsbürgermeister Peter Koltes und Herrn Rainer Jansen, stellvertretender Vorsitzender der Kirchengemeinde St. Franziskus, die offizielle Abnahme.

Die Arbeit hat sich gelohnt, ob man die Rundbogenfenster betrachtet, die fachmännisch durch die Fa.Teba in Hermeskeil eingebaut wurden oder im Innenraum den neuen Anstrich, dem sich die Fa. Niedzwiedz aus Gusenburg gewidmet hatte. Die Kirchengemeinde St. Franziskus ist dankbar, dass sie viel fachmännische Begleitung während der Bauarbeiten hatte.

Was noch fehlt, ist die 70 – 80 cm hohe Marienstatue, die zur Zeit noch in Hermeskeil restauriert wird. Jahreszeitlich und Corona-bedingt werden die Feierlichkeiten zum gelungenen Bauabschluss erst im kommenden Frühjahr stattfinden. Dabei soll, im Rahmen einer größeren Veranstaltung, die Marienkapelle „Königin des Friedens“ wieder ihrer Bestimmung übergeben werden.(Subi)