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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 43/2018
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Eigener städtischer Beirat für das Stadtjubiläum

Stadtbürgermeister lenkt ein - Stadtrat stimmt für Kunstrasenplatz am Schulzentrum

Eine recht umfangreiche Tagesordnung hatte der Hermeskeiler Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung zu bewältigen: Insgesamt elf Punkte standen auf dem Plan. Und der Zuhörerraum war gut gefüllt, hauptsächlich mit Einwohnern aus dem Stadtteil Abtei, stand doch das Thema "Jugendraum Abtei" ebenfalls auf der Agenda (siehe gesonderten Bericht im Innenteil dieser RuH-Ausgabe). Ob es Taktik war, diesen Punkt als letzten zu setzen, damit auch die anderen Themen der Stadtratssitzung ausnahmsweise einmal "vor großem Publikum" diskutiert wurden, bleibt das Geheimnis des Stadtbürgermeisters.

Der erste Punkt, der ein gewisses Konfliktpotential enthielt, war die Konstituierung des städtischen Beirats "Medien und Kommunikation", der sich mit der Öffentlichkeitsarbeit der Stadt beschäftigen soll. Vor vier Jahren - zu Beginn der Amtszeit von Stadtbürgermeister Mathias Queck – schon beschlossen, ist dieser Beirat bis heute jedoch zu keinem Zeitpunkt zusammengetreten, was bei einigen Ratsmitgliedern nicht gut angekommen ist. Insbesondere SPD-Sprecher René Treitz kritisierte diesen Zustand und Ottmar Muno (Piraten) freute sich, "dass ein solcher Beirat endlich mal gegründet wird". Doch der Vorstellung des Stadtbürgermeisters, dass sich dieser jetzt neu aufzustellende Beirat mit den Jubiläumsfeierlichkeiten der Stadt (50 Jahre Stadt Hermeskeil im Jahr 2020) beschäftigen solle, war man noch weniger einverstanden.

"Wir haben schon im Juni gefordert, dass für die Vorbereitung des Stadtjubiläums ein eigenes Gremium gegründet wird", erklärte SPD-Ratsmitglied Paul Gemmel. Man sei davon ausgegangen, dass der Stadtbürgermeister hierfür die Voraussetzungen schaffe, was aber nicht geschehen sei. "Jetzt ist es schon fast zu spät", meinte Gemmel, denn bei der Kommunalwahl im Frühjahr 2019 würden die Mannschaften wieder neu zusammengestellt. Deshalb solle man jetzt den Beirat für Öffentlichkeitsarbeit konstituieren und danach auch ein Gremium für das Stadtjubiläum schaffen. Klaus-Peter Breuer (Linke) stimmte dem zu und meinte, ein Medienbeirat hätte "genug Arbeit für fünf Jahre", weshalb sich mit dem Stadtjubiläum ein eigener Beirat beschäftigen solle. Auch FWG-Sprecher Berthold Grenz sprach sich hierfür aus.

Auch wenn CDU-Sprecher Markus Forster zweifelte ("Was spricht dagegen, dass der Beirat Medien und Kommunikation das übernimmt?"), lenkte der Stadtbürgermeister gleich ein. So wurden anschließend die Mitglieder des Medienbeirats vom Rat berufen und in der nächsten Sitzung wird man wohl den neuen Beirat konstituieren, der sich dann ausschließlich mit dem Stadtjubiläum befasst. Die hierfür erforderliche Änderung der Hauptsatzung sieht man als Formalie an.

Kunstrasenplatz am Schulzentrum

Im Kreis steht die Umwandlung des Tennenplatzes am Hermeskeiler Schulzentrum in einen Kunstrasenplatz weit oben auf der Agenda. "Das ist ein altes Thema", erklärte Stadtbürgermeister Queck. Man habe der Maßnahme schon einmal zugestimmt, aber der Kreis habe danach die Planung wieder zurückgestellt, nicht zuletzt auch, weil es aus der Anliegerschaft Widerstand gegeben hatte. Nach einer Sportanlagen betreffenden Gesetzesänderung ist die Sache wieder aufgenommen worden. Nun soll die Stadt erneut einer Bauvoranfrage des Kreises zustimmen. Allerdings – wo die SPD-Ratsmitglieder Treitz und Gemmel – ist ein Schul- und Vereinsbetrieb auf dieser Anlage nur sinnvoll, wenn dort auch vernünftige Umkleide- und Sanitäranlagen (WC/Duschen) vorhanden sind. Der Stadtbürgermeister stimmte dem zu und erklärte, die Stadt, die hierfür zuständig sei, müsse sich diese Gedanken konkret machen, "wenn Realisierungsnähe erkennbar" sei. Der Bauvoranfrage stimmte der Rat geschlossen zu.

Nutzung der Hochwaldhalle

Eine Diskussion gab es bei der Verabschiedung der Nutzungs- und Gebührenordnung für die Hochwaldhalle, die seit diesem Jahr der Stadt gehört. BfB-Sprecher Joachim Trösch sieht finanzielle Verluste für die Stadt in Höhe von um die 50 000 Euro jährlich, weshalb seiner Ansicht nach die Gebühren möglichst kostendeckend kalkuliert werden müssten. Wie das vielleicht funktionieren könnte, sehe man zum Beispiel in Morbach, wo für jede einzelne Leistung ein Entgelt und nicht – wie in Hermeskeil – ein Pauschalpreis berechnet werde, der die Kosten in keinster Weise decken könne. Man sei erst einmal von dem von der VG vorher praktizierten System ausgegangen, erklärte der Stadtbürgermeister. Der Pauschalpreis sei "moderat angehoben" worden. Es müsse berücksichtigt werden, dass die Halle auch "einen sozialen Zweck" habe. Die "soziale Komponente" betonte auch CDU-Sprecher Forster in seiner Stellungnahme. Trotzdem kam man überein, die vorgeschlagenen Benutzungsentgelte jetzt zwar zu beschließen, aber über die weitere (und eventuell für die Stadt bessere) Vermarktung der Hochwaldhalle noch im Haupt- und Finanzausschuss zu beraten. (WIL-)