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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 44/2018
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Erst der Ernstfall, dann die Übung

Beinahe wäre die Jahresabschlussübung der Hermeskeiler Stützpunktfeuerwehr ausgefallen. Wie es der Teufel will: Am Samstagnachmittag, wenige Stunden vor der angesetzten Übung, wird die Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall bei Reinsfeld alarmiert. Auch diesmal ist wohl das Übersehen eines vorfahrtberechtigten Fahrzeugs an der Einmündung in die Hunsrück-Höhenstraße die Ursache. Die Bilanz: zwei Schwerverletzte und Totalschaden an beiden Fahrzeugen. Eine bewusstlose Fahrerin muss mit Hilfe der Rettungsschere aus den Trümmern ihres Wagens befreit und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden. Für die Einsatzkräfte äußerst ärgerlich am Rande: Mehrere Autofahrer ignorieren die Sperrung der B 407 einfach, einer fährt sogar noch unter dem gerade landenden Hubschrauber durch.

Ein ganz ähnliches Szenario hat - wie es der Zufall will - Wehrführer Florian Kann für die Übung am Abend vorgesehen. Nur dass hier das Unfallfahrzeug auch noch brennt, zwar nicht richtig, aber der Rauch aus der Dose ist schon heftig (Foto). Der nach wenigen Minuten eingetroffene Vortrupp stellt schnell fest, dass sich in dem Fahrzeug noch eine Person befindet und fordert Verstärkung an. Die kommt auch bald mit beeindruckendem Equipment, u.a. der großen Drehleiter der Stützpunktfeuerwehr. Spätestens als der "Unfallort" von der Drehleiter aus taghell ausgeleuchtet ist (Foto), fragt sich niemand der etwa 100 Zuschauer mehr, wozu die eigentlich bei einem Verkehrsunfall gut sein soll.

Das "Feuer" ist bald gelöscht und die Rettungsschere schnell in Stellung gebracht. So ist es nur eine Frage der Zeit, bis der Verletzte (natürlich nur ein Dummy) aus dem Fahrzeug befreit ist.

Doch die Übung ist noch nicht zu Ende, denn man hat bemerkt, dass ein "Gaffer" die steile Böschung am Schulgebäude hinunter gestürzt ist und nun bewusstlos im Schacht vor dem Untergeschoss liegt. Und nun kommt die Drehleiter erneut zum Einsatz. Mit ihrer Hilfe wird der "Verletzte", der von den Rettungskräften auf einer Trage fixiert worden ist, geborgen und an die Oberfläche gebracht.

Der Wehrführer, der die Übung mit Mikrofon und Lautsprecher für das Publikum erläutert und kommentiert hat, zeigt sich anschließend sehr zufrieden. Alles hat gut geklappt. Die etwa 30 Einsatzkräfte haben sehr gut Hand in Hand gearbeitet und keine Verzögerungen bei der Rettung und Bergung der Verletzten zugelassen. Auf diese Truppe kann man sich im Ernstfall verlassen! (WIL-)