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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 44/2018
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Das Fest Allerheiligen

Hochfest der Katholischen Kirche und Gedenktag aller Heiligen

Am 1. November feiert die katholische Kirche das Hochfest Allerheiligen. Theologisch bedeutet Allerheiligen, dass es nach Ansicht der katholischen Kirche zu allen Zeiten Menschen gegeben hat, deren Leben „für immer und ewig geglückt ist“ (Offenbarung 7,9). Insofern drückt Allerheiligen die Zuversicht aus, dass viele Menschen nach ihrem Tod in der Gemeinschaft mit Gott sind und deshalb Heilige genannt werden können. Es geht also nicht allein um die von der Kirche offiziell heiliggesprochenen. Der älteste Beleg für dieses Fest findet sich bei Johannes Chrysostomos für Antiochien im 4. Jahrhundert am Oktavtag von Pfingsten mit der Bezeichnung: „Herrentag aller Heiligen“. Nach der Pascha Domini feierte man den Nachvollzug dieser Pascha durch die Heiligen. In der Ostkirche haben sich dieses Fest und dieser Termin bis heute erhalten. In der Westkirche wurde der Termin ursprünglich übernommen. Im 8. Jahrhundert hieß dieser Sonntag in Würzburg: Dominica in Natali Sanctorum.

In Irland entstand im 8./9. Jahrhundert, als der Zusammenhang zwischen diesem Fest und Ostern verblasste, ein neuer Festtermin. Der 1. November markierte hier den Winterbeginn und war zugleich auch Jahresanfang. Hintergrund war nun nicht mehr Ostern, sondern die sterbende Natur, durch die die ewige Welt der Heiligen sichtbar wird.

Durch die irisch-schottische Mission gelangte das Allerheiligenfest im 9. Jahrhundert auf den Kontinent. In katholischen Regionen der ostdeutschen Bundesländer und in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und im Saarland ist Allerheiligen gesetzlicher Feiertag. Typisch für den Feiertag sind hier Friedhofsbesuche, wobei die Gräber der Angehörigen gereinigt, geschmückt und auch Kerzen entzündet werden.

Allerheiligen hat seine heidnischen Wurzeln in dem keltischen Fest Samhain. Dies bedeutet etymologisch Ende des Sommers. In der Nacht vom 31. Oktober auf den 1. November wurde der Sommer, die Jahreszeit der Göttin, verabschiedet und die Herrschaft des Winters, des Todesfürsten Samhain, begann. In dieser Nacht feierte man auch den Jahreswechsel. Die Reiche der Lebenden und der Toten waren sich jetzt besonders nahe. Später wurde dieses Fest von den Christen übernommen und auch etwas abgeändert. Man fürchtete nun nicht mehr die Toten, sondern gedachte ihrer in Liebe und Zuneigung an Allerheiligen und Allerseelen. Andere Bezeichnungen für Allerheiligen sind Godeshiligendach, Aller Sintentag und Helgona messa hellmisse (Skandinavien). (Allerheiligen -ntv-2007)

Auf Allerheiligen folgt Allerseelen

Allerheiligen ist also das Fest „aller Heiligen“ und an Allerseelen, das am 2. November gefeiert wird, gedenkt man der verstorbenen Freunde, Familienangehörigen und Bekannten. Da dieser Tag kein Feiertag ist, hat sich der Brauch entwickelt, bereits am Allerheiligentag die Messe für die Verstorbenen zu halten und danach auch die Gräber zu segnen.

Allerheiligen und Allerseelen sind schon seit vielen Jahrhunderten für die Menschen bedeutende Gedenktage gewesen. In früheren Jahrhunderten endete mit dem Allerseelentag das alte Wirtschaftsjahr, das neue begann mit dem Martinstag am 11. November. (HGR)