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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 45/2018
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Leader-Förderung für Nationalparkkirche in Muhl

Blick vom Friedhof auf die Nationalparkkirche im Neuhüttener Ortsteil Muhl: Mit dem neuen Konzept einer breit gefächerten Nutzung des einzigen Gotteshauses im Nationalpark Hunsrück-Hochwald überzeugte man nicht nur die Entscheider bei der LAG Erbeskopf, sondern punktete auch in einem Wettbewerb der Wüstenrot-Stiftung (s. Artikel links).

Höchste Bewertung für Konzept zu Umgestaltung und vielfältiger Nutzung

Ortsbürgermeister Peter Kretz war in der letzten Gemeinderatssitzung in Neuhütten sichtlich zufrieden, als er von einem für seine Ortsgemeinde positiven Ergebnis der Vergabeversammlung der Lokalen Arbeitsgruppe (LAG) Erbeskopf berichtete: Das Projekt „Multifunktionelle Inwertsetzung der Nationalparkkirche Muhl“ – die St. Josef-Kapelle ist das einzige Gotteshaus im Nationalpark Hunsrück-Hochwald – in Trägerschaft der Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil soll, so Kretz, mit dem Höchstsatz von 75 % gefördert werden.

Ausgangspunkt ist eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Ortsgemeinde Neuhütten, der Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil, dem Dekanat Birkenfeld, dem Förderverein „Dorf und Kirche im Nationalpark e.V.“ und dem Nationalparkamt Hunsrück-Hochwald vom 18. August 2017. Das Bistum hatte bereits 2016 das „Projekt Nationalparkkirche“ als Bistumsprojekt anerkannt. Unter der Fragestellung „Was sollen wir aus einer einfachen Dorfkirche machen?“ ist nun ein Konzept für eine breit gefächterte Nutzung des Kirchenraumes entstanden.

Kirchliche Handlungen wie Gottesdienste, Hochzeiten usw. soll es auch weiter geben, wobei eine grundlegende Umgestaltung des Kirchenraums erwogen wird (z.B. die Platzierung des Altars an zentraler Stelle. Darüber hinaus soll aber eine vielfältige Nutzung, z.B. für Ausstellungen, Vorträge, Seminare, Konzerte u.ä. ermöglicht werden Auch eine Nutzung als Speisesaal für Veranstaltungen ist angedacht. Dafür soll u.a. eine Teeküche eingebaut und die Kirche neu bestuhlt werden. Heizungs- und Elektroinstallation sollen erneuert werden, außerdem erhält das Gebäude einen barrierefreien Zugang. Für die Umbaumaßnahmen und die Realisierung des Konzepts kann die Pfarrei mit einem LEADER-Zuschuss von 126000 Euro rechnen. „Das hilft wesentlich, die Ausgaben zu reduzieren“, resümierte der Ortsbürgermeister.

Gute Chancen auch in einem Wettbewerb

Auch bei einem Wettbewerb der Wüstenrot-Stiftung mit dem Titel „Land und Leute – Die Kirche in unserem Dorf“ hat man sich mit der Nationalparkkirche Neuhütten-Muhl beworben. Im Sommer hat der Ortsbürgermeister das Nutzungskonzept mit allen bisherigen und geplanten Veranstaltungen, mit Presseveröffentlichungen usw. zusammengestellt und eingereicht. Ende September kam die erfreuliche Mitteilung, dass man – bei 200 Wettbewerbsbeiträgen – schon mal in die engere Auswahl, das sind 20 Projekte, gekommen ist. Inzwischen war im Oktober eine Kommission von Fachleuten vor Ort, die das Projekt „Von einer Dorfkirche zur Nationalparkkirche“ näher unter die Lupe genommen haben.

„Wir haben, glaube ich, eine recht gute Figur abgegeben“, berichtete Peter Kretz. Ob man unter die ersten zehn komme, werde erst im Frühjahr entschieden. Auf jeden Fall werde das Projekt aber jetzt schon mal Teil einer bundesweiten Wanderausstellung. „Das hilft uns, diese Kirche in der Region und darüber hinaus bekannt zu machen“, schloss der Ortsbürgermeister.

Weitere Themen

Noch in diesem Jahr sollen die Vermessungsarbeiten für den geplanten Ausbau der Ortsdurchfahrt Neuhütten (Saarstraße) stattfinden. Damit einhergehend wird auch das Abwassersystem erneuert werden; die Wasserleitungen sind nicht von der Erneuerung betroffen.

Die Eröffnung und Einsegnung der Nationalpark-Service-Station Neuhütten-Muhl findet am Sonntag, 02.12.2018 anlässlich des dritten Jahrestags der Gründung der Kirche im Nationalpark statt. Es soll einen Tag der offenen Tür geben, eine Andacht in der Nationalparkkirche und zum Ausklang ein „Adventsgrillen“.

Dorfbegleiterin Alexandra Thömmes berichtete im Rat von ihren Aktivitäten, darunter eine Reihe von gemeinsam mit Dorfmoderatorin Beate Stoff ausgearbeiteten Wanderweganbindungen an das Trauntal, die in herrlicher Landschaft Natur und Historie miteinander vereinen und die in Kürze u.a. im Internet im Portal „outdooractive.com“ und auf der Homepage der Gemeinde zu finden sein werden. Thömmes teilte auch mit, dass Adolf Kretz ein Bücherregal für das Foyer des Bürgerhauses gebaut hat, wo Bürger – wie in den „Bücherboxen“ in alten Telefonzellen – Bücher einstellen und entnehmen können. Die Einweihung soll Anfang Dezember im Rahmen des Bürgerbüros stattfinden. (WIL-)