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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 45/2019
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Schüler erwerben interkulturelle Kompetenz

Freude über die Auszeichnung zur Grenzenlos-Schule bei Schülern, Schulleitung sowie bei den Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern

Zertifizierung der BBS Hermeskeil als „Grenzenlos“-Schule

Die Berufsbildende Geschwister-Scholl- Schule Hermeskeil wurde von der Organisation World University Service (WUS) dafür ausgezeichnet, dass sie mit ihren Auszubildenden die Themen der Nachhaltigkeit lebensnah im Unterricht bearbeitet. Zwei Referenten aus Kamerun und Kolumbien, die derzeit in Deutschland studieren, haben in einem Workshop 15 Schülern des Berufsvorbereitungsjahrs nahe gebracht, wie sich die Globalisierung in ihren Herkunftsländern auswirkt. Zahlreiche Gäste aus der Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik lobten unisono das interkulturelle Engagement in der Hermeskeiler Schule.

Vergangene Woche wurde die BBS-Außenstelle Hermeskeil als Grenzenlos-Schule ausgezeichnet. Das Zertifikat wurde in einer Feierstunde vom WUS-Vorstandvorsitzenden Dr. Kambiz Ghawami an die Schulleitung überreicht. Die BBS Hermeskeil ist die erste Schule in der Region, die diese Zertifizierung erhalten hat.

Stadtbürgermeisterin Lena Weber brachte es mit ihrer Rede auf den Punkt in dem sie die Frage in den Raum stellte: „Wie oft machen wir uns eigentlich Gedanken darüber wie viele Menschen an der Produktion ihres Smartphones gearbeitet haben oder wie viele Arbeitsschritte und zurückgelegte Kilometer wohl nötig waren, bis der heißgeliebte Kaffee schließlich bei uns im Geschäft um die Ecke erhältlich ist?“

„Grenzenlos – Globales Lernen in der beruflichen Bildung“ ist ein Projekt des World University Service (WUS) und entwickelt kostenfreie Lehrkooperationen an berufsbildenden Schulen in Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Hessen Rheinland-Pfalz und im Saarland.

Über das Projekt soll den Schülern aufgezeigt werden, welche Zusammenhänge und wirtschaftlichen Verflechtungen in der Welt von heute bestehen. Es werden ökologische, ökonomische und soziale Gesichtspunkte der Globalisierung zum Thema gemacht. Dabei geht u.a. darum darzulegen, wie Konsumgüter wie Smartphones oder Computer nachhaltig hergestellt werden können oder die Schüler sollen dafür sensibilisiert werden zu erkennen, dass Lebensmittel zu fairen Preisen gehandelt werden sollen. Grundlage des Projekts sind die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen, die in ihrer Agenda 2030 vom September 2015 zusammengefasst sind.

„Grenzenlos“ wird gefördert von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) und aus Mitteln der beteiligten Länder. So ist es nicht verwunderlich, dass der anwesende Bundestagsabgeordneten Andreas Steier in seiner Rede darauf hinwies, dass die Bundesregierung solchen Projekten eine große Wertschätzung entgegenbringe. Der Landtagsabgeordnete Lothar Rommelfanger betonte, dass es wichtig wäre, dass sich eine berufsbildende Schule mit Themen wie Rassismus und Globalisierung auseinandersetze. Sein Kollege Bernhard Henter meinte, dass der internationale Austausch die soziale Kompetenz der Schüler enorm erhöhe. Es sei erfreulich, dass die BBS hier eine Vorreiterrolle einnehme. Als Vertreter des Schulträgers, die Kreisverwaltung Trier-Saarburg, war Rolf Rauland bei der Auszeichnungsfeier anwesend. Er brachte den Stolz seiner Behörde darüber zum Ausdruck, dass man eine Schule habe, die interkulturelle Bildung voranbringe.

Der Außenstellenleiter der Geschwister-Scholl-Schule Hermeskeil, Markus Lammes, beschrieb die fünf Schritte bis hin zur Zertifizierung. Der Erstkontakt zu WUS und „Grenzenlos“ entstand über eine Einladung zum Kooperationstag in Rheinland-Pfalz und Saarland im März 2018. Drei Lehrkräfte der BBS nahmen an dieser ganztätigen Veranstaltung teil. Die maßgebliche Initiative an der Schule ging von Lehrerin Julia Schmitt aus, die bereits im vergangenen Schuljahr ein Projekt mit dem WUS durchführte. Die Schule hat sich schriftlich dazu verpflichtet Themen der Nachhaltigkeit auf lange Sicht in den Unterricht zu integrieren. Internationalität sei an der BBS nichts Neues, erwähnte Schulleiter Jürgen Scholz und verwies auf langjährige Partnerschaften mit Schulen in Frankreich. Die Referenten(innen) die aus Afrika, Asien und Lateinamerika kommen und derzeit in Deutschland studieren, werden vom WUS vermittelt und führen Unterrichtseinheiten zu Themen der Nachhaltigkeit durch.

Dr. Julia Boger ist Referentin für das Projekt „Grenzenlos - Globales Lernen“ im WUS. Sie weist darauf hin dass derzeit 100 ausländische Studierende ehrenamtlich an dem Projekt teilnehmen. Ihr Motiv: Sie wollen den Auszubildenden Nachhaltigkeitsthemen und ein realistisches Bild ihrer Herkunftsregion näher bringen.

An der Hermeskeiler Schule waren das die 22-jährige Studentin Paule Ingrid Tchonang aus Kamerun, die sich mit den 15 Schülern des Berufsvorbereitungsjahres über den Abbau von Rohstoffen in ihrem Heimatland für die Handyherstellung befasste, während Wilson Hurtado den Schülern innovative Geschäftsideen in seinem Heimatland Kolumbien näherbrachte. In kurzen Erfahrungsberichten bringen zwei Schüler in ihrem Resümee zu dem durchgeführten Workshop den sehr informativen und praxisnahen Ansatz zum Ausdruck. (Kö)