Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 45/2019
1 - Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Eine günstige Alternative: Die Fichte als Brennholz

Ein städtischer Forstwirt bei der Aufarbeitung von Fichtenholz

Der Fichtenborkenkäfer beunruhigt die Forstwirtschaft

Es gibt alarmierende Nachrichten aus dem Bereich der Forstwirtschaft. Die hohen Temperaturen in den Jahren 2018 von April bis August und auch im Jahre 2019 und damit einhergehend eine sehr geringe Niederschlagshäufigkeit haben die Wälder geschwächt und in weiten Teilen Deutschlands zu einer Borkenkäferplage geführt. Für alle Waldbesitzer, so auch für die Stadt Hermeskeil, stellt dies ein beträchtliches Problem dar. Das vom Stadtrat gebilligte Brennholzkonzept für den Stadtwald bietet dem Verbraucher erhebliche Preisnachlässe beim Kauf von Fichtenbrennholz.

In seiner letzten Sitzung hat der Stadtrat das vom zuständigen Revierförster Jörg Clemens vorgelegte Brennholzkonzept für den Stadtwald 2019/20 gebilligt.

Den Ratsmitgliedern wurde folgende Ausgangslage dargelegt:

Das Holzaufkommen an Fichtenkäferholz übersteigt bei Weitem die Nachfrage, sodass insbesondere die minderwertigen Qualitäten für die Holzwerkstoff- und Spanplattenindustrie sowie Verpackungs- und Plattenholz nur noch schwer abzusetzen sind. Die vorhandenen Arbeitskapazitäten sind in der Käferholzbearbeitung gebunden, sodass der Laubholzeinschlag im Moment nur in begrenztem Umfang möglich ist.

Der Borkenkäfer

Von der Forstwirtschaft gibt es alarmierende Nachrichten zu vermelden. Bedingt durch Stürme und die andauernde Trockenheit in den letzten beiden Jahren sind die Bäume in den deutschen Wäldern geschwächt, was zu einer Borkenkäferplage geführt hat. Für die Waldbesitzer ist dies ein erhebliches Problem, für den Verbraucher wiederum bietet sich die Chance preiswert an Brennholz zu kommen.

Die in der Rinde verborgenen Fichtenborkenkäfer sind auf Fichten spezialisiert. Sie benötigen für ihre Brut den frischen Bast, der sich unmittelbar unter der Rinde befindet und den Baum mit Nährstoffen versorgt. Die Sorge, dass man sich den Borkenkäfer mit dem Brennholz in die Wohnung holt ist unbegründet, denn er ist spätestens nach der Holztrocknung nicht mehr im Brennholz zu finden. Er stellt auch keine Gefahr für schon verbautes Holz dar.

Vor- und Nachteile der Fichte als Brennholz

Natürlich gibt es in unserer Region bei den Verbrauchern Vorbehalte gegen die Verfeuerung der Fichte als Brennholz. Clemens weist allerdings darauf hin, dass in anderen Regionen, wie etwa im Bayerischen Wald die Fichte als Brennholz ohne Probleme genutzt wird. Das Nadelholz besitzt im Vergleich zu Laubhölzern einen geringeren Brennwert. Er liegt bei der Fichte bei 1.500 kWh/rm, bei der Buche bei 2.100 KWh/rm. Wird der Brennwert allerdings pro kg berechnet liegt die Fichte vorne. Ein Raummeter Kaminholz aus der Fichte ersetzt etwa 160 l Heizöl.

Das Fichtenbrennholz zeichnet sich dadurch aus, dass es sehr schnell eine wirksame Wärme erzeugt. Die weiteren Vorteile sind das geringere Gewicht gegenüber Laubhölzern, was den Transport erheblich erleichtert und bei entsprechender Lagerung befindet sich das Nadelholz schon nach zwei Jahren in trockenem und verbrauchbarem Zustand. Bei Laubhölzern beträgt die Trockenzeit in der Regel drei Jahre. Um Schäden zu vermeiden ist es bei allen Holzfeuerungen wichtig, dass trockenes Holz verbrannt wird und man der Feuerstelle sowie dem Schornstein ausreichend Luft zuführt.

Die Fichte als Kaminholz hat den Nachteil, dass sie durch die geringere Dichte gegenüber Laubholz schneller verbrennt und sie sollte wegen möglichem Funkenflug eher in abgeschlossenen Kaminen verfeuert werden.

Für die Forstbetriebe ist es wichtig, dass die Fichtenstämme rasch aufgearbeitet und bis Ende März abtransportiert werden, damit die in der Rinde verborgenen Borkenkäfer nicht sofort in den nächsten Fichtenbestand fliegen können und dort weitere Schäden anrichten. Das Brennholzkonzept für den Stadtwald bietet dem Verbraucher erhebliche Preisnachlässe beim Kauf von Fichtenbrennholz.

Verkaufsverfahren

Die Abgabe von Fichtenbrennholz erfolgt ab sofort in der Reihenfolge der beim Forstrevier Hermeskeil, Feldstraße 19 in Gusenburg (Tel. 06503-921331, eMail: joerg.clemens@wald-rlp.de) eingehenden Bestellungen, solange Fichtenbrennholz anfällt. Das Holz wird in Poltern mit Standardlängen von 2,5 bis 5m oder als Polter aus ganzen Bäumen angeboten. Die Versteigerung von Buchenbrennholz erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt. Bei der Bereitstellung wird zwischen fehlerhaftem Fichtenbrennholz (15€/fm) und fehlerfreiem Fichtenbrennholz (20€/fm) unterschieden. Der Taxpreis für Buchenbrennholz wurde von 52€/fm auf 55€/fm erhöht. Es gilt beim Buchenbrennholz weiterhin Vorkaufsrecht für Bürger(innen) der Stadt Hermeskeil, wobei die Mengenbegrenzung beim Buchenbrennholz auf 30 fm pro Haushalt (bisher 50 fm) reduziert wird. (Kö)

.