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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 47/2019
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Geisfeld will Baugebiet erschließen

Gemeinderat beschließt Projektuntersuchung für Flurbereinigung

Die Schaffung von Bauland ist ein sehr aktuelles Thema. Dem hat der Gemeinderat Geisfeld in seiner letzten Sitzung Rechnung getragen und wird den 2. Bauabschnitt des Baugebietes „Palzfelder“ angehen. Zwei Vertreter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum (DLR) informierten über das Flubereinigungsverfahren. Der Gemeinderat hat eine Projektuntersuchung durch das DLR beschlossen. Revierförster Mathias Schön stellte den Forstwirtschaftsplan für 2020 vor und musste den Rat damit konfrontieren, dass das geplante Betriebsergebnis nicht erreicht werden könne.

Zu Beginn der Gemeinderatssitzung am vergangenen Dienstag in Geisfeld informierten Manfred Heinzen und Torben Alles vom DLR über ein mögliches Flurbereinigungsverfahren in der Ortsgemeinde. Das letzte Flurbereinigungsverfahren in Geisfeld wurde 1927 durchgeführt.

Vorteile einer Flurbereinigung

Die beiden Referenten gingen auf die positiven Aspekte einer Flurbereinigung für die Ortsgemeinde im Hinblick auf die Dorfentwicklung, den Tourismus aber auch auf die einfachere Bewirtschaftung der einzelnen Grundstücke für die Eigentümer ein. Auch die landwirtschaftliche Infrastruktur könne durch den Ausbau des Wegenetzes verbessert werden. Die Finanzierung des Verfahrens ist aufgeschlüsselt in Verfahrens- und Ausführungskosten. Während die Verfahrenskosten zu 100 % vom Land Rheinland-Pfalz getragen werden, werden die Ausführungskosten derzeit vom Land mit 80 % bezuschusst. Die 20 % die bei der Ortsgemeinde verbleiben, könnten möglicherwiese durch die Jagdgenossenschaft übernommen werden. Ratsmitglied Stefan Eli fragte nach, ob mit der Beauftragung der projektbezogenen Untersuchung schon Kosten auf die Gemeinde zu kommen würden. Diese Frage wurde von den Referenten des DLR verneint, da es sich hierbei um kostenfreie Verfahrenskosten handele. Als erster Schritt beauftragte die Ortsgemeinde das DLR einstimmig mit einer projektbezogenen Untersuchung zu beginnen. In einem Gespräch im Januar 2020 wird dann geklärt wann mit dem Flurbereinigungsverfahrens in Geisfeld begonnen wird.

Verluste der Waldbesitzer durch Borkenkäferbefall

Der Geisfelder Revierförster Mathias Schön informierte den Rat über die Forstwirtschaftsjahr 2019 und stellte gleichzeitig den Wirtschaftsplan 2020 vor. Der Revierförster erläutert, dass durch die extreme Trockenheit in den letzten beiden Jahren etliche Bäume sehr stark vom Borkenkäferbefall betroffen sind. Der Borkenkäfer ist auf Fichten spezialisiert und benötigt für seine Brut den frischen Bast, der sich unmittelbar unter der Rinde befindet. Davon sind vor allem geschwächte Bäume betroffen. Für die Gemeinde als Waldbesitzer stellt dies ein erhebliches Problem dar, weil im Moment ein dramatischer Preisverfall auf dem Holzmarkt zu beobachten ist. Hierdurch wird für die Gemeinde im Jahr 2019 ein Ertrag von ca. 20.000, anstatt der geplanten 50.000 Euro erzielt werden. Auch der vorgestellte Forstwirtschaftsplan für 2020 weist ein Defizit auf. Dem Ertrag von 237.422 Euro steht ein Aufwand von 250.815 Euro gegenüber, sodass das geplante Defizit 13.393 Euro betragen wird.

Jungen Familien sollen Wohnbauflächen zur Verfügung gestellt werden

Der 1. Bauabschnitt des Baugebietes „Palzfelder“, wurde 1998/99 erschlossen. Von den insgesamt 15 Baugrundstücken wurde jetzt von der Gemeinde das letzte veräußert. Deshalb findet es die Verwaltung sinnvoll, dass die Ortsgemeinde schon jetzt Überlegungen zur Ausweisung neuer Wohnbauflächen anstellt, damit jungen Familien Baugelände angeboten werden kann. In seinen Erläuterungen wies Hans-Josef Malburg von der Verbandsgemeindeverwaltung darauf hin, dass von der Idee bis zur tatsächlichen Bebauung der Grundstücke ein Zeitraum von 2 bis 3 Jahren veranschlagt werden muss. So müssen der Bebauungs- und Erschließungsplan geändert werden, die Finanzierung und Bereitstellung der Mittel bei der Ortsgemeinde und den VG-Werken muss geklärt werden sowie die Ausschreibung und die Bauzeit sind zu berücksichtigen. Zwar bestehe ein Bebauungsplan, erläuterte Malburg, aber um eine effektivere Ausnutzung der Fläche zu ermöglichen werde eine Bebauungsplanänderung vorgeschlagen. In seiner Sitzung vom 20.08.2019 hat der Ortsgemeinderat dem Ankauf der Grundstücke, die sich alle im Privatbesitz befinden zugestimmt. Alle Grundstücksbesitzer haben ihre Bereitschaft signalisiert an die Ortsgemeinde zu veräußern, sodass die Ortsgemeinde den Erwerb angehen kann. Aus heutiger Sicht müsse für die erschlossenen Baugrundstücke mit einem Kaufpreis von mindestens 85€/qm gerechnet werden. Daher hat die Verwaltung erste Überlegungen angestellt und einen Bleistiftentwurf gefertigt, der insbesondere den großen Flächenverbrauch für Grün- und Versickerungsflächen erheblich minimiert. Es würden hiernach zehn Baugrundstücke mit einer Fläche von 600 bis 700 qm entstehen. In seiner nächsten Sitzung wird der Ortsgemeinderat die Änderung des Bebauungsplanes auf der Tagesordnung haben, damit die notwendigen Schritte zur Erschließung des Baugebietes zügig beginnen können. (Kö)