Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 48/2019
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Gusenburger Forst schreibt in 2020 rote Zahlen

Neubaugebiet formal auf den Weg gebracht

In den vergangenen Jahren waren die Wald besitzenden Gemeinden mit guten Erträgen verwöhnt. Durch die sehr heißen Sommer 2018 und 2019 und den dadurch bedingten starken Befall der Fichtenbestände durch den Borkenkäfer hat sich das geändert. Große Mengen an Fichtenholz musste gezwungenermaßen eingeschlagen werden, der Markt ist überschwemmt, die Preise für dieses Holz sind im Keller. Auch die Gemeinde Gusenburg ist davon nicht verschont geblieben, der Forstwirtschaftsplan für das Jahr 2020 sieht einen Verlust von rd. 27.000 Euro vor. Besser kann es nur werden, so Revierförster Jörg Clemens, wenn die „Waldklimakatastrophe“ ein Ende hat und wieder gesundes Holz geschlagen werden kann.

Der Forstwirtschaftsplan 2020 war das beherrschende Thema der Gemeinderatsitzung, zu der Ortsbürgermeister Siegfried am Dienstag vergangener Woche ins Bürgerhaus eingeladen hatte. Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war der Aufstellungsbeschluss für das neue Baugebiet „Moosbruch/Hinter der Anwand“, in der Sitzung vom 29. Oktober waren dafür bereits die Weichen gestellt worden (RuH berichtete).

Nach Begrüßung und Feststellung der Beschlussfähigkeit informierte Siegfried Joram, dass die Straßensanierungsarbeiten durch die Firma Düpre begonnen worden seien und der Geldautomat auf dem Dorfplatz eine Überdachung erhalten habe. Dazu merkte er an, „dass es auch schnell gehen kann, wenn man denn will“. In der Einwohnerfragestunde stellte Hiltrud Pawlik den Antrag, in 2020 einen „Dreck-Weg-Tag“ durch zu führen. Dieser Vorschlag fand in den Reihen des Gemeinderates großen Anklang.

Neubaugebiet „Moosbruch/Hinter der Anwand“

In der Sitzung am 29. Oktober hatte der Rat mehrheitlich beschlossen, das Neubaugebiet auf den Weg zu bringen. Aus genehmigungstechnischen Gründen war es notwendig, den entsprechenden förmlichen Aufstellungsbeschluss noch vor dem 31.12.2019 zu fassen. Einstimmig stimmte der Rat der Aufstellung des Bebauungsplans zu.

Waldsituation und Forstwirtschaftsplan 2020

Aufgrund der klimatischen Verhältnisse in den beiden letzten Sommern befindet sich der Wald bundesweit im Klimastress, so Revierförster Clemens. Auf dem Hochwald ist besonders die Fichte betroffen, der „Brot und Butterbaum“ der letzten Jahrzehnte. Aber auch die Buche habe gelitten, so der Forstmann. Der Gusenburger Gemeindewald besteht zu 48 % aus Fichten- und zu 32 % aus Buchenbeständen. Aufgrund des Klimawandels muss der Wald umgebaut werden, andere widerstandsfähigere Baumarten müssen Fichte und Buche ersetzen, so z.B. Tanne, Lärche, Douglasie und Kiefer. Die Klimasituation hat auch einen starken Befall der Fichte durch den Borkenkäfer herbei geführt, die Bekämpfung und das Entnehmen von befallenen Bäumen sei sehr aufwändig, in 2019 seien 900 fm Sturm-

und Schadholz angefallen. Die Holzpreise sind im Keller, der Markt ist mit Fichte

überschwemmt, mittel- und langfristig muss über einen Umbau des Waldes nachgedacht werden, Mischwälder sollen Monokulturen ersetzen. Für das Jahr 2018 habe er erfreuliche Nachrichten, so Clemens, aus dem berechneten Soll von 2.100 Euro sei ein Ist von 29.000 Euro Überschuss geworden, für 2019 lägen noch keine

Ertragszahlen vor, es wurden aber bereits größere Mengen an Sturm- und Schadholz gefällt, für das laufende Jahr sind die Preise stark nach unten gegangen. Für 2020 sieht es düster aus. Bei einer Holzeinschlagmenge von rd. 1.700 fm sind Einnahmen von rd. 85.000 Euro geplant, davon u. a. 75.000 Euro aus Holzverkäufen und 8.000 Euro an Zuschüssen. An Ausgaben werden rd. 112.000 Euro anfallen, davon 43.500 Euro für die Holzernte, 10.800 Euro für Wiederaufforstungen, für Wald- und

Verbissschutz 6.600 Euro, 4.500 Euro für Wegebau, sonstige Ausgaben 13.400 Euro und 30.600 Euro an Zahlungen an den früheren Forstverband Gusenburg-Grimburg. Der berechnete Verlust von 27.000 Euro könne sich aber noch ändern, die Ansätze seien nur vorläufige Zahlen und man könne nicht alles im Voraus berechnen, so der

Revierförster.

Der Angelsportverein erhält, vorbehaltlich der Zustimmung durch

die Kommunalaufsicht, einen Zuschuss von 350,00 Euro für die

Anschaffung von 2 Umwälzpumpen. Das letzte Grundstück im Baugebiet

„Waldstrasse“ soll über einen Makler verkauft werden. bb