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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 48/2019
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Jubiläumskonzert 100 Jahre Stadtkapelle

Zum Abschluss stellte sich das Orchester zusammen mit dem Dirigenten dem Publikum

100 Musiker/innen begeistern mehr als 750 Zuhörer

In diesem Jahr wird die Stadtkapelle Hermeskeil 100 Jahre alt. Dieser besondere Geburtstag ist mit einer Reihe von Veranstaltungen gefeiert worden. So der Neujahrsempfang im Januar, die Geburtstagsfeier für die Vereinsmitglieder im März, das Konzert der Big-Band der Bundeswehr Ende März, die Blasparade während des Stadtfestes und zum Abschluss nun das große Jubiläumskonzert am vergangenen Samstag in der Stadthalle. Und es war ein ganz besonderes Konzert, denn nicht weniger als 60 derzeit aktive Musiker/innen und zahlreiche Ehemalige saßen auf der Bühne.

Es war ein gewaltiger Klangkörper, der den Zuhörern Blasmusik vom Feinsten bot. Die Verantwortlichen der Stadtkapelle hatten viele ehemalige Musiker/innen in und um Hermeskeil und dem gesamten Bundesgebiet angeschrieben und sie gebeten, ob sie nicht Lust und Zeit hätten, das Instrument wieder aus zu packen und am Konzertabend mit zu musizieren. Und nicht weniger als 40 hatten zugesagt, an den Proben teilgenommen, und am Konzertabend saßen sie zusammen mit dem aktuellen Orchester auf der Bühne. Orchesterchef Gerhard Piroth hatte mit dem Vorstand ein abwechslungsreiches Programm zusammen gestellt, wegen der zahlreichen Ehemaligen wurde aber auf neue Stücke verzichtet. So kamen 11 Konzertstücke zu Gehör, die bereits in der Vergangenheit bei Jahreskonzerten aufgeführt worden waren bzw. immer noch im laufenden Jahresprogramm zu finden sind.

Zu Beginn des Konzertabends begrüßte der 1. Vorsitzende Tim Kaub die zahlreichen Zuhörer und einige Ehrengäste, unter ihnen Bürgermeister Hartmut Heck mit Gattin und Stadtbürgermeisterin Lena Weber, die als Mitglied des Orchesters im Hornregister Platz genommen hatte. Sein besonderer Dank galt den Frauen und Männern im Orchester, dabei lobte er die Ehemaligen, die teilweise weite Anreisen auf sich genommen hatten, um in ihrer Heimatstadt Hermeskeil noch einmal alte Zeiten aufleben zu lassen.

In dem folgenden 3stündigen Konzert wechselten sich symphonische Blasmusik, klassische Musik, Märsche, Filmmusiken und Klassiker aus Rock und Pop ab. Eröffnet wurde der Reigen mit „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss, gefolgt von „Hymne und Triumpfmarsch aus der Oper Aida“, die Guiseppe Verdi eigens zur Eröffnung des Suezkanals in Ägypten komponiert hatte. „Lord Tullamore“ von Carl Wittrock erinnerte an die grüne Insel Irland und „Oregon“ von Jacob de Haan entführte das Publikum in den Wilden Westen Nordamerikas. Mit den „Symphonic Marches“ verbindet die Stadtkapelle schöne Erinnerungen an ihre Reise zur Steubenparade nach New York im Jahr 2011, als man die Amerikaner in einem Biergarten mit dieser Art von Blasmusik begeistern konnte. Wer kennt nicht „Music“ von John Miles, einen Evergreen der Popmusik, der auch noch in 50 Jahren zu hören sein wird. „Gänsemarsch“ wurde 1971 in der Halle der Grundschule vom damaligen Musikverein unter Dirigent Alfred Bauer erstmals zu Gehör gebracht, ein Stück, bei dem die Trompeten etwas eigenartig klingen. Düstere Klänge bei „Der Dämon“, mit diesem anspruchsvollen Stück hat die Stadtkapelle vor einigen Jahren bei einem Leistungswettbewerb den 1. Platz belegt.

Dieses Stück, so Moderator Jens Kaub, habe einige Ehemalige dazu bewegt, das Instrument noch einmal aus dem Koffer zu nehmen. „Moments für Morricone“ durfte natürlich nicht fehlen, Filmmusiken des Italieners Ennio Morricone, geschrieben für Westernklassiker, wie „Spiel mir das Lied vom Tod“ oder „Eine Hand voll Dollar“. Die Musik von Glenn Miller ist unsterblich. Bei der „Glenn-Miller-Parade“, einem Arrangement vom Rudi Seifert-Kressborn, zeigten alle Register, wie die Musik dieses großen Komponisten und Band-Leaders klingt.

Kein Konzert ohne Zugaben, zwei Märsche, „Alte Kameraden“ und „Der Florentinermarsch“ und zum Abschluss die heimliche Nationalhymne Schottlands „Highland Cathetral“.

Zum Abschluss bedanke sich Tim Kaub bei allen Akteuren auf und hinter der Bühne und beim Publikum, das Publikum bedanke sich für den großartigen Abend mit lang anhaltendem Applaus. Tim Kaub hegte die Hoffnung, dass von den 40 Ehemaligen die Eine oder der Andere vielleicht den Weg in die Stadtkapelle zurück findet. Nach dem offiziellen Teil wurde noch lange mit selbst gebrautem Bier gefeiert, denn beim Konzert der Stadtkapelle trifft man viele alte Bekannte, hält viele Gespräche und vergisst dabei die Zeit. (bb)