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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 49/2018
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„Parforceritt“ geschafft!

RuH - Das umgestaltete Bürgerhaus mit Anbau vom Innenhof aus gesehen

Der neu gestaltete Vorraum. Im Hintergrund die Sanitäreinrichtungen

Servicestation in Neuhütten-Muhl offiziell in Dienst gestellt

Mit der Erweiterung und der Modernisierung des Dorfgemeinschaftshauses in Neuhütten-Muhl wurde der erste von vier Bausteinen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Land, Ortsgemeinde, Kirche und Förderverein realisiert. Im kommenden Jahr wird die Nationalpark-Kirche instandgesetzt und umgebaut. Großen Dank zollte man vor allem den Vertretern des Vereins „Dorf und Kirche im Nationalpark“ unter ihrem Vorsitzenden Bernd Schmitt.

Schnell füllte sich am vergangenen Sonntag die Kaffeetafel im Bürgerhaus Neuhütten-Muhl. Beim kleinen offiziellen Teil des unkomplizierten Nachmittags, wie sich Ortsbürgermeister Peter Kretz ausdrückte, konnte dieser jedoch hochrangige Vertreter von Politik und Kirche und viele Ehrenamtliche begrüßen. In nur etwas mehr als sechs Monaten sei das Bürgerhaus in Muhl „aufgehübscht“ und mit einem funktionalen Anbau versehen worden. Drei Oberlichter im Hauptraum wurden zu Türen ins Freie erweitert, der Hauptzugang wurde barrierefrei und der dunkle Vorraum mit niedriger Decke in ein helles Foyer umgestaltet. Dieser soll zusammen mit dem kleinen Innenhof die Infostelle des Nationalparks aufnehmen. Der neue Anbau weist moderne und funktionale Dusch- und Toilettenmöglichkeiten (auch behindertengerechte) auf, die vom in der Nähe geplanten Nationalparkcamp, aber auch von Wanderern, über den Innenhof separat von außen zugänglich sind. Das Haus – für alle möglichen Veranstaltungen weiter nutzbar – erhielt auch eine moderne Elektroheizung. Aber nur das Abschließen eines Auftrages sei, so Kretz, wie so oft zu kurz gesprungen. Wie bei einer Pralinenschachtel komme es nicht nur auf die schöne Verpackung sondern auch auf den Inhalt an. Die Kardinalaufgabe sei es, unter besonderer Berücksichtigung des demographischen Wandels die Gemeinschaft zu erhalten und zu fördern und nach außen zu transportieren, dass es sich lohnt hier zu leben. Daran müssten alle mitwirken, die Gemeinde schaffe das trotz aller Anstrengung im Ehrenamt alleine nicht.

Die Umsetzung des Projekts sei eine Kraftanstrengung wie bei einem „Parforceritt“ gewesen, bemerkte der Beauftragte der Verbandsgemeinde, Hartmut Heck, lakonisch. Denn die Zusage der Fördermittel im März dieses Jahres sei an die Fertigstellung bis Oktober gebunden gewesen.

Der Nationalpark hat eine weitere wichtige Anlaufstation hinzugewonnen, so Staatssekretär Thomas Griese. Insgesamt 345.827 Euro hat der Umbau des Bürgerhauses gekostet. Die Fördermittel stammen zu 75 Prozent aus dem europäischen Programm zur Entwicklung des ländlichen Raumes (LEADER) und zu 15 Prozent vom Umweltministerium. Die Ortsgemeinde Neuhütten trug ca. zehn Prozent der Kosten. Die Ertüchtigung des Bürgerhauses sei, so Griese, der erste von mehreren Schritten. Der zweite sei die Instandsetzung der Nationalparkkirche und deren Umbau für ihre vielen verschiedenen Zwecke. Auch diese Maßnahme wird zu 75 Prozent durch Mittel aus dem LEADER-Programm finanziert, die noch erforderlichen 25 Prozent werden von der Pfarrei St. Franziskus Hermeskeil übernommen. Dem folgten noch die Errichtung eines Nationalparkcamps und eine Erweiterung der Tourenangebote.

Unisono wurde das nimmermüde ehrenamtliche Engagement und der persönliche Einsatz des Ortsbürgermeisters und des Vorsitzenden des Fördervereins herausgestellt. Der „Außenposten“ des Kreises Trier-Saarburg, wie Landrat Schartz bemerkte, hätte seine Chance genutzt. Der rege Zuspruch bei den Angeboten hätte das jetzt schon bewiesen. Wichtig sei aber, die Angebote langfristig organisatorisch sicherzustellen. Auch wenn sich fast 90% der Erwachsenen im Ort im Förderverein engagierten, sei das auf Dauer allein im Ehrenamt nicht zu leisten.

Am Ende des kleinen offiziellen Teils erfolgte die Einsegnung der Räumlichkeiten durch Dechant Clemens Grünebach. Ihm schloss sich ein ökumenischer Wortgottesdienst in der Kapelle und ein gemeinsames Grillen von Wildspezialitäten an. (BäR)