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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 5/2021
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Der Winter hinterlässt Spuren auf dem Arbeitsmarkt

Arbeitslosigkeit in der Region steigt an - Langzeitarbeitslose, Ältere und Ausländer besonders betroffen

Das im Januar übliche Wintertief ist auch in diesem Jahr auf dem Arbeitsmarkt angekommen. Die Zahl der Arbeitslosen in der Region Trier ist gegenüber Dezember 2020 um 1.124 auf 12.592 Personen gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 9,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und von 15,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich seit Dezember um 0,4 Prozentpunkte und liegt im Bezirk der Arbeitsagentur Trier jetzt bei 4,3 Prozent. Im Vergleich mit Januar 2020 liegt die Quote um 0,6 Prozentpunkte höher.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar überrascht Heribert Wilhelmi, den Leiter der Agentur, nicht: „Zu Jahresbeginn wirken sich saisonale Faktoren stets stark auf den Arbeitsmarkt aus. Beispielsweise können Tätigkeiten im Freien bei winterlicher Witterung nicht ausgeführt werden, davon sind besonders Branchen wie das Baugewerbe betroffen“. Dass in diesem Jahr auch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie, insbesondere der neuerliche Lockdown, einen signifikanten Einfluss auf den Anstieg der Arbeitslosigkeit haben, sieht der Arbeitsmarktexperte jedoch nicht eindeutig belegt: „Zwar hat sich sowohl die Zahl der neu gemeldeten Arbeitslosen wie auch der Anteil derjenigen, die direkt aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos geworden sind, deutlich erhöht. Doch diese Erhöhung vollzieht sich auf niedrigerem Niveau als der Anstieg im Januar 2020 vor der Pandemie“, bilanziert Heribert Wilhelmi. „Auch lässt sich im Vorjahresvergleich keine strukturelle Veränderung bei den Branchen erkennen, aus denen die neuen Zugänge in Arbeitslosigkeit erfolgt sind“.

Die Statistik weist dazu aus, dass sich in diesem Januar 3.311 Menschen arbeitslos gemeldet haben, 904 mehr als im Dezember 2020. Im Vergleich dazu hatten sich im Januar 2020 3.907 Menschen neu arbeitslos melden müssen, 1.052 mehr als im Dezember 2019. Am stärksten betroffen waren seinerzeit Beschäftigte aus dem Gastgewerbe, 420 mussten sich arbeitslos melden. Im aktuellen Berichtsmonat liegt das Gastgewerbe mit 205 neuen Arbeitslosen auf Rang zwei der Branchen, aus denen die meisten Neuzugänge in Arbeitslosigkeit kommen. Die höchste Zahl an Arbeitslosen entlässt die Branche „Sonstige wirtschaftlicher Dienstleistungen“. Danach folgen, wie im Vorjahr, das Verarbeitenden Gewerbe, der Handel, die Bau- und Verkehrsbranche, allerdings je mit einer deutlich geringeren Anzahl an Menschen, die ihren Job verloren haben, als in 2020.

Situation in der Region

In der Region Trier waren im Januar 12.592 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 1.124 mehr als im Dezember und 1.654 mehr als im Januar des vergangenen Jahres. Die Arbeitslosenquote ist von 3,9 Prozent im Dezember auf 4,3 Prozent im Januar gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sie sich um 0,6 Prozentpunkte.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Zugänge als Abgänge weisen auf eine steigende Arbeitslosigkeit hin. 3.311 Menschen haben sich im Januar arbeitslos gemeldet, 2.189 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Folgen auch im Hochwald zu spüren

Im Zuständigkeitsbereich der Geschäftsstelle Hermeskeil ist die Arbeitslosigkeit von Dezember auf Januar um 36 auf 520 Personen gestiegen. Das waren 93 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 3,8%; vor einem Jahr belief sie sich auf 3,1%. Dabei meldeten sich 115 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 33 weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 77 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–27). Der Bestand an Arbeitsstellen ist hier im Januar um 15 Stellen auf 137 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 37 Arbeitsstellen weniger. Arbeitgeber meldeten im Januar 42 neue Arbeitsstellen, 19 mehr als vor einem Jahr.

Vergleich

Bezogen auf die Arbeitslosenquote steht der Bezirk Hermeskeil mit 3,8 % etwas besser da als der Gesamtbezirk, in dem die Quote um 0,5 Prozentpunkte höher liegt. Am günstigsten ist die Situation derzeit im Bereich der Geschäftsstelle Prüm, die mit 2,6 % im Januar die niedrigste Arbeitslosenquote ausweist. Die höchste Arbeitslosenquote weist die Geschäftsstelle Trier mit 5,4 % aus.