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Ausgabe 5/2021
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Landesregierung stärkt die Gedenkarbeit

Blick über den Friedhof der Gedenkstätte in Hinzert mit der auf Initiative des Beurener Pfarrers Fortuin im Jahr 1948 errichteten Kapelle von.

Ein Fenster in der Ende 2005 eröffneten Dokumentations- und Begegnungsstätte des SS Sonderlagers Hinzert, zeigt mit Hilfe eines auf das Glas aufgebrachten halbdurchsichtigen historischen Fotos einen Blick auf das ehemalige Lager.

Erweiterungsbau für die Gedenkstätte „SS-Sonderlager/KZ Hinzert“

Auf dem Gelände der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert wird ein Erweiterungsbau entstehen, der im kommenden Jahr fertiggestellt und eröffnet werden soll. Damit werden die vorhandenen Räumlichkeiten des Dokumentations- und Begegnungszentrums mit Seminarraum und Ausstellungsraum ergänzt. Die Planungen sind nun so weit fortgeschritten, dass in den nächsten Wochen die notwendigen Baumfällarbeiten begonnen werden. Baubeginn soll aller Voraussicht nach im Frühsommer sein.

Die Fertigstellung der Bauarbeiten und die Übergabe an die Landeszentrale für politische Bildung ist für Sommer 2022 geplant. Der geplante Erweiterungsbau sieht ein zweistöckiges Gebäude mit zwei Seminarräumen vor. Ausführender Architekt ist Prof. Wolfgang Lorch.

„In den letzten Jahren haben wir in der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert einen stetigen Anstieg von Besucherinnen und Besuchern und insbesondere auch von Gruppen zu verzeichnen. Der Erweiterungsbau wird daher benötigt, um der steigenden Nachfrage insbesondere von Gruppen und Schulklassen gerecht werden zu können. Wir begrüßen es sehr, dass die wichtige Arbeit der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert durch die Landesregierung weiter gestärkt und mit dem Erweiterungsbau auch für ein breiteres Publikum ermöglicht wird“, so Bernhard Kukatzki, Direktor der Landeszentrale für politische Bildung.

„Der heutige Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz, das wie kaum ein anderer Ort die Verbrechen des Nationalsozialismus symbolisiert. Dieser Tag dient der Erinnerung an Millionen Opfer, die systematisch vernichtet wurden. Er mahnt uns aber auch, dass das Gedenken und das Erinnern an die Verbrechen der NS-Zeit wachgehalten und aktiv betrieben werden muss. Daher ist es wichtig, dass wir gerade heute ein Zeichen setzen für eine starke Gedenkarbeit im Land“, erklärte der für die Gedenkstätten zuständige Minister Konrad Wolf am 27. Januar.

„Die Auseinandersetzung mit dem Ort und seiner Geschichte kann nicht durch authentische Spuren des Lagers unterstützt werden, da keine historischen Überreste mehr zu sehen sind. Daher wurde seinerzeit mit einem Architektenwettbewerb für das Dokumentationszentrum ein Entwurf gewählt, der die Ambivalenz zwischen der grauenvollen Geschichte und der heutigen Landschaftsidylle ausdrückt und somit ein wesentlicher Bestandteil der Gedenkstättenarbeit wird. Das eindrucksvolle Gebäude von Prof. Wolfgang Lorch hat zahllose Preise erhalten und ist sicherlich auch ein Grund für die hohe Besucherresonanz. Wir sind froh, dass Prof. Lorch sich bereit erklärt hat, den Erweiterungsbau zu entwerfen. Ich bin davon überzeugt, dass es erneut gelingt, mit der Architektur des Erweiterungsbaus ein Zeichen zu setzen“, sagte Bauministerin Doris Ahnen.

In Rheinland-Pfalz wird die Gedenkarbeit von der Landeszentrale für politische Bildung und den ihr zugehörigen Einrichtungen - dem NS-Dokumentationszentrum, der Gedenkstätte KZ Osthofen und der Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert – betrieben. Darüber hinaus fördert und unterstützt das Land die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaft der Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen zur NS-Zeit in Rheinland-Pfalz, in der Institutionen, Initiativen und Gruppen tätig sind, die Gedenkarbeit auf regionaler und lokaler Ebene betreiben.