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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 5/2026
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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In "Rund um Hermeskeil" geblättert

Vor 40 Jahren:

Unser damaliger Redakteur Heinz Jostock schrieb in der Ausgabe 05/1986 folgenden Meinungsartikel, der auch heute noch an Aktualität nichts verloren hat:

Gerichtliche Grundsatzentscheidung: Anzeigenblätter sind keine Zeitungen, sie genügen nicht den Ansprüchen fortlaufender Berichterstattung – Redaktioneller Teil ohne Eigenwert

Obwohl der Blätterwald auch auf dem Hochwald immer dichter wird, ist die Heimatzeitung „Rund um Hermeskeil“ nach wie vor das einzige Presseerzeugnis des Hochwaldes, das mit Fug und Recht die Bezeichnung „Zeitung“ für sich in Anspruch nehmen darf. Diese Auffassung wurde nun einmal mehr durch ein Grundsatzurteil des Oberlandesgerichts in Schleswig-Holstein ausdrücklich bestätigt. Nach Auffassung des Gerichts hat der redaktionelle Teil der Anzeigenblätter nur in einem recht „geringfügigen“ Maß meinungsbildenden Charakter, er diene in erster Linie dazu, die Leser zum Lesen der Anzeigen zu veranlassen. Aus diesem Grunde habe der durchweg dürftige redaktionelle Teil auch keinen Eigenwert, denn die Anzeigenblätter seien nicht daran interessiert, den Leser um der Information willen mit Meldungen, Nachrichten und meinungsbildenden Beiträgen zu versehen. Das Kriterium einer Zeitung sei aber gerade die tagebuchartige, fortlaufende Berichterstattung über alle Geschehnisse. Anzeigenblätter dagegen wollen nach Aussage des Oberlandesgerichts weniger zur Bildung der öffentlichen Meinung beitragen, sondern vertreten in allererster Linie das Interesse, um aus den Anzeigen Gewinne zu erzielen. Nach dieser eindeutigen rechtlichen und begrifflichen Klarstellung sollten einige der zur Zeit kursierenden Druckerzeugnisse nicht so vollmundig mit dem Begriff „Zeitung“ umgehen und nicht durch Etikettenschwindel Qualitätsmerkmale für sich in Anspruch nehmen, denen sie in keiner Weise genügen dürfen. Zu einer Zeitung gehört mehr als das Sammeln von Anzeigen und das Einstreuen weniger allgemeiner und unverbindlicher Texte. Zeitungsmacher wissen es: Zu einer Zeitung gehört die tägliche aufreibende Kleinarbeit, der Besuch von Gemeinderatssitzungen in allen Ortschaften der Verbandsgemeinde oft bis tief in die Nacht (einen Vertreter eines Anzeigenblattes haben wir dort noch nie angetroffen), ständige Präsenz vor Ort bei allem aktuellen Geschehen, Sichten, Auswählen, Redigieren, Schreiben, Kommentieren und vieles mehr.

Die Heimatzeitung Rund um Hermeskeil“ setzt den gerichtlich attestierten eigennützigen Interessen der Anzeigenblätter ihr in der Satzung des herausgebenden Vereins verankertes Prinzip der Gemeinnützigkeit entgegen. Die durch Anzeigen erzielten Einnahmen dienen einzig und allein der Deckung der Herstellungskosten unserer Heimatzeitung und damit dem Fortbestand des einzigen Presseerzeugnisses des Hochwaldes, das sich zu Recht als Zeitung

bezeichnen darf. Diesem gemeinsamen Ziel opfern die RuH-Feierabend- Redakteure* ihre Freizeit, manchmal auch ihre Nerven, damit sie der

Hochwaldbevölkerung auch weiterhin eine lückenlose und meinungsbildende

Berichterstattung bieten können, so wie es seit nunmehr 27 Jahren pünktlich

jeden Donnerstag durch die einzige Zeitung für den Hochwald, Ihre Heimatzeitung Rund um Hermeskeil“, geschieht.

Heinz Jostock

* Hinweis der RuH-Redaktion:

Die Redaktion besteht zurzeit nur noch aus 5 Personen, eine Frau und vier Männer. Lena Weber ist mit 34 Jahren die Jüngste, die Männer – Volker König, Reinhard Bäumler, Bernd Backes und Bernd Willems – sind alle über 70 Jahre alt. Die Redaktion sucht daher händeringend Nachwuchs, da ansonsten RuH in seiner jetzigen Form mit einem umfangreichen Redaktionsteil – Berichte über die Kommunalpolitik, das Vereinsleben, Heimatgeschichte, Vereinsnachrichten, Familiennachrichten, Erwachsenenbildung, Sport, Kirchliche Nachrichten, Parteien, Feuerwehren, Polizeibericht uvm – in einigen Jahren so nicht mehr erscheinen wird. Die Redaktion benötigt Frauen und Männer, die bereit sind, Zeitungsarbeit zu machen, damit ein umfangreicher Redaktionsteil gestaltet werden kann. Im schlimmsten Fall wird RuH dann ein Amtsblatt wie viele andere auch. Wer also Interesse hat, möge sich beim zuständigen Redakteur (s. Impressum) melden oder einfach eine E-Mail schreiben. Die Redaktion