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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 5/2026
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RuH am Spielfeldrand

Die Zweite des TTC Hermeskeil v.li. Dirk Neufing, Michael Nellinger, Fabian Laux sowie Uli Jansen

Das erfolgreiche Doppel des TTC Hermeskeil 2 Dirk Neufing (re) und Fabian Laux in der Begegnung gegen SG Butzweiler/Kordel 4

Diesmal kein Krimi, sondern eine klare Sache -

TTC Hermeskeil 2 zieht früh den Stecker und gewinnt souverän

Am vergangenen Freitag hat der TTC Hermeskeil 2 sein Rückrundenspiel an heimischer Platte gegen die SG Butzweiler/Kordel 4 deutlich mit 8:2 gewonnen. Vor der Partie belegten die Hermeskeiler noch den 5. Tabellenrang, die Gäste aus dem Raum Trier/Kordel Platz 8 – durch den Erfolg klettert die Zweite Mannschaft auf Tabellenplatz 3. Besonders bemerkenswert: In der Hinrunde hatte Hermeskeil auswärts in Butzweiler nur knapp mit 8:6 gewonnen.

Diesmal zeigte sich, dass ein Heimspiel nicht nur eine andere Adresse ist, sondern oft auch ein kleines Plus im Gefühl, im Rhythmus – und manchmal eben auch im Kopf.

Deutlich statt dramatisch – und ein fairer Abend mit Humor

Wer die Hinrunde noch im Hinterkopf hatte, wusste, dass die vierte Mannschaft von der SG Butzweiler/Kordel kein Gegner ist, der sich einfach so in Einzelteile zerlegen lässt. Auswärts in Butzweiler war es für den TTC Hermeskeil 2 ein zähes Stück Arbeit gewesen – am Ende reichte es zwar, aber eben nur hauchdünn mit 8:6. Solche Spiele haben ihre eigene Logik: Andere Halle, anderer Boden, anderes Licht, und vor allem dieses Gefühl, dass jeder Ballwechsel ein kleines Stück bergauf geht. Umso spannender war die Frage vor dem Rückspiel im Hochwald: Wird’s wieder so ein Krimi – oder nutzt Hermeskeil diesmal den Heimvorteil, um früher „den Deckel drauf“ zu machen?

Die Antwort dazu gab es recht früh, denn Hermeskeil wirkte von Beginn an griffig, präsent und irgendwie einen Tick entspannter in den Bewegungen. In den Doppeln wurde sofort klar, dass die Hausherren den Ton angeben wollten. Fabian Laux und Dirk Neufing spielten im ersten Doppel konsequent nach vorne und gewannen glatt 3:0 gegen die gegnerische Nr. 1 und Nr. 4. Im zweiten Doppel mussten Uli Jansen und Michael Nellinger zwar ein 1:3 gegen die gegnerische Nr. 2 und Nr. 3 hinnehmen, weil dort noch so überhaupt nichts funktionieren wollte – doch anders als in manchem knappen Auswärtsspiel war das kein Stimmungsdämpfer, sondern eher ein kurzes „Okay, Haken dran – weiter geht’s“.

Und dann kam genau die Phase, in der Heimspiele oft entschieden werden: die ersten Einzel, wenn man merkt, ob die eigene Mannschaft die Halle wirklich „im Griff“ hat. Uli Jansen ließ der gegnerischen Nr. 2 beim 3:0 kaum Luft, kurz darauf legte Michael Nellinger mit einem 3:1 gegen die gegnerische Nr. 1 nach. Als anschließend auch Fabian Laux seine Partie gegen die gegnerische Nr. 4 mit 3:0 nach Hause brachte, war spürbar: Heute wird’s für die Gäste schwer, die berühmte Auswärtsenergie zu finden. Den nächsten Nadelstich setzte Dirk Neufing, der gegen die gegnerische Nr. 3 ein intensives Spiel über die volle Distanz in fünf Sätzen gewann (3:2) – genau diese wichtigen Dinger, die in engen Begegnungen gerne mal kippen, gingen diesmal an Hermeskeil.

Spätestens da wurde der Unterschied zur Hinrunde sichtbar: Der TTC 2 blieb ruhig, wenn es eng wurde – und nutzte die eigenen Chancen ohne großes Zögern. Uli Jansen bestätigte das mit einem weiteren souveränen 3:0 gegen die gegnerische Nr. 1. Der einzige Moment, der dem Abend kurz eine andere Richtung hätte geben können, kam danach: Michael Nellinger erwischte im zweiten Einzel einen unglücklichen Augenblick und zerrte sich im zweiten Satz das Knie. Plötzlich war klar, dass es nur noch eingeschränkt ging – jeder Schritt wirkte vorsichtiger, jede Bewegung musste dosiert werden. Trotzdem spielte er die Partie zu Ende, holte dabei kurioserweise noch den dritten Satz, musste sich am Ende jedoch 1:3 der gegnerischen Nr. 2 geschlagen geben. Genau hier zeigte sich, wie wertvoll die vorher eingefahrene Führung war: Wenn ein Spieler nicht mehr frei agieren kann, kann so ein Spiel schnell wieder offen sein – vor allem, wenn später vielleicht noch ein weiterer Einsatz nötig geworden wäre. Doch der TTC 2 ließ gar nicht erst Zweifel aufkommen. Fabian Laux blieb auch in seinem zweiten Einzel voll auf Sendung und gewann 3:1 gegen die gegnerische Nr. 3. Dirk Neufing setzte anschließend mit einem 3:1 gegen die gegnerische Nr. 4 den Schlusspunkt zum 8:2-Endergebnis. Das Ergebnis liest sich deutlich – und genau das war der Unterschied zur Hinrunde: Während es in Butzweiler noch ein Spiel auf Messers Schneide war, zog Hermeskeil zuhause die Zügel früher an und hielt sie auch fest in der Hand.

Was ebenfalls hängen blieb: Es war ein sehr fairer, angenehmer Abend, mit einigen humorvollen Szenen und genau der richtigen Portion Lockerheit – ehrgeizig gespielt, aber ohne große Attitüde. Mit rund 10 Zuschauern und einer Spielzeit von knapp zweieinhalb Stunden passte auch der Rahmen. Und in der Tabelle hat das Ganze ohnehin Gewicht, denn die Mannschaft hat sich mit diesem Sieg von Rang 5 auf Rang 3 vorgeschoben und zeigt damit, dass der Hochwald in dieser Saison nicht nur eine schöne Aussicht bietet, sondern auch ziemlich stabile Punkte. (C. Nellinger/Kö)