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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 51/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Einfach nur gemeinsame Zeit verschenken

Die jährliche Frage nach dem idealen Weihnachtsgeschenk

Alljährlich quält Eltern die Frage nach dem perfekten Geschenk für die Kinder. Nicht das Finanzielle sollte im Vordergrund stehen, sondern mit dem Geschenk sollte man dem Kind die entsprechende Wertschätzung entgegenbringen. Sachgeschenke sind das eine, ein Geschenk, wo das gemeinsame Erlebnis der Familie im Vordergrund steht, die andere Option. Jedenfalls ist die Frage nach dem perfekten Geschenk nicht so einfach zu beantworten.

Gerade die Nachkriegsgeneration erinnert sich an die Kindheitserlebnisse kurz vor Weihnachten. Da durften die Kinder tagelang bestimmte Zimmer nicht betreten, weil der Vater eine Modelleisenbahn mit Märklin- oder Fleischmann Waggons auf einer Sperrholzplatte installiert hatte. An Heiligabend wurde dann nach dem Besuch der Christmette und dem Absingen der Weihnachtslieder vor dem Christbaum das Geheimnis gelüftet. Gefreut haben sich oft mehr die Erwachsenen, denn das Spielen mit der Eisenbahn war eigentlich oft gar nicht kindgerecht, weil beim unsachgemäßen Umgang mit dem Trafo die Lok aus den Gleisen geriet und gegen die Wand gefahren wurde. Die Puppenküche der Mädels war mit einem elektrischen Mini-Herd ausgestattet, der nicht selten für schmerzhafte Brandblasen gesorgt hat. Noch an Heiligabend waren Aufregungen und Konflikte häufig vorprogrammiert.

Natürlich gibt es auch heute noch Familien, wo an Heiligabend Weihnachtsgeschichten erzählt und Weihnachtslieder gesungen werden. Aber wird das nicht immer seltener? Oft steht der Konsum im Vordergrund, das Geschenk für die Kinder und Jugendlichen wird mit dem der Freunde verglichen. Man erwartet ein Geschenk, das gerade „up to date“, „geil“ oder „in“ ist. Diesem Anspruch wollen Eltern natürlich auch gerecht werden, schließlich ist man ja nicht von gestern. Aber was ist das perfekte Geschenk? Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. Sie ist auch abhängig von den finanziellen Möglichkeiten. Man stellt sich natürlich auch die Frage, was man mit dem Geschenk erreichen will. Soll es der Bildung dienen, vielleicht nur den „Just for fun“-Gedanken oder Statussymbole befriedigen? Natürlich gehört das Überreichen von Sachgeschenken zum Weihnachtsfest. Wenn man ein Kind mit einem Geschenk wirklich überraschen kann, ist dies schon von eminent großer Bedeutung. Aber das Geschenk muss auch dem Wunsch des Kindes Rechnung tragen, das Bewusstsein erwecken, dass der Schenkende sich über seine Bedürfnisse Gedanken gemacht hat. Das reine Geldgeschenk spricht nicht gerade für Kreativität und kann geradezu steril wirken.

Ein Erlebnis und Zeit verschenken

Aber wie wäre es eigentlich damit, dass man sich ein Erlebnisgeschenk macht? Zusammen etwas unternehmen, an einen Ort reisen, den man immer schon einmal kennenlernen wollte. Am Abend in der Jugendherberge oder im Hotel zusammen mit Geschwistern, Eltern und Großeltern Rommé spielen. Am Fußballkicker oder an der Tischtennisplatte ein Turnier bestreiten und am nächsten Tag ein Erlebnisschwimmbad besuchen. Einfach füreinander Zeit haben, sich Zeit für gemeinsame Unternehmungen schenken. Viele werden dem Vorwurf zustimmen, Weihnachten sei primär nur noch ein kommerziell geprägtes Fest. Es lohnt sich darüber nachzudenken dem entgegenzuwirken, indem man sich zum wichtigsten Fest der Christen gemeinsame Momente des Zusammenseins schenkt. (Kö)