Die Phalanx der Jugendgarde
Das Männerballett beim Hexentanz
Männerballett
Büttenredner
Tagesschau
Garden und Tanzmariechen
Ein tolles Programm rund um das diesjährige Motto „Willst du Hexe, Elf oder Magier sein, in Reinsfeld lädt der Zauber ein“ bot der Karnevalsverein Reinsfeld am vergangenen Samstagabend in der brechend vollen Kulturhalle. Mit vier Büttenreden, viel Musik und ausgezeichneten, teils akrobatischen Tanzdarbietungen hatten sich die Aktiven wieder mächtig ins Zeug gelegt, dem Publikum einen kurzweiligen Abend zu bieten. Das wiederum dankte den Akteuren mit begeistertem Mitmachen und frenetischem Applaus.
Auf ein volles Haus konnte Sitzungspräsident Andreas Weist bei seiner Begrüßungsrede zu Beginn der Sitzung schauen. Der Start eine Stunde früher als üblich hatte sich bewährt und so marschierten Elferrat, Garden und Prinzenpaare um 19.11 Uhr zu ihren angestammten Plätzen auf die Bühne. Dem Aufmarsch folgten dann die Reden des Kinderprinzenpaares Mila I. und Remo I. und des Prinzenpaares Patricia I. und Enrico I. Trotz einiger Ausfälle aus gesundheitlichen Gründen war die Bühne bei den Tanz- und Show-Darbietungen stets voll. Der KV Reinsfeld scheint hier keine Nachwuchssorgen zu haben. Aber nicht nur Quantität, sondern auch Qualität war angesagt. Über das Programm verteilt boten die einzelnen Garden (Bambini-, Kinder-, Jugend- und Prinzengarde) wie auch das Funkenmariechen Anna Hüther bei ihrem Showtanz ausgezeichnete Leistungen und Akrobatik, wie man sie bei Amateuren nicht vermutet hätte.
Allenfalls bei den Büttenrednern gibt es noch etwas Nachwuchssorgen. Deshalb eröffnete auch „Gastdozentin“ Lena Weber aus Hermeskeil den Reigen in der Bütt. Mit einer klassischen Rede in Reimform nahm sie sich die Parteienlandschaft und den Wahlkampf im Land vor. Das Publikum band sie wieder mit „Ergänzungsreimübungen“ ein. Während der vordere Teil des Saales die Vortragende als erste Rednerin fleißig unterstützte, musste Sitzungspräsident Weist den hinteren Teil des Saales leider bereits zu diesem frühen Zeitpunkt zu Ordnung und Aufmerksamkeit aufrufen. Den Abschluss des ersten Teils bildeten Astrid Weist und Nicole Bellert mit ihrer Premiere in der Bütt. Die beiden Ex-Prinzessinnen als Aschenputtel und Prinzessin verkleidet ließen in ihrem Vortrag in Reimform ihre Erlebnisse während ihrer Regentschaft noch einmal Revue passieren. Frei nach dem bekannten Märchen kehrte Aschenputtel das Negative und die Prinzessin das Positive nach vorne. Gesanglich gekonnt beschlossen sie die einzelnen Episoden mit einer dazu passenden Melodie.
Einen richtigen „Knaller“ landeten erneut Andrea und Jochen Hüther mit ihrer „Närrischen Tagesschau“. In einer Multimedia-Show mit Originalfotos und gekonnten Fotomontagen arbeiteten sie die aktuellen Themen der Zeit und das Dorfgeschehen ab. Dabei durfte natürlich die ewige „Rivalität zur Stadt Hermeskeil“ auch nicht fehlen. Frei nach dem Märchen Schneewittchen fragte der „König“ von Hermeskeil: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die schönste Gemeinde im Verbandsgemeindeland?“ Dass die Antwort diesen nicht zufriedenstellen konnte, war klar. Der Slogan „Reinsfeld das noch schönere Dorf“ zog sich wie ein roter Faden durch die Show. Donatusplatz, Schwimmbad, Kita-Standort und Kirche wurden da thematisiert. Andere Themen brachen sie dabei auf die jeweilige Situation im Ort herunter. Einrichtung eines Safariparks entlang der Hunsrückhöhenstraße gescheitert (Biber, Wolf und andere sind leider ausgewandert), die „Gelbe Gefahr“ (Entwarnung: die gelben Fußabdrücke stammen von den Minions), Christo-Verhüllungen auch am Hufring in Reinsfeld, Aktion gegen den Sticker-Wahnsinn auf Verkehrsschildern etc., Renaturierung des Sportplatzes gescheitert (Kompostwürmer sind wegen der schlechten Fußballergebnisse verendet) und Probebohrungen nach Erdöl gescheitert, wurden mit Wortwitz und exzellenter Bilddokumentation behandelt. Beim Thema Wahlen wurden sie dann sehr ernst. Bei all den Populisten und Demokratiegegnern, die zurzeit an der Macht sind bzw. dorthin wollen, riefen sie dazu auf das Wahlrecht im Sinne der Erhaltung der Demokratie auszuüben. Mit dem choreographisch unterstützten Aufruf zur guten Laune beschlossen sie eine beeindruckende und viel umjubelte Vorstellung.
Pastor Kai Georg Quirin schwadronierte mit seinen situationsbezogenen lockeren Sprüchen wie schon gewohnt von einem Thema zum anderen. Seine Figur betrachtete er als „transadipös“ und obwohl er sich wie ein Weihbischof im Ruhestand fühle, fehle ihm immer noch das vierfache Gehalt. Die Rede, die er eigentlich vorbereitet hatte wird dann doch nichts. Hatte auch er Probleme bis nach hinten durchzudringen verschaffte er sich „stimmgewaltig“ Gehör mit den abschließenden Gesangseinlagen, die letztendlich den ganzen Saal auf die Stühle und zum Mitsingen brachten.
Den Abschluss des Programms bildete traditionell das Männerballett „Six Pack“ mit einer furiosen und akrobatischen Tanzdarbietung als Hexen und Turner anno 1900. Das Finale mit allen Aktiven und dem Reinsfelder Lied beendete eine äußerst gelungene Veranstaltung. (BäR)