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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2018
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Gemeinderat beschließt geänderte Trassenführung

Unterirdische Hochspannungsleitung soll nördlich an Bescheid vorbei gehen

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Bescheid, über die wir teilweise bereits in der letzten RuH-Ausgabe berichtet haben, wurde die alternative Trassenführung für die von Westnetz geplante 110 Kilovolt-Stromleitung von Osburg nach Thalfang vorgestellt. Außerdem vergab der Rat mehrere Aufträge und beschloss eine Änderung der Friedhofssatzung.

Ursprünglich sah die Planung von Westnetz vor, die unterirdische Hochspannungsleitung, die dazu benötigt wird, um Strom aus regenerativen Energien (hier hauptsächlich Windstrom) vom Hunsrück in die Ballungszentren zu verteilen, etwa in gerader Linie südlich an Bescheid vorbei zu verlegen. Die Pläne waren im November des vergangenen Jahres in Bescheid vorgestellt worden. Gemeinderatsmitglieder hatten seinerzeit gleich eine alternative Lösung ins Gespräch gebracht, nämlich die Verlegung in einem Bogen nördlich der Gemeinde.

Diese Alternative stellten nun die Westnetzplaner Kirsch und Stegmann dem Gemeinderat vor und erklärten, der ursprüngliche Plan sei zwar technisch einfacher gewesen, aber die neue Variante sei auch machbar. Die Leitung soll durch Wirtschaftswege verlaufen; private Landparzellen sollen - außer einer kurzen Strecke unterhalb der Ortslage – nicht in Anspruch genommen werden. An vereinzelten Positionen sei es unumgänglich, vorhandenen Baumbestand abzuholzen. Ob die Wege noch alle dort verliefen, wo sie in der Karte eingezeichnet seien, müsse noch geklärt werden.

Nach kurzer Diskussion stimmte der Rat bei einer Neinstimme und einer Enthaltung der neuen Trassenführung mehrheitlich zu.

Friedhofssatzung

Zur Beratung und Beschlussfassung lag dem Rat die Frage vor, ob auf dem Bescheider Friedhof eine vorzeitige Auflösung und Einebnung von Gräbern, d.h. vor Ablauf der Liegezeit laut Friedhofssatzung, gestattet werden sollte. Mit dem Erwerb einer Grabstelle verpflichten sich die Angehörigen auch, diese für die Dauer der Liegezeit zu pflegen. Wird ein Grab vorzeitig aufgehoben und beseitigt, fällt der weitere Pflegeaufwand, hauptsächlich das Mähen der freigewordenen Fläche der Gemeinde zur Last. Nun ging es um die Frage, ob – wie es in anderen Gemeinden bereits üblich ist – für die "Entpflichtung von der Grabpflege", wie Ortsbürgermeisterin Nastja Raabe sagte, ein Entgelt in die Friedhofssatzung aufgenommen werden solle. Man war sich im Rat weitgehend einig, dass es – auch aus ethischen Gründen – eine Mindestliegezeit geben müsse. So beschloss man eine solche von 15 Jahren und eine einmalige Zahlung von 50 Euro bei vorzeitiger Auflösung des Grabs. Darüber hinaus werden für jedes Jahr der Restliegezeit weitere 40 Euro erhoben.

Für die Wasserzuführung zum Dorfbrunnen müssen noch 155 Meter Leitung verlegt werden. Der Rat vergab den Auftrag für das Ausheben und das Wiederverfüllen des hierfür erforderlichen Grabens zum Angebotspreis von rund 2900 Euro an das niedrigstbietende Unternehmen. Die Leitung will die Gemeinde selbst verlegen. Ebenso wurde der Einbau einer Schalldämmung in Form einer Akustikdecke und Wandplatten im Mehrgenerationenhaus beschlossen, was rund 5600 Euro kosten wird. Der Raum sei halt als Ladenlokal und nicht als Versammlungsraum konzipiert worden, so die Ortsbürgermeisterin.

Biotüte

Das Ansinnen des Zweckverbands A.R.T., die Gemeinde möge einen Standort vorschlagen, an dem ein Container für die neu eingeführte Biotüte aufgestellt werden könne, kommentierte Nastja Raabe mit den Worten: "O Wunder, o Wunder, der A.R.T. hat gemerkt, dass wir nicht mit der Biotüte nach Rascheid fahren wollen." Zunächst solle ein normaler Müllcontainer platziert werden. Langfristig sei aber ein Spezialcontainer vorgesehen, der für die Biotüten konzipiert sei. Im Rat und aus den Reihen der Zuhörer gab es hier Pro und Kontra, bis die Ortsbürgermeisterin meinte: "Wir müssen das nicht machen." Die Frage, ob man einen Standort vorschlagen solle, beantwortete der Gemeinderat am Ende bei 4 Ja- und 5 Gegenstimmen mit "Nein"... (WIL-)

Randbemerkung

Leicht verwirrt

Erst schien sich die Ortsbürgermeisterin darüber zu freuen, dass die Bescheider ihre Biotüte "nicht nach Rascheid bringen" müssen. Verständlich, denn das wäre sicher keine gute Idee. Also will der A.R.T. den Bescheidern entgegenkommen und sucht einen Standort für einen Container in ihrem Dorf. Aber nachdem die Situation in der Gemeinderatssitzung nach einigem Hin und Her kaum noch überschaubar und der neutrale Beobachter von der Presse leicht verwirrt ist, meint Frau Raabe plötzlich, man müsse das ja nicht machen. Und dann entscheidet sich der Rat – o Wunder – mehrheitlich gegen einen Standort für den Container. Also will man jetzt doch nach Rascheid fahren? (WIL-)