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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2018
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Ein Jahr mit vielen Herausforderungen

RuH - Die beförderten Mitglieder der Feuerwehr Hermeskeil mit der Wehrführung sowie dem aus dem Amt scheidenden VG-Bürgermeister Michael Hülpes und Wehrleiter Bredel.

Letzte Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hermeskeil mit Verbandsbürgermeister Hülpes

165 Einsätze, über 1.000 Übungsstunden und die Ausbildung der Maschinisten an der neuen Drehleiter. Die Freiwillige Feuerwehr Hermeskeil blickt auf ein Jahr mit vielen Herausforderungen zurück.

Immer wieder berichten die Medien über Gewalt gegen Einsatzkräfte und auch die Mitglieder der Feuerwehr Hermeskeil kennen Respektlosigkeit bei Einsätzen. „Umso mehr freuen wir uns über die Bürgerinnen und Bürger, die uns nach einem Einsatz Dankeschön sagen“, lenkt Wehrführer Florian Kann den Blick auf die positiven Erlebnisse nach Einsätzen und begrüßt die Bürgermeister Hülpes und Queck sowie die Mitglieder „seiner“ Feuerwehr.

Der „Chef“ aller Feuerwehren der Verbandsgemeinde, Michael Hülpes, bedankte sich herzlich bei den Mitgliedern der Stützpunktwehr für die große Einsatzbereitschaft während seiner gesamten Amtszeit. Es sei ihm immer wichtig gewesen, dass den ehrenamtlichen Kräften moderne Fahrzeuge und gutes Material zur Verfügung stünden.

Stadtbürgermeister Dr. Mathias Queck betonte die Wichtigkeit der Stützpunktwehr für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger seiner Stadt. Er bedankte sich für das Engagement der Wehr über ihre eigentlichen Aufgaben hinaus für Hermeskeil. Sei es der Adventskranz in der Fußgängerzone, die Böllerschüsse bei der Einweihung der neuen Kirchenglocken oder wie zu Beginn des Jahres beim gemeinsamen Stadtempfang. Mit der Präsentation der Ausrüstung habe man eindrucksvoll gezeigt, wie vielen unterschiedlichen Gefahren die Feuerwehr im Einsatz begegnen müsse. Wehrleiter Daniel Bredel schloss sich dem Dank und dem Lob der beiden Bürgermeister an.

Neben den zahlreichen Einsätzen investierten die Wehrleute viel Zeit in ihre Ausbildung, in die Wartung und Pflege der Fahrzeuge und Geräte sowie in Übungen. Alleine die Ausbildung der Maschinisten mit der neuen Drehleiter schlug 2017 mit über 500 Übungsstunden zu Buche. Vier Mitglieder der Wehr absolvierten erfolgreich ein- oder zweiwöchige Lehrgänge an der Landesfeuerwehrschule in Koblenz und 13 Feuerwehrleute bestanden einen der Grundlehrgänge. „Die Grundlehrgänge zum Feuerwehrmann, Atemschutzgeräteträger oder Maschinisten umfassen zwischen 40 bis 80 Stunden und finden ausschließlich in der Freizeit statt“, erläutert der stellvertretende Wehrführer Molitor.

Zahlen, Daten und Fakten zu den 165 Einsätzen hatte der stellvertretende Wehrführer Großmann in einer eindrucksvollen Statistik zusammengefasst. Die Zahl der Alarmierungen durch automatische Brandmeldeanlagen (BMA) blieb mit 31 Einsätzen auf hohem Niveau. 11 Mal mussten die Wehrleute zu Verkehrsunfällen ausrücken, um Menschen aus ihren Fahrzeugen zu befreien. Solche Einsätze stellen, so Wehrführer Kann, enorme Anforderungen an Mensch und Material. „Insbesondere der Umgang mit schwer Verletzten belastet uns immer wieder. Dieser Belastung begegnen wir als Team, das mit viel Fachwissen und speziellem technischen Gerät versucht, die Situation für die betroffenen schnellstmöglich zu verbessern.“

Ihre Schlagkraft stellte die Mannschaft der Hermeskeiler Feuerwehr beim Brand in einem Mehrfamilienhaus in Hermeskeil eindrucksvoll unter Beweis. Innerhalb von fünf Minuten gelang es den Feuerwehrleuten gemeinsam mit der Polizei und dem Rettungsdienst, 12 Personen aus drei verschiedenen Wohnungen in dem völlig verrauchten Gebäude zu retten.

Um auf die unterschiedlichen Einsätze vorbereitet zu sein, investieren die Hermeskeiler Wehrleute über 1.000 Stunden ihrer Freizeit und üben mindestens zweimal im Monat. Um auch in Zukunft schlagkräftig zu sein, engagieren sich Sabine Bredel als Leiterin der Bambini-Feuerwehr und Jugendwart Thomas Barnickel mit ihren Teams in der Jugendarbeit der Feuerwehr Hermeskeil. Sie begeistern Kinder und Jugendliche ab sechs bzw. zehn Jahren für das brandheiße Hobby Feuerwehr. In beiden Gruppen treffen sich derzeit fast 20 Mädchen und Jungen zu Spiel, Sport und Spaß. Auch hier ist die Liste der „Ausbildungsthemen“ lang: Brandschutzerziehung und Feuerwehr-Technik, Spieleabend und Pizzaessen, Besuch der Senioren im Altenheim und Zeltlager. „Ohne unsere Bambini- und Jugendfeuerwehr wären die meisten Spinde in der Umkleide leer. In den vergangenen Jahren haben wir nur vier Einsatzkräfte übernommen, die vorher gar keine Berührungspunkte mit der Feuerwehr hatten. Alle anderen Mitglieder kommen aus unserer eigenen Jugendabteilung“, unterstreicht Kann, der hauptberuflich für die saarländische Jugendfeuerwehr arbeitet, die Bedeutung der Jugendarbeit für die Zukunft seiner Feuerwehr. Um die Jugendarbeit weiter zu stärken, wurden Sylvana Lochner zur stellvertretenden Leiterin und Johanna Klemens zur Betreuerin der Bambini Feuerwehr ernannt.

Als Thomas Klee in die Feuerwehr Hermeskeil eintrat, gab es die Jugendfeuerwehr noch nicht. In seiner Laudatio erinnerte Arnold Eiden an die besonderen Verdienste Klees um die Hermeskeiler Wehr: „Seit 1988 gehörte Thomas zum Führungsteam, verantwortete die Pressearbeit der Wehr und brachte sein Fachwissen bei der Beschaffung neuer Fahrzeuge mit viel Herzblut ein. Als Vorstandsmitglied des Fördervereins arbeitete er lange Jahre an der Planung und Umsetzung des Feuerwehrerlebnismuseums mit.“ Zum Ende seiner Dienstzeit in der aktiven Wehr zeichnete der Landesfeuerwehrverband Rheinland-Pfalz Brandmeister Klee mit der silbernen Ehrennadel für besondere Verdienste aus.

Bereits im Sommer letzten Jahres war dem stellvertretenden Wehrführer a.D. Moser für 35 Jahre aktiven Dienst in der Feuerwehr das goldene Ehrenzeichen des Landes verliehen worden. Klee und Moser seien Vorbilder für alle Kameraden, bedankt sich Wehrführer Kann bei beiden.