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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2020
Aus dem Gerichtssaal
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Alles Leugnen half nichts

Vor zwei Wochen saßen die Drei schon einmal auf der Anklagebank und wie damals ist auch diesmal eine Schulklasse im Zuhörerraum. Der Vorwurf - wir erinnern uns - lautet auf Sachbeschädigung. Angeblich haben die Angeklagten am Weiher eines Angelvereins am Ende einer ausufernden Grillparty Tische, Bänke, eine Tür und sogar Gartenstühle aus Plastik demoliert und verbrannt und nach den Angaben des Vereins einen Schaden von 1900 € angerichtet. Einer der Angeklagten, der bei der Polizei die Tat gestanden hatte, verweigerte vor Gericht die Aussage. Ein anderer hatte beim letzten Mal zwar nicht geschwiegen, aber Geschichten erzählt, die so gar nicht ins Bild passen wollten. Der dritte im Bunde war als „Wortführer“ aufgetreten und hatte die Vorwürfe der Anklage voller Entrüstung zurückgewiesen (RuH Nr. 5/2020).

Diesmal schweigen alle außer dem „Wortführer“, der bei seiner Aussage bleibt, sich aber in Widersprüche verwickelt. Da die Aussagen der drei als Zeugen geladenen Polizeibeamten sowie eines weiteren Zeuge jedoch die Ermittlungsergebnisse bestätigen, sind Staatsanwaltschaft und Richter Heinrichs von der Schuld aller drei Angeklagten überzeugt und das Gericht verurteilt sie. Einer, der zur Tatzeit noch Heranwachsender war, muss ein pädagogisches Wochenende ableisten; Kosten werden ihm nicht auferlegt. Die anderen beiden werden zu einer Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 14 € - das entspricht dem Sozialhilfesatz - und zur Tragung der Kosten verurteilt. Von Einsicht oder Geständnis aber keine Spur: Alle drei legen unmittelbar nach der Verhandlung bei der Geschäftsstelle des Amtsgerichts Berufung gegen das Urteil ein. So gilt auch diesmal: Fortsetzung folgt, dann aber in Trier beim Landgericht. (WIL-)