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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2020
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Fastnacht wie im Disneyland

Das Prinzenpaar bei der Gesangseinlage, choreografisch begleitet von der Jugendgarde

Die zackige Prinzengarde

Das Männerballett

Christian Birringer als Urlauber

Herminchen (rechts) mit Schwester Annabel

Showtanz Jugendgarde

Große Kappensitzung in der Reinsfelder Kulturhalle

Ein kunterbuntes Programm rund um das diesjährige Motto „Reinsfeld feiert Hand in Hand Fastnacht wie im Disneyland“ bot der Karnevalsverein Reinsfeld am vergangenen Samstagabend in der brechend vollen Kulturhalle. Mit vier Büttenreden und viel Musik und Tanz hatten sich die Aktiven wieder mächtig ins Zeug gelegt, dem Publikum einen kurzweiligen Abend zu bieten. Der Chorschatten war Überraschungsgast zu Ehren des Prinzenpaares.

Nicht ganz pünktlich um 20.11 Uhr begrüßte Sitzungspräsidentin Carina Weber die bunte Narrenschar, die sich in der themengerecht dekorierten Halle versammelt hatte. Der Wechsel im Vorsitz war nötig geworden, da sich der eigentliche Amtsinhaber Andreas Weist im „Prinzenstatus“ befand. Ob dieser nach Ankunft auf der „Topposition in der karnevalistischen Karriereleiter“ in der kommenden Session wieder auf seinen Platz zurückkehrt oder Ade sagt, ließen beide offen. Zur Melodie „hakuna matata“ (es gibt keine Probleme) aus dem Musical „Der König der Löwen“ eröffnete nun schon zum dritten Mal die „Bambinigarde“ den Reigen der Tanzdarbietungen. Beim Einzug der Regenten herrschte schon alleine mit Hofstaat und Gardemädchen drangvolle Enge auf der Bühne. Nach Verkündigung der Regeln für die närrischen Tage durch die beiden amtierenden Prinzenpaare legten die dreizehn Damen der Prinzengarde unter den gestrengen Augen der Trainerinnen einen tollen und sehenswerten Tanz aufs Parkett.

Den Anfang bei den Büttenreden macht diesmal Gastredner Torsten Resch als „Herminchen“. Er/sie hatte noch leichtes Spiel. Traf sie doch mit dem Outfit, den teils frivolen Sprüchen und dem herauspicken und einbeziehen von Personen aus Elferrat und Publikum augenscheinlich ins Schwarze. Die anwesende Stadtbürgermeisterin von Hermeskeil fragte sie: „wer hat dich denn in das Kleid geschossen“, der Jugend warf sie vor mit fünf Geräuschen auszukommen, obwohl der Duden 5.000 Wörter aufzuweisen hat und auf die Frage der Werber an der Haustür, ob sie Zeugin Jehovas werden will, antwortete sie, sie hätte den Unfall nicht gesehen. Bei der Rede von Christian Birringer, der nach dem Gardetanz der Kindergarde als Urlauber in die Bütt stieg und seine Erlebnisse bei der Vorbereitung und Durchführung seiner Urlaubsreise mit Ehefrau schilderte, musste die Sitzungspräsidentin leider schon die erste Ermahnung an den hinteren Teil des Saales richten. Der Gardetanz der Jugendgarde beendete den ersten Teil des Programms.

Der zweite Teil begann mit einer faustdicken Überraschung für das Prinzenpaar. Bis zur letzten Minute war der im Vorfeld mit dem KV abgesprochene Auftritt des Chorschattens, dessen aktive Sänger die beiden sind, geheim gehalten worden. Der Schlagzeuger der Hausband „Leitsgeheier“, die im übrigen mit ihrer Stimmungsmusik immer wieder den Saal in Schwung brachte begann schon mal mit dem Einheizrhythmus des Openers „Rock mi“ von der Formation voXXclub bis die Formation auf der Bühne war und weitermachte. Der Text des Songs war auf das Paar hin umgeschrieben worden. Natürlich wurden die beiden auch noch als Solisten gefordert. Mitsänger Dietmar Igel schilderte dazu seine durchaus bewusst verqueren Gedanken über den Weg der beiden zum Prinzenpaar. Für sie waren die Klassiker „kleines Edelweiß“ und „Wild Thing“ ausgesucht worden. Mit „Auf Wiedersehn in Garmisch-Partenkirchen“ verabschiedete sich die Truppe und entließ die Hoheiten wieder auf ihre angestammten Plätze. Pastor Kai Georg Quirin schoss danach mit seinem Vortrag wieder eine Rakete ab. „Stimmgewaltig“ verschaffte er sich schnell Gehör und zog mit seinen situationsbezogenen lockeren Sprüchen die Zuhörer schnell auf seine Seite. So stellte er mit Bedauern fest, dass die Abschaffung des Zölibats dreißig Kilo zu spät kommt. Den im Saal anwesenden Organisten erinnerte er daran, dass sie beide am nächsten Tag gemeinsam „Frühschicht“ hätten und er schon mal anfangen solle, wenn er noch nicht da sei. Mit seinen Gesangseinlagen riss er schließlich den ganzen Saal von den Stühlen.

Der Showtanz der Jugendgarde begleitete choreografisch die Gesangseinlagen des Prinzenpaares. „Probier´s mal mit Gemütlichkeit“ aus dem Dschungelbuch und ein Duett aus dem Musical „Aladin“ hatten die beiden extra einstudiert. Leider ging danach die Büttenrede von „Klein Karlchen“ und „Ilsebillse“ (Gitta Fries-Dietz und Tochter Michelle Dietz-Lichter), die gut kostümiert versuchten, die Verhaltensweisen der Erwachsenen zu erklären, im Lärmpegel völlig unter. Keine Kappensitzung ohne Männerballett natürlich traditionell als letzter Programmpunkt. Die Herren marschierten als „Sixpack“ in der Verkleidung als Schneewittchen mit jeder Menge Zwergen ein und verwandelten sich für den zweiten Teil der Show in Windeseile zu „Sexpacks“ mit einer lasziven Tanzdarbietung aus dem Rotlichtmilieu. Die Teilnehmer in der ausverkauften Kulturhalle konnten sich wieder einmal an einem hochklassigen Programm erfreuen, das trotz Pause erfreulich kurz und straff, ohne „langatmige Wiederholungszugaben“ gefasst war. So war es gerade mal 00.30 Uhr morgens als sich alle Aktiven zum großen Finale noch einmal auf der Bühne zum „Reinsfelder Lied“ versammelten. (BäR)