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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2020
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Winterarbeitslosigkeit trifft die Region

Arbeitslosenquote steigt auf 3,7 Prozent

Die Arbeitslosigkeit in der Region Trier ist in den letzten vier Wochen deutlich angestiegen. 10.938 Menschen befanden sich im Januar auf Jobsuche, 1.519 mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote ist um 0,5 Prozentpunkte auf 3,7 Prozent nach oben geklettert. Dennoch spricht die Agentur für Arbeit Trier, von einer üblichen Entwicklung.

Die aktuelle Lage am Arbeitsmarkt sei ein wiederkehrendes Phänomen. Der Arbeitsmarkt reagiere nicht nur auf konjunkturelle, sondern auch auf saisonale Einflüsse, so der Leiter der Agentur für Arbeit Trier Heribert Wilhelmi. Mit solchen Einflüssen habe man es derzeit zu tun. Das Weihnachts- und Silvestergeschäft im Einzelhandel und der Gastronomie sei vorüber und in Außenberufen könne bei schlechtem Wetter nur eingeschränkt gearbeitet werden. Außerdem würden zahlreiche befristete Arbeitsverträge klassischer Weise zum Jahresende auslaufen. Alles Gründe dafür, dass Beschäftigte über Winter ihren Job verlieren.

Diese Art von „Durchgangsarbeitslosigkeit“ sei aber häufig nur von kurzer Dauer und werde im Frühjahr wieder abgebaut. Erst im Frühling wird sich zeigen, ob neben saisonalen Effekten auch konjunkturelle Einflüsse auf den Arbeitsmarkt einwirken. Wenn die Winterarbeitslosigkeit komplett kompensiert werden kann, war sie ein üblicher Saisoneffekt. Kann diese jedoch nicht wieder im gleichen Maße wie in den Vorjahren abgebaut werden, könnten dies die ersten Anzeichen einer konjunkturellen Eintrübung sein.

Derzeit sprechen die Zahlen jedoch eindeutig für ein wiederkehrendes saisonales Phänomen. So verwundert es nicht, dass sich im vergangenen Monat überwiegend Menschen aus dem Baugewerbe (240 neue Arbeitslosmeldungen) und aus der Gastronomie (420 neue Arbeitslosmeldungen) arbeitslos gemeldet haben. Allen Menschen, die vorübergehend arbeitslos werden, aber auch Unternehmen, in denen es Phasen leerer Auftragsbücher gibt, wird empfohlen, die Jobpausen oder Flauten gezielt für die berufliche Weiterbildung zu nutzen. Eine gute Ausbildung sei der sicherste Schutz vor Arbeitslosigkeit und das Thema des lebenslangen Lernens wird in unserer Gesellschaft im Zuge der Digitalisierung noch stärker an Bedeutung gewinnen. Betriebe, Beschäftigte und Arbeitsuchende sollten sich deshalb bei der Agentur für Arbeit über Weiterbildungsmöglichkeiten beraten lassen.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

In der Region Trier zählte die Agentur für Arbeit Trier im Januar 10.938 Arbeitslose. Somit waren 1.519 Menschen mehr arbeitslos als noch im Dezember und 392 mehr als im Januar 2019. Die Arbeitslosenquote ist merklich von 3,2 auf 3,7 Prozent angestiegen.

Die Bewegungsdaten, die die Zugänge in Arbeitslosigkeit und die Abgänge aus Arbeitslosigkeit bewerten, geben wichtige Hinweise zur Dynamik am Arbeitsmarkt. Mehr Zugänge als Abgänge weisen auf eine steigende Arbeitslosigkeit hin. 3.907 Menschen haben sich im Januar arbeitslos gemeldet, 2.378 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden.

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit ist unter allen Personengruppen – egal ob Männer oder Frauen, Jüngere oder Ältere, Deutsche oder Ausländer – zu verzeichnen. 6.158 der Arbeitslosen sind Männer, 4.780 Frauen. Unter den insgesamt 10.938 Arbeitslosen befinden sich 1.263 Jüngere unter 25 Jahren, 2.604 Ältere ab 55 Jahren sowie 2.701 Ausländer, 684 Menschen mit Behinderung und 2.253 Langzeitarbeitslose.

Auch der Stellenmarkt macht eine kleine Winterpause. Im Januar wurden dem Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit 834 neue Jobs gemeldet. Das sind 56 Neuausschreibungen weniger als im Dezember. Allen Jobsuchenden in der Region Trier stehen aktuell 4.621 freie Stellen zur Verfügung. Die meisten freien Stellen gibt es in der Zeitarbeit mit 959 Ausschreibungen, gefolgt vom verarbeitenden Gewerbe mit 737 Angeboten und dem Handel mit 590 Jobofferten.

Wer an einer Qualifizierung teilnimmt oder erkrankt ist, wird während dieser Zeit laut Gesetz nicht als Arbeitsloser gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die sogenannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zusätzlich zu den Arbeitslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Laut aktueller Datenbasis lag im Januar die Unterbeschäftigung im Bezirk der Agentur für Arbeit Trier bei 14.183 Personen. Die Unterbeschäftigungsquote ist um 0,4 Prozentpunkte auf 4,8 Prozent gestiegen.

Geschäftsstellenbezirk Hermeskeil Januar 2020

Die Arbeitslosigkeit ist von Dezember auf Januar um 39 auf 427 Personen gestiegen. Das waren 3 Arbeitslose mehr als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Januar 3,1%; sie war damit genau so hoch wie im Vorjahresmonat. Dabei meldeten sich 148 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 11 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 104 Personen ihre Arbeitslosigkeit (–6). Der Bestand an Arbeitsstellen ist im Januar um 16 Stellen auf 174 gesunken; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 32 Arbeitsstellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Januar 23 neue Arbeitsstellen, 3 weniger als vor einem Jahr. (BäR)