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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2020
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Was macht eigentlich das „Projekt Klostergarten?“

Informationen über den aktuellen Sachstand zu der möglichen Errichtung eines Senioren-Wohnparks im Garten des Klösterchens hatte Stadtbürgermeisterin Lena Weber auf die Tagesordnung der letzten HFA-Sitzung gesetzt. Hierzu waren nicht nur eine stattliche Anzahl von interessierten Anwohnern aus dem Klosterbering als Zuhörer, sondern auch Dr. Christian Vogdt (Immobilienbetreuer des Franziskanerordens) und Rainer Koppers (Vertreter der Investorengruppe) gekommen.

Vogdt rekapitulierte im Hinblick darauf, dass im Ausschuss nach der Kommunalwahl im vorigen Jahr viele neue Gesichter sind, die Entstehung des Projekts. Er berichtete, man sei 2016 erstmals beim Stadtbürgermeister gewesen, um über das Franziskanerkloster zu sprechen, nachdem dessen Schließung im Raum gestanden habe. Seitens der Stadt sei damals der Wunsch nach einer zukunftsgerichteten Nutzung des Grundstücks geäußert worden, die das klösterliche Leben nicht behindere. Dabei sei ausdrücklich ein Altenheim genannt worden. Kurz danach sei man mit dem Investor zusammengekommen, habe Überlegungen zur Realisierung angestellt und Pläne erarbeitet. Nach mehreren Terminen und Vorstellungen unter anderem auch im Hermeskeiler Stadtrat seien dann noch erhebliche Änderungen vorgenommen und die Planung mehrmals überarbeitet worden. Die aktuelle Version einer dreistöckigen Wohnanlage mit 87 Einzelzimmern sehe einen Abstand von 12 Metern vom Kloster vor. Die Durchfahrt zum Kloster von der Klosterstraße aus solle durch eine Schranke abgesperrt werden, um Durchgangsverkehr am Kloster zu verhindern.

Die Frage des Ausschussmitglieds Bernd Mende (CDU), ob „die Initiative für dieses Projekt also von der Stadt ausgegangen“ sei, bejahte Vogdt ohne Zögern. Bei solchen Projekten sei immer der Bürgermeister einer Stadt erster Ansprechpartner, mit dem man klären wolle, was sich die Stadt wünsche und vorstelle. Man habe damals seitens der Stadt großes Potenzial gesehen und auch darauf verwiesen, dass der Weg zur Stadtmitte vom Klostergarten aus barrierefrei sei. Rainer Kopper ergänzte, dass insgesamt vier oder fünf Besprechungen mit allen Beteiligten stattgefunden hätten. Auch der Denkmalschutz sei vor Ort gewesen. Die aktuelle Planung entspreche nun den Vorgaben von Denkmalschutz und Landesbauordnung.

Stadtbürgermeisterin Weber bestätigte, dass der Wunsch der Stadt in den Akten belegt sei. Aus Protokollen ergebe sich, dass dieses Projekt „schon damals von der Stadt gewünscht“ gewesen sei. Der Stadtrat sei aber seinerzeit „nicht ins Benehmen genommen worden“. Wie sich im Fortgang gezeigt habe, sei das Projekt nun „emotional aufgeladen“.

Zu den Zimmern kommen noch allgemeine Räumlichkeiten wie Caféteria, Wäscherei, Therapieräume und Gemeinschaftsflächen, erklärte Koppers, dem der Unmut über den bisherigen Verlauf des Projekts anzumerken war. Bevor man weiter plane, wolle man jetzt erst einmal wissen, ob es überhaupt weiter gehen könne. Eigentlich sei man davon ausgegangen, dass der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan schon vor einem Jahr im Rat gefasst würde, was sich bekanntermaßen aber zerschlagen habe. Dem Einwand von Ausschussmitglied Bernd Kronenberger (CDU), er bezweifle, „dass sich die Herren damals über die Ausmaße im klaren waren“, und seiner Frage, ob man das denn so groß machen müsse, begegnete Dr. Vogt mit der Aussage, man habe sich bei der Planung „deutlich unterhalb der Möglichkeiten gehalten“. Das geplante Gebäude sei nicht so hoch wie die Klosterkirche.

Mitte Februar soll die Angelegenheit nochmals im Ältestenrat beraten werden. Die endgültige Entscheidung liegt dann beim Stadtrat. Zuletzt hatte der Förderverein des Klösterchens, dem auch etliche Anlieger aus dem Klosterbereich angehören, sich nach einer Mitgliederversammlung öffentlich gegen das Projekt ausgesprochen. (WIL-)