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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2020
3 - Aus den Hochwaldgemeinden
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Beuren hat noch viel vor

Vorentwurf des Dorferneuerungskonzepts vorgestellt

Da kommt was auf Beuren zu! Seit letztem Jahr ist der Ort als Schwerpunktgemeinde bei der Dorferneuerung anerkannt und in der abgeschlossenen Dorfmoderation wurden wichtige Punkte für das Dorferneuerungskonzept festgelegt. Hier haben sich viele Einwohner beteiligt, wie Julia Kaiser, die Stadtplanerin vom Büro stadtgespräch aus Kaiserslautern zufrieden feststellen konnte. Dass nicht alles wünschenswerte umsetzbar ist, machte sie auch deutlich, aber, acht Jahre lang wird Beuren bei Zuschüssen des Landes priorisiert. Auch an private Investoren richtet sich das Zuschussangebot. Was sie erwarten können wurde in einem Bürgergespräch diese Woche vermittelt.

Seit Ende 2018 wird in Beuren und Prosterath ermittelt, was der Bevölkerung in ihrem Ort erhaltens- und was wünschenswert ist. Das in einer Auftaktveranstaltung, vier Bürgerwerkstätten, eine davon mit Kindern und Jugendlichen und einer Abschlussveranstaltung vor einem Jahr. Dabei wurden über 70 Ideen und Maßnahmen gesammelt, die Julia Kaiser jetzt dem Gemeinderat und Bürgermeisterin Petra Adams-Philippi vorstellte.

Doch vor der Planung in die Zukunft kommt zunächst die Bestandsaufnahme der Gegenwart. Und die fällt laut Planerin Kaiser für den Ort durchaus positiv aus. Beuren liegt in einem Landkreis, dessen Bevölkerung entgegen dem Trend im ländlichen Raum wächst. Mit Reinsfeld im Verbund ist es Grundzentrum mit relativ guter Anbindung an das Mittelzentrum Hermeskeil und das Oberzentrum Trier. Der Bevölkerungsstand ist zwar schwankend, seit 2008 ist aber ein leichter Zugang zu verzeichnen, wohl auch dem Umstand zu verdanken, dass durch die Ausweisung von Bauflächen der Wohngebäudebestand in den letzten Jahren stetig gewachsen ist. Nicht zu vergessen die idyllische und landschaftlich reizvolle Lage der Gemeinde und last not least den relativ niedrigen Bodenrichtwerten.

Was aber ist der Bevölkerung wichtig für die Entwicklung ihres Ortes? Als wichtigster Punkt wurde der Erhalt der Gaststätte und die Sanierung von deren Räumlichkeiten genannt. Auch der zunehmende Leerstand von Wohnraum stört die Dorfbevölkerung´, hier soll ein Leerstandmanagement Abhilfe schaffen. Noch vor dem Erhalt der Versorgungsinfrastruktur, z. B. durch Unterstützung des Dorfladens, rangiert der Bau eines Radweges nach Hinzert.

Es folgen die Schaffung eines Dorfplatzes in Prosterath durch Umgestaltung des Ortsmittelpunktes und die Instandhaltung oder gar Neubau der Fischerhütte und Sanierung von deren Umfeld. Aber damit ist die Wunschliste noch lange nicht erschöpft. Die Verkehrs- und Parkplatzsituation am Kindergarten gehöre verbessert, an der Grundschule fehle ein Wendeplatz für Busse und die Wohnsituation für ältere Mitbewohner im Ort gehöre dringend verbessert, eventuell durch die Anstellung eine Dorf- bzw. Gemeindeschwester.

Das sind nicht alle Vorstellungen und Wünsche, doch mit diesen und dem Rest muss sich jetzt der Gemeinderat befassen. Doch bereits jetzt hatte die Planerin Fragen an die Gemeinde. Etwa, ob es eine Fläche im Ort für ein Seniorenwohnprojekt gibt. Ob die Gemeinde bereit ist, Gebäude zum Abriss zu erwerben um auf der frei werdenden Fläche Kommunikationsraum auszuweisen. Oder ob man gewillt ist, in Prosterath einen Dorfplatz einzurichten.

Wie aber geht es jetzt weiter? Bis Ende März soll der Gemeinderat sein Feedback zur vorliegenden Projektliste abgeben, die danach überarbeitet werden muss. Danach erfolgen die Fertigstellung der Liste und der abschließende Beschluss über das Dorferneuerungskonzept. Parallel dazu werden die privaten Vorhabenträger hinsichtlich ihrer potentiellen Fördermöglichkeiten beraten. (PaGe)