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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 7/2026
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„ Dschungelfieber in Hermeskeil“

Große Kappensitzung des KV Ruck Zuck in der Hochwaldhalle

Eine volle Halle, viele engagierte Akteure und ein begeisterungsfähiges, aufmerksames Publikum sind Voraussetzung für einen erlebnisreichen und gelungenen Abend im Karneval. All das war am Samstag, dem 07. Februar bei der Galasitzung des KV „Ruck Zuck“ Hermeskeil wie schon so oft gegeben. Die Zuhörer bekamen ein buntes Programm mit Büttenreden und viel Musik und Tanz. Neuer Träger des Ehrenordens ist der Lionsclub Hochwald-Hermeskeil.

„Im Dschungel sind die Narren los, wir feiern wild und grenzenlos“ ist das Motto der diesjährigen Session. Drangvolle Enge wie im Dschungel herrschte auch nach dem Einzug der Protagonisten auf der Bühne der Hochwaldhalle, die Arno Winter plus Team wieder mit einem fantastischen Bühnenbild ausgestattet hatte. Elferrat und Prinzenpaare umgab ein stattlicher Hofstaat von 56 Mädels aller Altersgruppen in blau-weiß. Vorsitzender Jörg Hartig begrüßte das närrische Publikum und viele „Dschungelbewohner“ im Saal. Es folgte im bunten Wechsel ein umfangreiches Programm, welches vom gut eingespielten Sitzungspräsidentenduo Erich und Lena Jacobi mit launischen Worten aber straff und ohne Pause durchgezogen wurde.

Die Gardetänze eröffnete schwungvoll die Bambinigarde, bevor das Kinderprinzenpaar Levi I. und Amila I. in Reimen und selbstbewusst sich selbst und ihr „Regierungsprogramm“ vorstellte. Danach wirbelte das „Nachwuchsfunkenmariechen“ Emilia Lehnen tänzerisch und akrobatisch auf hohem Niveau über die Bühne. Den Reigen der Büttenreden begann Obermessdienerin Lena Weber. Im Gegensatz zu Reinsfeld folgte das Publikum der Aufforderung des KV Vorsitzenden, bei den Büttenreden doch Ruhe zu bewahren und zuzuhören. So kam auch die klassische Rede in Reimform gut an. Dabei las sie den Politikern aller Parteien und den Kirchenvertretern auf allen Ebenen die Leviten. Das Publikum band sie wieder mit „Ergänzungsreimübungen“ ein und zwischendurch bemühte sie auch immer wieder „den da oben“ mit dem Refrain „fürchtet euch nicht“.

Eingebettet in die Gardetänze der Jugend- und Juniorengarde stiegen inzwischen zum 11. Mal die „Entsorgungsmanager“ (Dominic Winter und Björn Diemer) neuerdings unterstützt von zwei Praktikanten (Nils Winter und Alexander Weber) in die Bütt. Indem sie sich gegenseitig die Bälle zuwarfen, kauten sie die Probleme der Stadt durch und hatten für vieles einfache und „praktikable“ Lösungen. Die Geldsorgen des VG Bürgermeisters lösten sie in Form eines Ringtausches. Kita in die Jugendherberge, diese in die Kaserne und die Bewohner der AfA verteilt auf die Gemeinden der VG. Damit hätte Stefan Ding auch kein Problem mehr mit der Geldverteilung (ob da die AfA Sonderpauschale gemeint war?). Das Urgestein Siggi Haag erzählte von seinen Sorgen im Job als „Hausmeister“. Mit der Aufforderung „Aufstehen“ und „Hinsetzen“ (macht keinen Sinn, wollte nur sehen wie es ist, so viele Leute zu kommandieren) brachte er Bewegung in die vom Sitzen steifen Glieder. Den Wunsch des Stadtbürgermeisters, Hausmeister in der neuen Kita zu werden, lehnte er mit den Worten ab: „Der 1.FCK wird eher Deutscher Meister bevor ich da Hausmeister werden kann!“

Danach stellte sich das Prinzenpaar Manuel I. und Michelle I. dem närrischen Publikum vor. In Reimform berichteten sie über ihre „Reise durch den Dschungel der VG“ in den vergangenen Tagen, ihr Umfeld und ihr Leben. Traditionell übergaben dann die Stadtbürgermeister Christoph König und Verbandsbürgermeister Stefan Ding symbolisch die Schlüsselgewalt. Lakonische Bemerkung des Stadtbürgermeisters: „In den nächsten Tagen gibt es eine Stadtführung, die offen zugibt, dass sie Narren sind!“ Wie es sich für das stimmgewaltige Prinzenpaar gehört, beschlossen sie diese Aktion mit einem auf die Stadt um getexteten aktuellen Partysong.

Zwischen den rasanten Tanzdarbietungen der Prinzengarde und und des Tanzpaares Luana Weber und Celina Hüther stieg Lucas Borresch als 3. Redner – erstmals solo – als „Fasnachtsweihnachtmann“ in die Bütt. Er animierte das Publikum zum Weihnachtslieder singen und erklärte sie dann für verrückt, nahm sich Frauen, Männer und den Elferrat mit Lesungen aus seinem „Schwarzbuch“ vor und forderte schließlich von allen den Fasnachtseid. Nach einem musikalischen Zwischenspiel durch Erich Jacobi und Hansi Huwer mit dem Lied „die Affen rasen durch den Wald“ steuerte der Narrenzug langsam auf den Höhepunkt zu. Das Männerballett stellte tanzend die verschiedenen Insassen vergangener Dschungelcamps dar. Von Olivia Jones über Dolly Buster und Harald Glööckler waren viele „Stars“ der 3. und 4. Klasse vertreten. Auffällig neben der tollen Akrobatik war: Jeder hatte unter dem Namen der dargestellten Person auf dem Rücken die Durchwahlnummer zum Büro des Stadtbürgermeisters stehen. Im Anschluss betrat das „bischöfliche Warzenschwein“ (Pastor Christian Heinz) die Bühne. Als Bischof Pumba habe er die „Kirche der Gelassenheit“ mit dem Wahlspruch Hakuna Matata gegründet. Lamm Gottes war gestern, nun sei „Warzenschwein oder Hermeskeiler Gottes“ angesagt. Er wäre nun wegen des Erbeskopfes in der Nähe der selbst ernannte „höchste Priester“ und mit Hinweis auf seinen Bauchansatz der „Sorgenfresser“. Die in einer Litanei vorgetragenen Sorgen von Hermeskeil trank er jeweils mit einem Schluck Wein weg, bevor er mit Unterstützung des Erdmännchens Timon (Leonard Linn) bewies, dass er doch tanzen kann..

Nachdem die Gastvereine (Damflos, Gusenburg, Grimburg und Nonnweiler) durch das Prinzenpaar mit einem Song („Bella Prinzenpaar“) verabschiedet waren, bildeten die NO LIMIT (trainiert von Prinzessin Michelle) mit ihrem Showtanz Schluss- und Höhepunkt zugleich. Mit passender Musik, Geräuschkulisse und Outfit wirbelten 30 Akteure auf der Suche nach dem Schatz im Dschungel in teils atemberaubenden Tempo über die Bühne. Mit dem Finale gegen Mitternacht endete eine rundum gelungene Sitzung, die mit viel Szenenapplaus bedacht war. (BäR)