Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 8/2018
1 - Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

„Leuchtturmprojekt“ für den Hochwald?

RuH - Die alte Bahnstrecke von Hermeskeil in Richtung Simmern (hier parallel zum Ruwer-Hochwald-Radweg im Dörrenbachtal) wächst immer mehr zu. Teilweise sind die Geleise kaum noch zu erkennen.

Neue Bürgerinitiative fordert Erhalt der Bahnstrecke von Türkismühle bis Hermeskeil

Vor einigen Wochen gründete sich in St. Wendel die „Bürgerinitiative Bahn+Rad im Hochwald“. Als Sprecher-Team wurden Heike Kugler und Daniel Braun gewählt.

„Wir werden in den nächsten Wochen und Monaten dafür werben, dass die Bahnstrecke von Türkismühle über Sötern, Otzenhausen und Nonnweiler bis Hermeskeil erhalten bleibt,“ so Daniel Braun. „Die Bahntrasse sollte nicht durch einen Radweg überbaut werden.“ Im Landkreis St. Wendel werden aktuell Pläne vorangetrieben, die Bahnstrecke abzureißen.

„Wir setzen uns für ein echtes Leuchtturm-Projekt für das Saarland ein, nämlich einen Radweg neben der Bahntrasse. Platz ist genug da, die Strecke war eine Zeitlang zweigleisig ausgebaut, das übrig gebliebene Gleis wurde nicht in die Mitte verschwenkt,“ ergänzte Heike Kugler. Das Gleis müsse erhalten bleiben, um mittelfristig einen Museums- und Erlebnisbahn-Verkehr zu ermöglichen. „Für uns ist das keine Frage des Entweder-Oder, sondern des Mit- und Nebeneinander,“ so Kugler abschließend.

Die Bürgerinitiative kündigte an, in den nächsten Wochen in der Bevölkerung für ihr Vorhaben zu werben. Darüber hinaus werde die Initiative bei Politikern der Region vorstellig werden, um sie von dieser neuen Variante zu überzeugen.

Die IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald begrüßt in einer Pressemitteilung diese Aktivitäten im Saarland sehr und teilt mit, niemand wolle den vom Kreis St. Wendel und den Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler geforderten Radweg auf der Hochwaldbahn verhindern. Es sei aber wegen der ehemaligen Zweigleisigkeit nicht notwendig, hierfür die Bahntrasse zu opfern. Die BI: „Wir appellieren an die politisch Verantwortlichen, endlich diesen Glücksfall zu erkennen und die einmalige Chance zu nutzen!“

Wie die Gründung der Initiative zeige, interessierten sich viele Bürgerinnen und Bürger durchaus für eine Erhaltung der Hochwaldbahn zwischen Türkismühle und Hermeskeil. Die neue BI bündele nun die Kräfte und diene als gemeinsames Sprachrohr.

Der Verein „IG Nationalparkbahn Hunsrück-Hochwald e.V.“ mit Sitz in Morbach ist aus den Vereinen "Pro Hochwald- & Hunsrückbahn e.V." und "Historische Eisenbahn Hunsrück e.V." hervorgegangen und setzt sich seit längerer Zeit für den Erhalt der Bahnstrecke Türkismühle-Hermeskeil-Morbach-Büchenbeuren ein, auf der ein touristischer Verkehr „als weitere Attraktion zum Nationalpark“ eingerichtet werden soll.

Während echte Fortschritte dabei bisher allerdings nicht erzielt wurden, holt sich – wie auf unserem Bild zu sehen – zumindest im Hermeskeiler Dörrenbachtal der Wald immer mehr von dem Terrain zurück, das ihm vor fast anderthalb Jahrhunderten weggenommen wurde. Da nach wie vor unklar ist, was mit der noch vorhandenen Bahnstrecke von Hermeskeil über Morbach nach Simmern geschehen soll, bleibt die Gleisanlage zurzeit der Natur überlassen. Manche der jungen Fichten im Gleisbett haben inzwischen schon Weihnachtsbaumgröße erreicht. (WIL-)