Titel Logo
Rund um Hermeskeil
Ausgabe 8/2018
1 - Titelseite
Zurück zur vorigeren Seite
Zurück zur ersten Seite der aktuellen Ausgabe

Schutz des Bodens hat oberste Priorität

Bei Verwendung, Nennung von Landesforsten RLP / Hansen/Lamour..Landesforsten Rheinland-Pfalz.Kommunikation und Marketing.Neupfalz.55442 Stromberg.Tel.: 06724 60369-0.E-Mail: zdf.komma@wald-rlp.de - Dunkel, feucht und nass. Das typische Wetter in diesem Winter macht den Forstleuten Probleme.

Forstleute versinken im Matsch – Schmuddelwinter blockiert Waldarbeiten und Holzernte

Regen, Regen, Regen – dazu ausbleibender Frost, trübes Wetter und dann auch noch die Orkane „Burglind“ und „Friederike“. Der diesjährige Winter stellt Wald und Forstwirtschaft vor große Probleme. Durchweichte Böden bremsen die Forstleute seit Monaten aus. Immer wieder muss die Waldpflege unterbrochen werden. Nur so kann das empfindliche Ökosystem geschützt werden. „Menschen und Maschinen würden im Matsch versinken“, erklärt Försterin Sandra Sasse vom Forstrevier Beuren. Betroffen von den Verzögerungen ist auch so mancher Brennholz-Selbstwerber, der ungewohnt lange auf sein Holz warten muss.

Schon seit November ist es schwierig, das Holz mit Zugmaschinen aus dem Wald zu transportieren. Die Ernte des Holzes mit der Motorsäge ist zwar kein Problem, aber es dann aus dem Wald zu holen ist beinahe unmöglich. Die Böden sind völlig aufgeweicht. „Wenn der Boden so durchnässt ist, besteht die Gefahr, dass die Maschinen stecken bleiben oder tiefe Furchen verursachen. Das wollen wir möglichst verhindern“, erläutert Försterin Sasse.

Daher müssen die Waldarbeiten immer wieder eingestellt werden. Das macht nicht nur den Forstleuten, sondern in der Folge auch vielen Sägewerken und Holz verarbeitenden Betrieben zu schaffen. Schließlich haben diese häufig Fristen und Termine für die Holzverarbeitung einzuhalten. „Auch die Belieferung der Brennholzkunden verzögert sich“, schildert Sasse die Probleme. „Der Schutz des Bodens hat für uns jedoch oberste Priorität.“, bittet der kommissarische Forstamtsleiter Thomas Vanck um Verständnis. Dieser ist für einen gesunden Wald von zentraler Bedeutung. Forstleute und Waldbesitzende können zwar stellenweise auch Seilkräne einsetzen, um das Holz schwebend aus dem Wald zu holen. Diese Technik steht jedoch nur begrenzt zur Verfügung und ist zudem deutlich teurer als die üblichen Schleppereinsätze.

Optimal für die Arbeiten im Wald sind im Winter anhaltende Minustemperaturen. Der gefrorene Boden erleichtert die Holzernte und das Abfahren der gefällten Bäume, sodass der Waldboden keinen Schaden nehmen kann. „In den letzten Tagen hat sich die Situation verbessert und wir hoffen, dass die angekündigte trockene Frostperiode uns hilft, den Rückstand abzubauen“ erläutert Thomas Vanck.

Ein zusätzliches Risiko stellen die aufgeweichten Böden dar, wenn Stürme wie jüngst die Orkane „Burglind“ oder „Friederike“ über die Wälder fegen. Dann ist die Gefahr groß, dass viele Bäume umstürzen, weil sie keinen ausreichenden Halt mehr im Untergrund finden. „Im Forstamt Hochwald sind wir zum Glück mit einem blauen Auge davongekommen. Obwohl mehrere Tausend Bäume umgefallen sind, ist dies im Verhältnis zum Gesamteinschlag des Forstamtes eine zwar spürbare, aber keine problematische Menge“, stellt Vanck fest. Das Forstamt Hochwald umfasst die Wälder in den Verbandsgemeinden Ruwer, Hermeskeil und Thalfang sowie einzelne Gemeinden aus den Verbandsgemeinden Trier-Land und Schweich.

Etwas Gutes hat der viele Regen aber auch. So werden die Grundwasservorräte für den Sommer wieder aufgefüllt. Und auch die im Herbst gepflanzten Bäume haben beste Startbedingungen zum Anwachsen.

Hintergrundinfo

Wetterdaten November bis Januar in Rheinland-Pfalz

Quelle DWD/Deutschlandwetter.

  • Es fielen 150 Prozent der sonst üblichen N
  • iederschläge (325 statt 218 l pro Quadratmeter)

  • Die Temperatur lag um 2,3 °C über dem Durchschnitt (4,17°C statt 1,87°C)
  • Die Sonnenscheindauer erreichte nur 75 Prozent des langjährigen Mittels (100 statt 132 Sonnenstunden)
  • November 2017

    Rheinland-Pfalz kam auf 5,0 °C (4,1 °C), gut 85 l/m² (75 l/m²) und war mit beinahe 50 Stunden (53 Stunden) das zweitsonnenscheinreichste Bundesland.

    Dezember 2017:

    Für Rheinland-Pfalz notierte der DWD 2,9 °C (1,3 °C). Das zweitniederschlagsreichste Bundesland kam mit über 120 l/m² auf 160 Prozent des Solls (76 l/m²), der Sonnenschein mit knapp 20 Stunden (38 Stunden) dagegen auf 46 Prozent.

    Januar 2018

    Im Januar 2018 gehörte Rheinland-Pfalz mit 4,6 °C (0,2 °C) zu den warmen und mit über 120 l/m² (67 l/m²) zu den niederschlagsreichen Bundesländern Die Sonne schien rund 30 Stunden (41 Stunden).