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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 8/2019
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Reinsfeld geht „Leuchtturmprojekt“ an

Rat bringt ersten Bauabschnitt des Industrie- und Gewerbegebiets „Hochwald“ auf den Weg

„Das ist ein Projekt, von dem die ganze Hochwaldregion profitieren wird“, so preist Ortsbürgermeister Rainer Spies das neue Industrie- und Gewerbegebiet „Hochwald“ an, das nach dem Willen des Gemeinderates Reinsfeld in Kürze entlang der B 407 entstehen soll. Den ersten Bauabschnitt mit einer Fläche von rund 13 ha will die Gemeinde in der nächsten Zeit angehen. Wenn alles so läuft, wie man sich das in Reinsfeld vorstellt, wird das Planverfahren am 07.03.2019 vom Planungsbüro der Öffentlichkeit vorgestellt und am 28.03.2019 das Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet. Geht alles reibungslos vonstatten rechnet Spies bereits für den Sommer mit einem gültigen Bebauungsplan.

Den Entwurf des Bebauungsplanes stellte Ortsbürgermeister Spies in der letzten Sitzung dem Gemeinderat vor. Dieser weist acht Teilflächen zwischen 5.000 qm und 12.000 qm aus, insgesamt 7,6 ha. Die restliche Fläche wird für die Zufahrten und ein Pumpwerk benötigt. Außerdem ist ein 2.300 qm großer Mitfahrerparkplatz geplant. Das Gelände dort bietet sich für ein derartiges Vorhaben geradezu an, weist es doch lediglich ein Gefälle von ca. 2 % aus.

Die Eingriffe in die dort vorhandene Verkehrsinfrastruktur werden auf das allernötigste begrenzt. Der Ruwer-Hochwald-Radweg bleibt, abgesehen von einer Umverlegung im Bereich der Zufahrt zum Industrie- und Gewerbegebiet, unverändert. Auf der B 407 muss allerdings eine Linksabbiegerspur eingerichtet werden.

Zugelassen werden dort laut Planentwurf Gewerbebetriebe aller Art, Lagerplätze und öffentliche Betriebe, Tankstellen sowie Anlagen für sportliche Zwecke.

Einschränkungen in der Nutzung des Industrie- und Gewerbegebietes bringt die Nähe zum Hermeskeiler Stadtteil Höfchen mit sich. Die dort anzusiedelnden Betriebe dürfen bestimmte Lärmgrenzwerte nicht überschreiten. Nicht zulässig sind neben lärmintensiven Unternehmen etwa auch Gewerbebetrieb zur Haltung und Aufzucht von Tieren, Einzelhandelsbetriebe oder Vergnügungsstätten. Auch Wohnungen, seien sie für Betriebsinhaber oder Arbeitnehmer bestimmt, dürfen dort nicht errichtet werden.

Spies rechnet beim ersten Bauabschnitt mit Kosten von rund 5,3 Mio. €, was qm-Preise von etwa 50 € zur Folge hätte. Weil damit kein Investor ins Industrie- und Gewerbegebiet „Hochwald“ zu locken wäre, funktioniert das Ganze nur mit Landeszuschüssen. Auch eine Beteiligung von Kreis und Verbandsgemeinde ist fest einkalkuliert. Damit soll der endgültige Preis für Kaufinteressenten auf rund 35 € gedrückt werden.

Campingpark Reinsfeld

Eine positive Entwicklung verzeichnet der Reinsfelder Campingplatz. Die Familie Frings hat ihn 2016 in einem „nicht so schönen Zustand“, wie Betreiber Mario Frings erläuterte. Logisch, dass sich die stiefmütterliche Behandlung auch auf die Besucherzahlen auswirkte. Die konnten die neuen Besitzer aber von 5.000 jährlich auf 6.300 in 2018 steigern.

Einen weiteren Schub erwarten sie vom 39. Schatzsuchertreffen am letzten Maiwochenende, das mit der Deutschen Schatzsucher-Meisterschaft seinen Höhepunkt erleben wird. Dann werden bis zu 2.000 Übernachtungen erwartet, wovon aber lediglich 1.600 im Campingpark untergebracht werden können. Die restlichen 400 Übernachtungen werden in Reinsfeld und die umliegenden Orte ausweichen müssen.

Eine negative Nachricht hatte Mario Frings allerdings für den Gemeinderat. Die Gaststätte im Campingpark bleibt vorerst geschlossen.

Ausbaubeiträge

Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen verabschiedete der Reinsfelder Gemeinderat eine Resolution an die Landesregierung in Mainz, damit diese in Zukunft die Ausbaubeiträge beim Bau kommunaler Straßen übernimmt. Dies werde bereits in einigen Bundesländern, überwiegend Stadtstaaten, so gehandhabt. Die Auswirkungen erläuterte Ortsbürgermeister Spies am Beispiel der jüngsten Ausbaumaßnahmen. Vier Straßen waren betroffen, an den Kosten wurden die Gemeinde mit 2 Mio. € und die Anlieger mit 1 Mio. € beteiligt. Hätte das Land die Kosten übernommen, wäre die Gemeinde jetzt nahezu schuldenfrei, so Spies.

Als „attraktiv aber naiv“ bezeichnete Ratsmitglied Giselind Roßmann die Resolution, bei der man auch eventuelle negative Auswirkungen berücksichtigen müsse. Für Paul Port ist sie „nur eine Resolution“, bei der er nicht weiß, ob sie hilft, die aber auch nicht schadet.

(PaGe)