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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 8/2019
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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„Wer grillt, der chillt“

Die Schüler präsentieren stolz ihre selbstentwickelten Produkte

BBS Hermeskeil geht mit vier Schülerfirmen an den Start

Wer glaubt, dass Unterricht in der Schule nur aus schnöder Theorie besteht, wird nun eines Besseren belehrt: Die Geschwister-Scholl-Schule am Standort Hermeskeil hat im Rahmen des Projektes „JUNIOR – Wirtschaft erleben“ am Anfang des Schuljahres vier Schülerfirmen gegründet. Von nachhaltig gestalteten Lampen über Handytaschen und außergewöhnlichen Auto-Möbeln bis hin zum trendigen Grillhaken, führen die Schüler und Schülerinnen der HBF Organisation und Officemanagement ein Schuljahr lang eigenständig ein Unternehmen und können so die Wirtschaftspraxis hautnah erleben.

Von Marktforschung bis hin zu Produktentwicklung, Kundenakquise und Marketing: Die Entwicklung einer eigenen Geschäftsidee erfordert ein hohes Maß an analytischen Fähigkeiten, Organisation und Disziplin, darüber hinaus viel Kreativität und Phantasie. Kein Wunder also, dass sich nur die wenigsten trauen, mit ihrem Start-up an den Markt zu gehen. Innerhalb des Projekts „Schülerfirma“ haben Schülerinnen und Schüler der Berufsbildenden Schule (BBS) Hermeskeil nun aber für die befristete Laufzeit von einem Schuljahr verschiedene Unternehmen gegründet.

Markus Lammes, Leiter der BBS-Außenstelle Hermeskeil, freut sich, dass mit starker Unterstützung des Kollegiums das Projekt angegangen werden konnte. Besonders stolz ist er, dass man mit einer Firma auch am Landeswettbewerb teilnehmen wird.

Von Leselampe zu Grillhaken

Bei der Entwicklung ihrer Geschäftsideen waren den Schülern keine Grenzen gesetzt. So hat man mit dem stylischen „HoodieQ“ eine handgestrickte und unverwechselbare Smartphone-Tasche entwickelt. Besonders nachhaltig sind die Leselampen von „Shine for Life“, die man aus alten Büchern produziert und das Herz von Leseratten höher schlagen lässt. Die Schülerfirma „Tuneior“ hingegen stellt aus alten Autoteilen neue Möbel her.

Die „GrilliChillis“ wiederum fertigen in der hauseigenen Metallwerkstatt besondere Grillhaken. Dieser kann neben dem einfachen Wenden von Grillgut auch Bierflaschen aus dem Kasten anheben und in der „Premium-Variante“ auch mit dem angebrachten Öffner öffen. Die reine Mädelsgruppe wird mit dem Projekt beim Landeswettbewerb an den Start gehen.

Das Startkapital für ihre Firmen (die sich an der Rechtsform einer AG orientieren) generieren die Schüler über den Verkauf von zur Verfügung gestellten Anteilscheinen. Das erwirtschaftete Vermögen wird nach Ablauf des Projekts an ein soziales Vorhaben gespendet.

Alle zusammen suchen nach wie vor Unterstützer für ihre Projekte. Dabei sind neben Anteilseignern natürlich auch Käufer der einzelnen Produkte gerne gesehen. Weitere Informationen dazu erhält man auf der Internetseite der Schule unter bbs-saarburg.de. Auch bei Facebook sind die Firmen zu finden, so etwa unter @DieGrilliChillis, @HoodieQ und @Tuneior.

Hintergrund des Projekts

Über das Projekt werden im Team die Grundprinzipien unternehmerischen Handels erlernt und erprobt. Mit der Umsetzung der eigenen Geschäftsidee erfahren die Schüler, wie sich das eigene Handeln sowohl wirtschaftlich als auch sozial und ökologisch auswirkt. Als selbstständige Akteure im Wirtschaftskreislauf wird das Verständnis der Jugendlichen von Wirtschaft und der Führung eines Unternehmens greifbar und erlebbar gemacht. Dabei müssen sie immer wieder aufs Neue neben der Teamfähigkeit auch Selbstständigkeit, Zuverlässigkeit aber auch Zielstrebigkeit unter Beweis stellen.

So werden Persönlichkeiten frühzeitig gefördert und gefordert sowie zahlreiche Schlüsselqualifikationen, wie etwa Methoden-, Sozial- und Handlungskompetenz, erworben.

Wir sind gespannt, was die Jung-Unternehmer sonst noch auf die Beine stellen und werden in RuH über die Fortschritte berichten. (LeWe)