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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 9/2018
2 - Hermeskeiler Stadtnotizen
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Mülltourismus oder unendliche Dummheit?

RuH

Wer im Raum Trier seinen Sperrmüll loswerden will, muss ihn nur rechtzeitig bei der Müllabfuhr anmelden und am Abholtag vor die Tür stellen. Das ist bequem, das Zeug wird ordnungsgemäß entsorgt und der Service kostet nicht einmal extra, weil er in der jährlichen Müllabfuhrgebühr enthalten ist. Auch im benachbarten Saarland kann Sperrmüll bis zu 2 Kubikmeter kostenlos in einem Wertstoffzentrum abgegeben werden. Vier Kubikmeter werden gegen eine Gebühr im Gegenwert von zwei Schachteln Zigaretten vor der Haustür abgeholt.

Manchen Zeitgenossen scheint das – diesseits der Landesgrenze - aber zu einfach oder – jenseits der Landesgrenze - zu teuer zu sein: Sie machen sich richtig Arbeit, laden ihren Sperrmüll auf einen Transporter und bringen ihn lieber illegal in den Wald, so wie hier auf dem Foto in der Nähe der Skaterbahn an der Straße von Hermeskeil nach Nonnweiler.

„Das kommt leider immer häufiger vor“, berichten Ralf Theisen vom städtischen Bauhof, der diese Sauerei am Montag entdeckt hat, und sein Chef Volker König, 1. Beigeordneter der Stadt. Auch zum Beispiel am Parkplatz beim Waldstadion war vor kurzem neben einem dort schon länger stehenden Bauwagen eine größere Menge Haus- und Sperrmüll abgelagert worden.

Mir stellt sich die Frage, (unterstellt, der Verursacher kam aus dem Raum Trier) wie dumm und dämlich man sein muss, wenn man anstatt den Sperrmüll an die Straße zu stellen, wer weiß wie weit damit fährt, um ihn irgendwo im Wald abzulagern. Das verursacht nur unnötigen Aufwand. Und wenn man (unterstellt, es war ein Saarländer) den Kram ohnehin schon auf einen LKW geladen hat, kann man ihn doch auch gleich zum Wertstoffzentrum bringen. Wer sich neue Möbel leisten kann, ist mit der Gebühr für die Entsorgung der alten sicher nicht überfordert. Mülltourismus ist also alles andere als wirklich notwendig.

Die Ablagerung von Abfällen irgendwo in der Landschaft ist eine Straftat. Und es besteht nicht nur das Risiko, dabei in flagranti erwischt zu werden, sondern auch die Möglichkeit, dass die Polizei den Täter ausfindig macht. Denn irgendwo im Müll finden sich oft konkrete Hinweise auf seine Herkunft. Davon abgesehen ist es schlicht asozial, seinen Müll im Wald zu entsorgen, denn schließlich muss der Abfall auf Kosten der Allgemeinheit beseitigt werden.

Albert Einstein wird das Zitat zugeschrieben: „Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit, aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher.“

Dem habe ich in diesem Fall nichts hinzuzufügen.

(Bernd Willems)