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Rund um Hermeskeil
Ausgabe 9/2018
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Quo vadis (wohin gehst du) Jugendzentrum?

Aufwändige Sanierung oder Anmietung anderer Räumlichkeiten?

Neben dem Ausbau der B 327 in der Ortsdurchfahrt und dem Haushalt 2018 befasste sich der Haupt- und Finanzausschuss der Stadt Hermeskeil am Dienstag vergangener Woche mit dem Thema Jugendzentrum. Die Räume sind in einem schlechten Bauzustand und bedürften für eine weitere Nutzung dringend einer umfassenden Sanierung. Für kontroverse Diskussionen sorgten die vorläufig geschätzten Kosten.

Die Räumlichkeiten des Jugendzentrums im Keller der Grundschule sind in einem äußerst schlechten Zustand. Infolge zweier Wasserschäden, hervorgerufen durch Rohrbruch und Hochwasser, und mangelnder Dämmung der 60 cm dicken Bruchsteinaußenmauer hat sich - auch mangels Belüftung - hinter Holzverkleidungen und Podesten überall Schimmel gebildet. Der Putz blättert ab, die Wände weisen Risse auf, der Boden wellt sich und was sich hinter der abgehängten Decke, die im Rahmen der letzten Grundsanierung 1999 auch als Schallschutz eingezogen worden war, noch verbirgt ist unklar. Außerdem stammt die Heizung aus den dreißiger Jahren und müsste komplett erneuert werden.

Da das Grundschulgebäude in Verantwortung der Verbandsgemeinde zurzeit saniert wird, schien es zweckmäßig, sich als Stadt, die für den Innenbereich zuständig ist, mit Sanierungsmaßnahmen anzuhängen. Als dann allerdings vom Architekturbüro Kolz die geschätzten Kosten auf den Tisch gelegt wurden, fiel das eine oder andere Ausschussmitglied dann doch fast vom Stuhl. Für eine vernünftige, dauerhafte Lösung wären nach Einschätzung des Architekten folgende Arbeiten vonnöten:

1. Erneuerung des Innenputzes (Spezialmineralputz), um die trotz inzwischen angebrachter

Außendämmung noch im dicken Mauerwerk vorhandene Feuchtigkeit in den Griff zu bekommen.

2. Abdichtung des Bodens, Aufbau eines Estrichs und Verlegen eines Bodenbelags.

3. Erneuerung der Heizung und der abgängigen, teils nicht sachgemäßen Elektrik.

4. Sanierung der Decke.

Die Kosten dafür schätzte Kolz auf mindesten 147.000 €.

Ausschussmitglied Paul Gemmel (SPD) lehnte es ab, soviel Geld in die Sanierung einer Kellerlösung zu investieren. Unabhängig von der Frage, ob nicht für einen Teil der Sanierungsarbeiten der Eigentümer (Verbandsgemeinde) des Gebäudes aufkommen müsste, sollte man Alternativen prüfen und vielleicht geeignete Räumlichkeiten anmieten, die der jetzigen Größe von ca. 220 m² entsprechen und im Innenstadtbereich liegen. Nach kontroverser Diskussion vor allem hinsichtlich verfügbarer Alternativen einigte man sich darauf, das Thema zu vertagen. Der Stadtbürgermeister appellierte aber, sich darauf zu fokussieren, eine zeitnahe Lösung zu finden. Der Appell ging nicht nur an die Ausschussmitglieder sondern auch an die Eigentümer von Räumlichkeiten, die zurzeit leer stehen und sich für diesen Zweck eignen. Schließlich geht es darum, die Jugend der Stadt nicht im Regen stehen zu lassen und ihr adäquate Räume als Treffpunkt zur Verfügung zu stellen. (BäR)