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Unsere Heimat VG Herrstein-Rhaunen
Ausgabe 15/2026
Nichtamtlicher Teil
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Zukunftsaussichten für öffentliche Ladeinfrastruktur in der VG Herrstein-Rhaunen

Vom Abbau öffentlicher Ladeinfrastruktur sind aktuell zwei Standorte in der VG Herrstein-Rhaunen betroffen: In der Ortsgemeinde Herrstein wurde bereits im letzten Jahr am Parkplatz in der Brühlstraße eine Ladesäule mit 2mal 22 kW Ladepunkten durch die OIE AG rückgebaut. Die Gründe für den Abbau waren einerseits eine zu geringe Auslastung und andererseits Vandalismus, sodass eine neue Anlage an der Stelle jedenfalls durch Poller geschützt werden sollte.

Aktuell hat die OIE AG veröffentlicht, dass nun auch am Standort Rhaunen, die Ladeinfrastruktur mit ebenfalls 2mal 22 kW Ladeanschluss abgebaut werden soll. Diese befinden sich im Eigentum der OIE AG und wurden in einer frühen Phase des Aufbaus öffentlicher Ladeinfrastruktur installiert.

„Die Ladesäule in Rhaunen ist von mehreren technischen Entwicklungen betroffen. Zum einen erfolgt ab Anfang 2028 die Abschaltung des 2G-Mobilfunknetzes, über das die bestehende Ladesäule derzeit kommuniziert. Ohne diese Verbindung können weder Freischaltung noch Abrechnung von Ladevorgängen zuverlässig erfolgen. Zudem steht in den kommenden Jahren eine neue eichrechtliche Prüfung an, für die zusätzliche technische Anforderungen – etwa ein intelligentes Messsystem – notwendig wären. Eine entsprechende Nachrüstung ist bei dem verbauten Ladesäulentyp jedoch aus technischen und baulichen Gründen nicht möglich. Vor diesem Hintergrund hat sich die OIE entschieden, die Ladesäule bis spätestens Ende 2027 außer Betrieb zu nehmen. Die Demontage erfolgt durch den zuständigen Netzbetreiber, voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2027“, erklärt Luca Heidrich, Unternehmenskommunikation der OIE AG.

Hier wäre nun die Investition in eine neue Ladeinfrastruktur mit entsprechend technischen Voraussetzungen notwendig, wobei die Ortsgemeinden die Investition und den Betrieb nicht stemmen können.

Die Ortsgemeinde Rhaunen und die Ortsgemeinde Herrstein sind daran interessiert, die freiwerdenden Standorte an einen neuen Betreiber für Ladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. Die Leitungen werden nicht rückgebaut und sind vorhanden, wobei bei einem erhöhten Leistungsbedarf, wie das beispielsweise für Schnellladestationen notwendig wäre, entsprechende Kapazitäten mit dem Netzbetreiber noch abgeklärt werden müssen. Aktuell liegen nach Angaben der Lotsenstelle für alternative Antriebe der Energie- und Klimaschutzagentur Rheinland-Pfalz keine Fördermöglichkeiten für öffentliche Ladeinfrastruktur mehr vor. Über eine neuerliche Eröffnung von Fördermitteln konnte keine Auskunft erteilt werden.

Die betroffenen Standorte sind auf der Plattform flächentool.de eingetragen, sodass interessierte Betreiber die verfügbaren Flächen einfach finden können.

Anna Dorn, FB3- Bauen, VG Herrstein-Rhaunen