Die Zahl der Verkehrsunfälle in Rheinland-Pfalz ist im Jahr 2025 leicht gesunken. Gleichzeitig ist die Zahl der Unfälle mit Personenschaden gestiegen - ebenso wie die Zahl der verletzten und getöteten Menschen. Besonders der Anstieg der tödlich Verunglückten macht deutlich, dass die Anstrengungen für mehr Verkehrssicherheit weiter verstärkt werden müssen. Das geht aus der Verkehrsunfallbilanz 2025 der Polizei Rheinland-Pfalz hervor.
"Jeder Mensch, der im Straßenverkehr sein Leben verliert, ist einer zu viel. Die aktuellen Zahlen sind ein klares Alarmsignal und zugleich ein Auftrag zum Handeln. An unserem Ziel der Vision Zero halten wir unverändert fest. Wir werden alles daransetzen, die Verkehrssicherheit weiter zu verbessern", sagte Innenminister Michael Ebling.
Nachdem die Zahl der Verkehrstoten in den vergangenen Jahren - mit Ausnahme der Corona-Zeit - gesunken war, ist im Jahr 2025 wieder ein Anstieg zu verzeichnen. Insgesamt registrierte die Polizei 139.065 Verkehrsunfälle (-0,5 Prozent). Gleichzeitig stieg die Zahl der Unfälle mit Personenschaden auf 14.106 (+4,7 Prozent). 17.807 Menschen verunglückten (+3,1 Prozent), 158 Menschen kamen ums Leben - 28 mehr als im Vorjahr (+21,5 Prozent).
Schwere Verkehrsunfälle ereignen sich besonders häufig auf Landstraßen und Bundesstraßen. Hauptursachen sind nicht angepasste Geschwindigkeit, Verstöße gegen das Rechtsfahrgebot und Alkoholeinfluss.
"Gerade auf Landstraßen zeigt sich, wie entscheidend umsichtiges Verhalten ist. Wer Geschwindigkeit anpasst und aufmerksam fährt, kann schwere Unfälle verhindern", so Ebling. Die Polizei setzt deshalb weiter auf intensive Geschwindigkeitskontrollen und nimmt auch Ablenkung am Steuer konsequent in den Blick. Trotz rückläufiger Zahlen ist hier von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. "Ablenkung ist eine ernstzunehmende Gefahr. Moderne Technik und gezielte Prävention helfen uns, hier noch wirksamer gegenzusteuern", betonte Ebling.
Mit der MONOcam setzt Rheinland-Pfalz bundesweit Maßstäbe bei der Verfolgung von Handyverstößen. Die Geräte stehen inzwischen landesweit zur Verfügung.
Neben der Verkehrsüberwachung bleibt Prävention ein zentraler Baustein. Programme für Kinder, junge Fahrende und Seniorinnen und Senioren sowie für Rad-, Pedelec-, E-Scooter- und Motorradfahrende werden gezielt weiterentwickelt.
Die Zahlen zeigen klare Handlungsfelder: Die Zahl der Unfälle mit Kindern ist auf 1.088 gestiegen, drei Kinder kamen ums Leben. Auch bei Seniorinnen und Senioren ist die Zahl der tödlich Verunglückten deutlich gestiegen (55, davon 32 über 75 Jahre). Junge Fahrende bleiben trotz rückläufiger Unfallzahlen überproportional beteiligt. Deutlich zugenommen haben zudem Unfälle mit Elektrokleinstfahrzeugen sowie mit Fahrrädern, Zweirädern und Lkw.
"Verkehrssicherheit ist eine gemeinsame Aufgabe. Aufmerksamkeit, Rücksicht und Verantwortung jedes Einzelnen sind entscheidend. Die Polizei wird weiterhin konsequent kontrollieren und präventiv wirken", sagte Ebling.
Die Polizei hat ihre Maßnahmen 2025 weiter verstärkt und über drei Millionen Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durchgeführt. Gleichzeitig wurden zehntausende Kinder in der Verkehrserziehung erreicht.
Mit der Einführung der elektronischen Unfalltypensteckkarte EUSKA wurde die Verkehrsunfallanalyse zum 1. Januar 2025 modernisiert und weiter verbessert.
Zahlen und Entwicklungen im Überblick
| * | Im Jahr 2025 registrierte die Polizei Rheinland-Pfalz 139.065 Verkehrsunfälle. |
| * | Dies entspricht einem Rückgang um 0,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. |
| * | Durchschnittlich ereigneten sich 380 Verkehrsunfälle pro Tag. |
| * | Insgesamt kamen 158 Menschen im Straßenverkehr ums Leben (2024: 130 / +21,5 Prozent). |
| * | Die Zahl der Schwerverletzten stieg auf 2.521 (+4,4 Prozent). |
| * | Die Zahl der Leichtverletzten stieg auf 15.128 (+2,7 Prozent). |
| * | Im Jahr 2025 ereigneten sich mehrere Verkehrsunfälle mit mehreren Todesopfern: 7 Verkehrsunfälle mit jeweils zwei Getöteten, 3 Verkehrsunfälle mit jeweils drei Getöteten, 1 Verkehrsunfall mit vier Getöteten |
| Hauptunfallursachen schwerer Verkehrsunfälle mit Personenschäden bleiben: | |
| * | Nicht angepasste Geschwindigkeit |
| * | Ungenügender Sicherheitsabstand |
| * | Darüber hinaus wurden registriert: |
| * | 2.384 Verkehrsunfälle unter Einfluss berauschender Mittel |
| * | 976 Verkehrsunfälle infolge von Ablenkung |
| * | Zwar ist die Ursache Ablenkung bislang nur in vergleichsweise wenigen Fällen als nachweisbare Unfallursache statistisch erfasst. Es ist jedoch von einem erheblichen Dunkelfeld auszugehen. Insbesondere die Nutzung von Smartphones und anderen digitalen Medien während der Fahrt stellt ein hohes und häufig unterschätztes Risiko dar. |