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Unsere Heimat
Ausgabe 27/2019
Nichtamtlicher Teil
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24-Stunden-Wanderung

Das Wetter hätte nicht besser sein können, als Georg Dräger aus Rhaunen, Vorsitzender der Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße (HSB), nach dem Frühstück in herrlichem Ambiente auf dem Wanderparkplatz feststellte: „Der Tisch ist gedeckt“. Damit meinte er aber, dass sich die Teilnehmer der Benefizwanderung auf eine gut präparierte 74,3 Kilometer lange Wanderstrecke mit vielen Überraschungen freuen können, aber auch 1797 Höhenmeter bewältigen müssen. „Das tolle Event – drei Wanderschleifen in 24 Stunden zu wandern - ist von großer Bedeutung auch über die Grenzen der Stadt Kirn, und der VG's Kirn-Land, Herrstein und Rhaunen hinaus. Als Georg Dräger Hennweilers Ortsbürgermeister Michael Schmidt dankte für den selbstlosen Einsatz der Frauen und Männer der Vereinsgemeinschaft, brandete nicht enden wollender Beifall auf. Dräger konnte auch Landrätin Bettina Dickes begrüßen, Ewald Dietrich (Human Help Network), Herbert Wirzius (Soonwaldstiftung), Uwe Weber (Bürgermeister VG Herrstein). Den Startschuss gab Werner Müller (Beauftragter der VG Kirn-Land) ab, ehe sich die 418 Teilnehmer unter den Klängen von „Moguntia Pipes & Drums“ auf den Weg machte. Auch HSB-Geschäftsführerin Gabi Vogt und ihr Team leisteten wertvolle Arbeit.

Im Oberhausener Wald werden die Wanderer von den Dickenschieder Alphornbläsern (Jürgen Neunecker, Manfred Kuhn, Peter Zilles) mit traditioneller Alphornmusik begrüßt. Aber auch eine Trommelgruppe „Tanamasi“ und Saxofonklänge sorgten für Unterhaltung. Schieferklopfer konnte man über die Schulter schauen, einer Feuerspuckerin besser nicht, und das Abendessen auf dem Wanderparkplatz in Hennweiler wurde von „Young Humps“ musikalisch umrahmt. Ein leckeres Süppchen – so war zu hören - wurde den Hungrigen in Weitersborn gereicht, einen Schnaps um Mitternacht bei Schneppenbach, wo auch der Musikverein Kirn präsent war. Die Hunsrück Schiefer- und Burgenstraße hatte als Veranstalter an alles gedacht, auch an Ruhezonen für müde Wanderer oder an Massagen für Wanderer in der Lützelsoonhalle.

Ein 15-Jähriger soll jüngster Teilnehmer gewesen sein. Helmut Madin aus Alzey ist mit 81 Jahren ältester Teilnehmer und schon zum zweiten Male dabei, und ist guter Dinge, dass er auch in diesem Jahr wieder die drei Schleifen schafft. „Mir gefällt die Stimmung, aber auch die Organisation hier in Hennweiler sehr gut. Die Füße werden mir nicht schwer“, sagte der 81-Jährige. Beim Frühstück ist er noch guter Dinge, wird von einer Gruppe aus Stadecken-Elsheim und Jugenheim aufgemuntert. Stefan Franke aus Stadecken-Elsheim ist nicht nur wegen des guten Bieres am Start in Hennweiler, die abwechslungsreiche Landschaft hat es ihm und seiner „Mannschaft“ angetan. „Des nachts durch den Wald, das ist schon etwas Besonderes, was wir in Rheinhessen so nicht kennen“, sagte Franke. Er will aber auch seine eigenen körperlichen Grenzen testen. Ehrenfried Werner aus Rüdesheim an der Nahe ist zum ersten Mal am Start. „Es reizt mich, nehme aber auch gerne teil, weil es für einen guten Zweck ist. Ich habe selbst Enkelkinder, weiß also was deren Gesundheit bedeutet“, sagt der 75-Jährige.

Der Spendenerlös kommt über RPR Hilft e.V. zugunsten von Kinderprojekten direkt in diese Region. Im letzten Jahr gingen jeweils 10.000 Euro an Förderverein Soonwaldstiftung, Human Helm Network Mainz und die Vereinsgemeinschaft Hennweiler. Die Allgemeine Zeitung Mainz – auch Sponsor der Benefizwanderung – erhielt 5000 Euro für „Leser helfen“. Die Teilnehmer spendeten einen Euro pro gewanderten Kilometer. HSB-Geschäftsführerin Gabi Vogt freute sich über die vielen positiven Rückmeldungen, aber auch, dass alle 418 Teilnehmer ohne größere Blessuren das Ziel erreichten.