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Amtsblatt der Verbandsgemeinde Kell am See
Ausgabe 46/2018
Der Bürgermeister informiert
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Herbstzeit – Zeit der Keller Gespräche

Das Foto zeigt die diesjährigen Teilnehmer an den Keller Gesprächen vor der Pascalshütte, die offiziell die Bezeichnung Pascals Hütte, Kell Haus Nr. 1, trägt; ©: Forstamt Saarburg, Privatwaldbetreuer Dietrich Harder

Bereits zum 11. Mal fanden Ende Oktober die Keller Gespräche statt, die sich als fester Termin im herbstlichen Veranstaltungskalender der Verbandsgemeinde Kell am See etabliert haben. So konnten denn auch Bürgermeister Martin Alten, Forstdirektor Helmut Lieser und Dr. Jens Jacob, Ministerium für Umwelt, Forsten und Verbraucherschutz, wieder zahlreiche Vertreter aus Politik, Forst, Jagd, Gehöferschaft, Naturpark & Nationalpark sowie Tourismus zu dieser interdisziplinären Veranstaltung begrüßen, die alle Beteiligten rückblickend als einen Termin mit sehr wichtigem und wertvollem Erfahrungsaustausch für die unterschiedlichen Waldnutzungsformen sahen.

Den Auftakt der Veranstaltung bildete ein Referat von Forstamtsrat Hans-Adolf Reinert, in dem dieser auf „40 Jahre Förster im Hochwald“ zurückblickte und die Veränderungen und Entwicklungen in diesem Zeitraum anhand einer bebilderten Dokumentation schilderte.

Im Anschluss an diese Einführung begab man sich ins Gelände, um an verschiedenen Waldstandorten und den dort vorzufindenden Waldbildern den vorab in der Theorie geschilderten Entwicklungsprozess sowie aktuelle Themen zu veranschaulichen. Der erste Stopp führte die Exkursionsteilnehmer an die Pascalshütte, wo Forstdirektor Lieser und Dr. Jacob aus dem Ministerium die aktuelle Neustrukturierung der Holzvermarktung in ihrer Genese und dem anstehenden Ergebnis - der Gründung von fünf kommunalen Holzvermarktungsorganisationen zur zukünftigen Vermarktung des kommunalen und des privaten Holzbestandes in Rheinland-Pfalz - erläuterten. Hintergrund dieser notwendigen Neustrukturierung ist das gegen das Land Baden-Württemberg gerichtete Kartellverfahren zur „Rundholzvermarktung“ der Holzbestände aus kommunalen und privaten Wäldern.

Die zweite Anlaufstelle an diesem Nachmittag war ein kleines Biotopbaumrefugium im Gemeindewald Waldweiler. Hier erläuterte Forstamtsrat Reinert den forstlichen Beitrag zu aktivem Umweltschutz, indem Zellen mit Totholzbeständen bewusst sich selbst überlassen werden, so dass sich dort, ohne Eingriff durch den Menschen, eine natürliche Waldgesellschaft entwickeln und einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten kann.

Im dritten Waldbild erläuterte Reinert den Exkursionsteilnehmern die kulturhistorischen Hintergründe der heute vorherrschenden Waldbilder, die sich erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch die restriktiven Nutzungserlasse Preußens für die hiesigen Wälder entwickeln konnten. Im Mittelalter und bis in die Neuzeit unterlagen die Wälder einer sehr intensiven Nutzung durch die meist arme Bevölkerung - Waldweiden, Streunutzung sowie die Brennholz- und Holzkohlegewinnung standen im Vordergrund und gaben dem Wald ein „anderes Gesicht“ als in der heutigen Zeit, die durch die gleichberechtigt existierende Nutz-, Schutz- und Erholungsfunktion des Waldes geprägt ist.

Zum Abschluss der Exkursion führte Reinert die Gruppe in eine 12 ha umfassende Waldzelle der Gemeinde Mandern, in der durch motormanuelle Aufarbeitung ein Wald entstanden ist, der in seinem Bestand und in der Verjüngung die hohe Handwerkskunst der Aufarbeitung eines Bestandes ohne Einsatz des Harvesters dokumentiert.

Gleichwohl dies die letzten Keller Gespräche in der Verbandsgemeinde Kell am See waren, waren sich sowohl Bürgermeister Alten als auch Bürgermeister Dixius abschließend einig, dass die Keller Gespräche auch in der ab dem 01.01.2019 neuen Verbandsgemeinde Saarburg-Kell Bestand haben werden, weil man hier ein wichtiges Forum geschaffen hat, sich fachübergreifend über die unser Landschaftsbild prägenden Wälder auszutauschen und gemeinsam für deren Erhalt einzustehen.