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Nachrichtenblatt der Verbandsgemeinde Bodenheim
Ausgabe 37/2020
Amtlicher Teil
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Bundesagentur für Arbeit

Arbeitsmarktbericht

Auch der August bringt im Landkreis Mainz Bingen weiter steigende Arbeitslosenzahlen. Dabei sind vor allem jüngere Bewerberinnen. Die Quote stieg auf 4,7 Prozent.

„Ein leichter Anstieg der Arbeitslosigkeit von Juli auf August ist im Jahresvergleich aufgrund der Urlaubszeit nicht unüblich", so Sandra Metz, Leiterin der Binger Arbeitsagentur. „Und erfreulicherweise bremst sich der monatliche Aufwuchs auch langsam ab". Mit Sorge schaut die Agenturleiterin jedoch auf die Entwicklung im Bereich der jüngeren Bewerber, viele von ihnen an der sogenannten zweiten Schwelle, also dem Übergang von Ausbildung in Erwerbstätigkeit.

"Zwar lässt sich der Anstieg gegenüber dem Vormonat auch damit erklären, dass - coronabedingt - in Teilbereichen die Abschlussprüfungen in diesem Jahr einfach später stattfanden", so Metz, „dennoch sind in der Gesamtbetrachtung aktuell mehr junge Menschen arbeitslos als im Vorjahr. Ob die Aufnahmefähigkeit für diese jungen Fachkräfte durch den krisengeschüttelten Markt gegeben ist, werden die beiden nächsten Monate zeigen.

Der in den beiden Vormonaten erkennbare Anstieg neu gemeldeter Arbeitsstellen hat sich im August nämlich leider nicht fortgesetzt. Dies kann allerdings in einem Sommermonat noch der Ferienzeit geschuldet sein. Neue Mitarbeiter wurden vor allem im Dienstleistungsbereich, im Gesundheitswesen und der öffentlichen Verwaltung, aber auch im Handel gesucht.

Neu Kurzarbeit angezeigt haben im August nur noch 13 Betriebe für rund 120 Mitarbeiter. Seit Beginn der Krise waren es im Landkreis insgesamt 1.739 Betriebe für rund 15.600 Beschäftigte. Ein Rückgang der Inanspruchnahme kann aus den Erkenntnissen der Fachteams noch nicht signalisiert werden, die meisten Betriebe sind fortlaufend seit März oder April im Bezug der Kurzarbeits-Leistungen.

Getrübt bleibt leider auch der Blick auf den Ausbildungsmarkt: „Die Zahl derer, die sich in Ausbildung abmelden, liegt deutlich unter den Werten der letzten drei Jahre", erklärt Metz, "und über 600 junge Menschen suchen noch immer nach einer Ausbildung". Dem stehen allerdings auch noch rund 1000 unbesetzte Ausbildungsstellen gegenüber. „Unsere Berufsberaterinnen und Berufsberater unterstützen die Jugendlichen, die jetzt noch auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz sind, bei ihren Bewerbungen, schauen wo noch Plätze frei sind und sprechen gegebenenfalls über Alternativen.“ Die Beratungen finden derzeit wegen der Corona-Pandemie hauptsächlich telefonisch statt.

Die Arbeitsmarktzahlen im Überblick

Im August waren im Landkreis Mainz-Bingen insgesamt 6.647 Personen als unterbeschäftigt registriert. Das waren 81 mehr als im Vormonat und 999 mehr als im Vorjahr. 5.531 Männer und Frauen waren arbeitslos gemeldet. Das waren 68 mehr als im Juli und 1.286 oder 29,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg von 4,6 auf 4,7 Prozent. Im Vorjahr hatte sie bei 3,6 Prozent gelegen. Von den 5.531 Arbeitslosen im August wurden 2.806 von der Arbeitsagentur und 2.729 vom Jobcenter Mainz-Bingen betreut. Der Zuwachs ist in beiden Rechtskreisen erkennbar.

Mit 252 gemeldeten Stellen fiel die Nachfrage nach Arbeitskräften geringer aus als im Vormonat. Es waren 56 weniger als im Juli und 65 weniger als vor einem Jahr.

Im August kam es auch auf allen anderen regionalen Arbeitsmärkten im Bezirk der Mainzer Arbeitsagentur zu einem Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Im Gesamtbezirk stieg die Quote von 5,9 auf 6,0 Prozent, im Landkreis Alzey-Worms von 4,8 auf 5 Prozent und im Landkreis Mainz-Bingen von 4,6 auf 4,7 Prozent. In der Stadt Worms stieg die Quote von 8,9 auf 9,1 Prozent, nur in der Stadt Mainz blieb sie bei 6,8 Prozent stabil.