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Nachrichtenblatt der Verbandsgemeinde Bodenheim
Ausgabe 48/2019
Amtlicher Teil
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Jahresbericht des Kinder- und Jugendbüros der Verbandsgemeinde Bodenheim 2018

Vorwort

Der Ihnen hier vorliegende Tätigkeitsbericht dokumentiert die Arbeit der Jugendpflege bzw. des Kinder- und Jugendbüros der Verbandsgemeinde Bodenheim (KiJuBü) im Jahr 2018.

Die in diesem Tätigkeitsbericht dargestellte Entwicklung unserer Arbeit zeigt deutlich, dass die Jugendarbeit in der Verbandsgemeinde gefragt und wichtig ist: Das KiJuBü und seine Angebote sind aus der VG Bodenheim nicht wegzudenken.

Der jährlich durch das KiJuBü erstellte Bericht dient der Fortschreibung der inhaltlichen Arbeit unserer Einrichtung. Er unterstützt uns Jugendpfleger bei der Reflexion der geleisteten Arbeit und trägt dazu bei, nach Bedarf Verbesserungen und Änderungen innerhalb der bestehenden Konzeption vorzunehmen. Die intensive Auseinandersetzung mit der geleisteten Arbeit in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen hilft uns bei der Planung anstehender Ziele und der Umsetzung neuer Ideen innerhalb der einzelnen Arbeitsschwerpunkte.

Bei der Erstellung des Berichtes haben wir uns an dem vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung empfohlenen Rahmen orientiert. Bei der Beschreibung unserer vielfältigen Angebotsstruktur wurde die entsprechende Statistik direkt abgehandelt. Ausführungen im Tätigkeitsbericht, die sich gegenüber dem Jahr 2017 nur unwesentlich verändert haben, wurden übernommen.

Die Arbeit des KiJuBüs war wie in den Jahren zuvor durch folgende drei Aufgabenschwerpunkte geprägt: die Bildungs- und Freizeitveranstaltungen mit der Ausgestaltung von Oster-, Sommer- und Herbstferienprogrammen für Kinder und Jugendliche, Kinder- und Jugendschutz sowie die offene Arbeit in den Jugendtreffs der Ortsgemeinden.

1. Angaben zur Einrichtung

1.1 Träger

Verbandsgemeinde Bodenheim - Kinder- und Jugendbüro

Am Dollesplatz 1

55294 Bodenheim

Tel.: (06135) 72-132 oder -152

E-Mail: jugendbuero@vg-bodenheim.de

www.kijubue.vg-bodenheim.de

1.1.1 Struktur

Die Jugendpflege ist Bestandteil der Verbandsgemeindeverwaltung Bodenheim. Innerhalb der Verwaltungsstruktur ist sie der Abteilung Soziales des Fachbereichs III (Bürgerdienste) zugeordnet.

1.1.2 Öffnungszeiten

Die Öffnungszeiten des KiJuBüs entsprechen nur bedingt denen der Verbandsgemeindeverwaltung (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 8.00-12.00 Uhr u. Mittwoch von 14.00-19.00 Uhr). Die Mitarbeiter versuchen, während dieser Zeiten für die Bürger erreichbar zu sein, dies ist jedoch nicht immer möglich.

Viele Veranstaltungen können nur außerhalb der Verwaltungsöffnungszeiten an Nachmittagen und Abenden durchgeführt werden. Sie sind an die Freizeit der Kinder und Jugendlichen angepasst und finden dementsprechend in der Regel ab 16.00 Uhr oder an Wochenenden in den Jugendtreffs oder im Veranstaltungsraum des KiJuBüs in der Grundschule Bodenheim statt.

1.1.3 Ausstattung

Das Büro des KiJuBüs befindet sich in der Verbandsgemeindeverwaltung. Für Bildungs- und Freizeitangebote steht der Jugendpflege in der Grundschule Bodenheim ein Veranstaltungsraum zur Verfügung. Dort befindet sich ebenfalls das Materiallager. In Absprache mit den Ortsgemeinden und Schulen im Verbandsgemeindegebiet werden aber auch die Jugendtreffs und Sporthallen für Veranstaltungen genutzt.

Für die Jugendarbeit steht ein 9-Sitzer-Bus zur Verfügung. In Abstimmung mit dem KiJuBü wird die Nutzung des Busses auch den Jugendtreffs und den Jugendfeuerwehren ermöglicht.

1.2 Personelle Situation

Das KiJuBü ist seit Januar 2015 grundsätzlich mit 1,5 Vollzeitstellen besetzt. Die Personalkosten werden zu 100% von der Verbandsgemeinde Bodenheim getragen. Das Kontingent von insgesamt 58,5 Wochenstunden verteilte sich bis zum 30. April 2018 auf drei, seither bis zum Ende des Berichtszeitraums auf zwei hauptamtliche Mitarbeiter. Bis zum 30. April verteilten sich die Arbeitsschwerpunkte und Arbeitsstunden wie folgt:

Frau Simone Hauke, Dipl.-Sozialarbeiterin (FH), mit 20 Stunden:

Bildungs- und Freizeitangebote (Federführung Sommerferien)

Jugendtreffs

Frau Bettina Graf, Dipl.- Sozialpädagogin (FH), mit 19,5 Stunden:

Bildungs- und Freizeitangebote (Federführung Osterferien)

Kinder- und Jugendschutz

Prävention

Taschengeldbörse

Bürgerbus

VG-Seniorennachmittag

Herr Henri Bick, M. A., mit 19 Stunden:

Bildungs- und Freizeitangebote (Federführung Herbstferien, Jahresprogramm)

Großveranstaltungen (v.a. Jugendfestival, Tanzfieber)

Vernetzung und Sonderprojekte

Öffentlichkeitsarbeit

Da Frau Hauke das KiJuBü zum 30. April auf eigenen Wunsch hin wieder verlassen hatte, teilten Frau Graf und Herr Bick die bisherigen Aufgabengebiete von Frau Hauke für den Rest des Jahres untereinander auf und passten auch ihr Stundenkontingent auf jeweils 30 Stunden an.

Da angesichts des Ausscheidens von Frau Hauke in den Sommermonaten (bereits geplantes Ferienprogramm) eine Überlastung der Jugendpfleger in Rede stand, wurde ab dem 1. Juni mit Herrn Aaron Best als geringfügig Beschäftigtem eine Unterstützungskraft angestellt, die sich bis Jahresende vor allem im Hinblick auf die Durchführung eigener Veranstaltungen in die Arbeit des KiJuBüs eingebracht hat. In den Ferien und zu anderen Veranstaltungen wurde das Team außerdem durch Ehrenamtliche verstärkt.

1.3 Finanzierung

Das KiJuBü erhält ein festes Budget durch Mittel im Verbandsgemeindehaushalt. Außerdem bezahlen die Teilnehmer für einige Veranstaltungen einen kleinen Beitrag. Viele Angebote sind jedoch kostenfrei. Das KiJuBü erhält zudem, ebenso wie die Jugendtreffs der Ortsgemeinden, gelegentlich Spenden von Privatpersonen und Institutionen. Für größere Projekte werden Fördergelder bei unterschiedlichen Institutionen (Kreisverwaltung, LZG etc.) beantragt.

2. Äußere Rahmenbedingungen

2.1 Sozialraum und Einwohnerzahlen

Die Verbandsgemeinde Bodenheim liegt auf einer Fläche von 3.414 ha direkt vor den Toren der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt Mainz und ist die fünftgrößte von zehn Verwaltungseinheiten des Landkreises Mainz-Bingen. Im Gebiet der Verbandsgemeinde leben insgesamt 20.422 Menschen mit Hauptwohnsitz. Davon sind 20,1 % jünger als 20 Jahre, 66,3 % zwischen 20 und 69 Jahren und 13,7 % älter als 70 Jahre. Der Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung beträgt 9,3 %. Im Verbandsgemeindegebiet gibt es insgesamt fünf allgemeinbildende Schulen (vier Grundschulen und ein Gymnasium).

Trotz der Nähe zu Mainz, der verhältnismäßig hohen Bevölkerungsdichte und der steigenden Anzahl an Wohngebieten ist das Gebiet der Verbandsgemeinde weiterhin ländlich geprägt.

2.2 Zielgruppe

Die Jugendarbeit nach §11 SGB VIII richtet sich in erster Linie an Kinder- und Jugendliche bis 27 Jahre. Die personelle Besetzung des KiJuBüs reicht jedoch nicht aus, um Angebote für die gesamte Altersgruppe anzubieten. In der VG Bodenheim leben 2955 (14,5 %) Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 20 Jahren. Angebote für jüngere Kinder (jünger als sechs Jahre) sind schwierig zu gestalten, da hier ein zu hoher Personalschlüssel erforderlich ist. Bei Jugendlichen, die älter als 15 sind, wurde die Erfahrung gemacht, dass diese durch Schule oder Ausbildung kaum zeitliche Ressourcen haben und in ihrer Freizeit oft nach Mainz orientiert sind. Aus diesem Grund legt das KiJuBü den Schwerpunkt bei den Angeboten auf die Altersgruppe der 6-15-Jährigen. Das bedeutet nicht, dass es keine Angebote für ältere Jugendliche gibt oder diese nicht willkommen wären. Besonders durch die Jugendtreffs oder als Betreuer in den Ferienprogrammen werden diese Jugendlichen erreicht.

Es werden auch immer wieder Angebote und Projekte für andere Adressaten ausgeschrieben (z. B. Elternabende). Einige Projekte sind von vornherein als generationsübergreifende Angebote konzipiert und haben dementsprechend verschiedene Altersgruppen als Adressaten (z. B. Taschengeldbörse).

2.3 Soziale Problemlagen

In der kommunalen Jugendarbeit sind Jugendliche mit den verschiedensten Bildungsgängen anzutreffen. Im noch ländlich geprägten Gebiet der Verbandsgemeinde Bodenheim fällt auf, dass es viele junge Familien gibt, die über gute Finanz- und Bildungsressourcen verfügen. Diesen Familien ist die (Aus-)Bildung ihrer Kinder sehr wichtig und sie sind bereit, sich dafür zu engagieren und Ressourcen zu investieren. Kinder aus diesen Familien sind oft in mehreren Vereinen aktiv, lernen Musikinstrumente und nehmen häufig an den Veranstaltungen des KiJuBüs teil. In den Veranstaltungen des KiJuBüs, die einer Anmeldung bedürfen, sind überwiegend Kinder und Jugendliche aus diesen Familien vertreten.

Dennoch ist deutlich zu sehen, dass die allgemeine gesellschaftliche Entwicklung auch vor ländlich geprägten Regionen nicht Halt macht. Bei offenen Veranstaltungen bzw. Programmpunkten und besonders in den Jugendtreffs sind vermehrt Besucher anzutreffen, die bspw. aus Scheidungsfamilien stammen oder die den Nachmittag wegen der Berufstätigkeit der Eltern gezwungenermaßen alleine verbringen müssen. Diese Jugendlichen tragen natürlich häufiger Probleme in den Alltag der Offenen Treffs. Die Bandbreite der Problemlagen reicht dabei von allgemeinen Schwierigkeiten mit Elternhaus und Schule über schwieriges soziales Verhalten bis hin zu frühen Kontakten mit legalen und illegalen Suchtmitteln.

Das Mitarbeiterteam ist in Zusammenarbeit mit den Jugendtreffbetreuern bestrebt, solche Probleme aufzufangen und während der Öffnungszeiten in Einzelgesprächen oder in Form von Projekten zu bearbeiten.

3. Aufgaben, Prinzipien und Ziele

3.1 Aufgaben der kommunalen Jugendarbeit

In §11 SGB VIII ist Jugendarbeit und ihr Stellenwert innerhalb der Jugendhilfe positioniert. Die Jugendarbeit steht an erster Stelle aller Hilfsangebote, da sie sich an alle Kinder und Jugendlichen richtet und diese nicht primär defizitär betrachtet.

„(1) Jungen Menschen sind die zur Förderung ihrer Entwicklung erforderlichen Angebote der Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen. Sie sollen an den Interessen junger Menschen anknüpfen und von ihnen mitbestimmt und mitgestaltet werden, sie zur Selbstbestimmung befähigen und zu gesellschaftlicher Mitverantwortung und zu sozialem Engagement anregen und hinführen.

(2) Jugendarbeit wird angeboten von Verbänden, Gruppen und Initiativen der Jugend, von anderen Trägern der Jugendarbeit und den Trägern der öffentlichen Jugendhilfe. Sie umfasst für Mitglieder bestimmte Angebote, die offene Jugendarbeit und gemeinwesenorientierte Angebote.

(3) Zu den Schwerpunkten der Jugendarbeit gehören:

1.

außerschulische Jugendbildung mit allgemeiner, politischer, sozialer, gesundheitlicher, kultureller, naturkundlicher und technischer Bildung,

2.

Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit,

3.

arbeitswelt-, schul- und familienbezogene Jugendarbeit,

4.

internationale Jugendarbeit,

5.

Kinder- und Jugenderholung,

6.

Jugendberatung.

(4) Angebote der Jugendarbeit können auch Personen, die das 27. Lebensjahr vollendet haben, in angemessenem Umfang einbeziehen.“

§11 SGB VIII macht aber nicht nur den Stellenwert der Jugendarbeit innerhalb der Jugendhilfe deutlich. Er sagt auch, dass Jugendarbeit eine Pflichtaufgabe des öffentlichen örtlichen Trägers der Jugendhilfe, also des Jugendamtes, ist. In ihm sind alle Aufgabenfelder verankert. Nach den Richtlinien des Landesjugendamtes Rheinland-Pfalz gehören zu den

Aufgaben der kommunalen Jugendarbeit:

Angebote machen

Zusammenarbeit und Koordination

Beteiligung von Kindern und Jugendlichen

Interessenvertretung

Sozialraum entwickeln

Fachberatung und Fortbildung

Konzeptentwicklung

Qualitätsentwicklung

Ressourcen sichern

Jugendhilfeplanung

Kinder- und Jugendschutz sowie Jugendsozialarbeit sind eigenständige Arbeitsfelder der Jugendhilfe. Es gibt jedoch immer wieder Schnittstellen mit der Jugendarbeit, sodass Jugendarbeit zum Teil auch in diesen Bereichen tätig wird.

Das KiJuBü der Verbandsgemeinde Bodenheim ist nicht in allen Feldern tätig, welche im § 11 SGB VIII und in den Empfehlungen des Landesjugendamtes beschrieben werden, da diese Aufgaben in erster Linie als Pflichtaufgabe vom öffentlichen örtlichen Träger (Jugendamt der Kreisverwaltung Mainz-Bingen) zu gewährleisten sind.

In folgenden Aufgaben und Arbeitsfeldern ist das KiJuBü für die VG Bodenheim tätig:

3.2 Prinzipien der Kinder- und Jugendarbeit

3.2.1 Grundprinzipien der Kinder- und Jugendarbeit

Grundlage der Arbeit ist ein positives, humanistisches Weltbild. Dies beinhaltet Wertschätzung, Respekt, Offenheit und Toleranz gegenüber Menschen und ihren vielfältigen Lebensweisen, die Unterstützung des persönlichen Wachstums sowie die Übernahme sozialer Verantwortung und Solidarität.

Um die Arbeit für viele Teilnehmer attraktiv zu gestalten, ist es für uns als Mitarbeiterteam wichtig, eine Angebotsstruktur vorzuhalten, die sich den verändernden Wünschen und dem Bedarf der Zielgruppe anpasst. Kinder- und Jugendarbeit, wie wir sie für unsere Einrichtung verstehen und betreiben, hält ein breites Spektrum an Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen bereit.

Prinzip der Offenheit

Die Kinder- und Jugendarbeit ist ein offenes System; es ist für Kinder und Jugendliche jeder Konfession und Nationalität offen. Es hält sich offen für soziokulturelle Veränderungen, für die verschiedenen Lebenslagen, Lebensstile und Lebensbedingungen junger Menschen, die sich in unserer heutigen Gesellschaft in einer immer früher einsetzenden Such- und Orientierungsphase befinden. Das heißt auch, dass die Kinder- und Jugendarbeit ein breites und ausdifferenziertes Angebot unterbreitet. Offenheit bedeutet Vielfalt in Bezug auf Dienstleistungen, Arbeitsmethoden und Zielgruppen, um unterschiedliche Entwicklungsaufgaben zu bewältigen. Offenheit bedeutet auch flexible und unbürokratische Gestaltung von Jugend- und Lernräumen, auch zur individuellen Nutzung.

Prinzip der Freiwilligkeit

Freiwilligkeit bei der Teilnahme an unseren Angeboten sehen wir als Grund-voraussetzung in der Arbeit mit jungen Menschen. Alle Angebote der Kinder- und Jugendarbeit sind freiwillige Angebote. Das Prinzip der Freiwilligkeit unterstützt die Selbstbestimmung von jungen Menschen wesentlich. Die Kinder- und Jugendarbeit ist zuständig für die freiwillige, nicht-formale Bildung im Gegensatz zur formalen Bildung der Schule. Sie ist als Grundlage für die Zuwendung auf die Bedürfnisse und Interessen der Jugendlichen und für den Aufbau einer vertrauensschaffenden Atmosphäre zwingend notwendig.

Prinzip der Partizipation

Die Jugendlichen werden in ihrem Freizeitverhalten „abgeholt“. Partizipation zielt ab auf aktive Teilnahme, Beteiligung, Mitwirkung und Mitbestimmung von jungen Menschen an den Tätigkeiten und der Gestaltung des Gemeinwesens, insbesondere der Kinder- und Jugendarbeit. Die Partizipationsmöglichkeiten orientieren sich an den zeitlichen und persönlichen Ressourcen, Talenten und Fähigkeiten junger Menschen und beinhalten die Entscheidungsprozesse sowie die Mitgestaltungs- und Mitwirkungsmöglichkeiten bei Programmen und Projekten wie z. B. in Teams und Arbeitsgruppen, die neue Ideen, Wünsche und Anregungen aufnehmen. So können sie sich besser mit den Zielen und Inhalten der Angebote identifizieren und aktiv partizipieren. Die Möglichkeit zur Mitbestimmung führt dazu, dass das Angebot eher genutzt und die Jugendlichen mehr Zeit und Energie in ihr Projekt, ihre Veranstaltung oder ihre Jugendeinrichtung investieren. Dabei ist es wichtig, die Strukturen der Erwachsenenbeteiligung nicht auf die Ebene der Jugend zu übertragen.

3.2.2 Arbeitsprinzipien der Kinder- und Jugendarbeit

Basierend auf oben genannten Prinzipien bedeutet Jugendarbeit nach unserem pädagogischen Verständnis, den Alltag der Kinder und Jugendlichen mit ihren spezifischen Bedürfnissen und Herausforderungen zu begleiten.

Die Ausgestaltung der Angebote orientiert sich am Bedarf der Kinder und Jugendlichen, um sie in ihrer individuellen Persönlichkeitsentwicklung zu unterstützen und gemeinsam mit ihnen Handlungsstrategien zu erarbeiten. Das KiJuBü bindet regionale Kooperationspartner (Suchtprävention des Diakonischen Werkes, Caritas, Vereine) sowie externe Trainer oder Referenten ins laufende Programm ein, um ein breites Angebot für unterschiedliche Zielgruppen zu ermöglichen. Die Spannbreite der Unterstützungsformen in der Kinder- und Jugendarbeit reichen von Bildungs- und Freizeitangeboten über begleitende Unterstützung und Beratung mit hoher Kontaktintensität bis hin zur Koordination oder der reinen Vermittlung von Hilfen anderer Dienste.

Aufgrund der aktuellen gesellschaftspolitischen und sozialen Entwicklungen und auf der Basis des Fachdiskurses haben sich weitere Arbeitsprinzipien entwickelt, die heute wesentlicher Bestandteil von Kinder- und Jugendarbeit sind.

Lebensweltliche und sozialräumliche Orientierung

Die Kinder- und Jugendarbeit orientiert sich an den Bedürfnissen, Lebenslagen und Lebensbedingungen von jungen Menschen in den Gemeinden. Ausgangspunkt der Arbeit bilden die Lebenswelten und die sozialräumlichen Bezüge der Kinder und Jugendlichen. Das heißt, Kinder- und Jugendarbeit ist nicht an einem Ort verhaftet, sondern agiert in den Lebensräumen von Kindern und Jugendlichen. Aus diesem Grund ist es auch so wichtig, dass die Ortsgemeinden eigene Jugendtreffs haben. Die Lebensweltorientierung ist grundlegendes Denk- und Handlungsprinzip und die sozialräumliche Orientierung konzeptionelles und methodisches Werkzeug in der Kinder- und Jugendarbeit. Dabei ist es auch notwendig, dass eine gesellschaftspolitische Position für junge Menschen eingenommen wird und diese in den Tätigkeitsfeldern der Vernetzung, Gremien- und Öffentlichkeitsarbeit vertreten wird.

Geschlechtsreflektierter Umgang

Kinder und Jugendliche wachsen in einer zweigeschlechtlichen Welt auf. Rollenzuweisungen und -bilder beschreiben zwei Geschlechtsstereotypen, die sich in den gesellschaftlichen Veränderungen so jedoch nicht mehr halten lassen. Dieses Arbeitsprinzip wird zusätzlich durch spezifische Angebote für Jungen bzw. Mädchen umgesetzt. Leitend für die geschlechtsreflektierte Arbeit ist eine Haltung und Herangehensweise, die jenseits einengender geschlechtsstereotyper Muster die Entwicklung individueller Entwürfe von Geschlechterrollen unterstützt.

Umgang mit kulturellen Identifikationen

Die verschiedensten Formen kulturellen Handelns wie beispielsweise Jugendkultur, Religion, Ethnien, Sprache, Nationalitäten, Politik etc. und ihre Wirkung auf Identitäten spielen für Jugendliche eine wichtige Rolle. Mitarbeitende in der Kinder- und Jugendarbeit müssen ihre eigene Haltung kennen und sich mit ihrer kulturellen Identifikation auseinandersetzen. Darüber hinaus bieten sie den Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Haltung und kulturellen Identität.

Verbindlichkeit und Kontinuität

Verbindlichkeit und Kontinuität sind Merkmale des professionellen Beziehungsangebotes an die Kinder und Jugendlichen. Die Kinder- und Jugendarbeit bedarf dafür verlässlicher Rahmenbedingungen. Voraussetzung dafür ist eine verbindliche und kontinuierliche Absicherung in Politik und Gemeinwesen. Ehrenamtliche Mitarbeiter tragen wesentlich zu den Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit bei. Professionelle hauptamtliche Fachkräfte sind jedoch nötig, um die notwendige Kontinuität und Professionalität zu gewährleisten.

Haltung gegenüber Kindern und Jugendlichen

Professionell in der Kinder- und Jugendarbeit Tätige füllen ihre Modellfunktion gegenüber Kindern und Jugendlichen verantwortungsvoll aus. Dies gilt insbesondere für den Umgang mit Suchtmitteln, mit sexualisierten und menschenentwürdigenden Äußerungen und mit Gewalt. Darüber hinaus nehmen sie gegenüber den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen einen Schutzauftrag wahr, der über die im Jugendschutzgesetz festgeschriebenen Regelungen hinausgeht. Dieser beinhaltet insbesondere an den jeweiligen persönlichen Entwicklungsstand der jungen Menschen angepasste Regeln und Grenzen. Der Schutzauftrag endet nicht mit der Volljährigkeit, sondern wird jeweils individuell wahrgenommen.

Selbstreflektion

Kinder- und Jugendarbeit basiert auf einer ressourcenorientierten Kontakt- und Beziehungsarbeit, die durch die Mitarbeiter vor Ort geleistet wird. Wichtig ist, dass sich die hauptamtlichen Kräfte mit den Arbeitsprinzipien, ihren Rollen, ihrem Menschenbild sowie ihren Verhaltens- und Denkweisen ständig auseinandersetzen.

3.3 Ziele

Das Kinder- und Jugendbüro …

steht nicht in Konkurrenz zu Institutionen wie Familie, Schule, Arbeitsplatz, Kirche, gemeinnützigen Organisationen und Vereinen. Vielmehr wirkt die Arbeit ergänzend oder alternativ dort, wo diese Institutionen die Jugendbedürfnisse nicht oder nicht ausreichend bearbeiten können.

schafft in erster Linie Bildungs- und Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche, in denen diese ihre Ressourcen stärken und ihre Kompetenzen erweitern können.

hat vorrangig präventiven Charakter, nimmt die Interessen, Fragestellungen und Probleme der Jugendlichen auf und initiiert und begleitet hierzu Jugendprojekte. Es leistet Gesundheitsförderung und Präventionsarbeit zu Themen wie Abhängigkeit, Sucht, Gewalt, Sexualität, Schule, Berufsausbildung etc.

bietet eine niedrigschwellige Anlaufstelle für Jugendfragen. Es steht Jugendlichen, Erwachsenen und Behörden für Anliegen und Fragen zur Verfügung. Es unterstützt die Vernetzung der verschiedenen Stellen der Jugendarbeit in der VG Bodenheim.

schafft jugendgerechte Strukturen und leistet Lobbyarbeit für die Belange der Jugendlichen.

stellt Räume zur Verfügung, in denen Jugendliche einen Teil ihrer Freizeit verbringen und selbst gestalten können.

fördert die Partizipation der Jugendlichen am gesellschaftlichen und politischen Leben. Es ermöglicht ihnen konstruktive Erfahrungen in ihrem Umfeld. Es stärkt die Eigenverantwortung Jugendlicher und fördert ihren Gemeinschaftssinn.

nimmt gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen wahr und integriert neue Inhalte, Mittel und Methoden in seine Arbeit.

4. Maßnahmen zum Erreichen der Ziele

Im Folgenden werden alle Angebote des KiJuBüs beschrieben. Die Veranstaltungen, die nicht in die Statistik (siehe Punkt 4.4) einfließen, sind durch einen Stern hinter der Überschrift markiert.

4.1 Angebote der Freizeit- und Bildungspädagogik

4.1.1 Jahresprogramm

4.1.1.1 Workshops, Ausflüge und Freizeiten

Über das ganze Jahr verteilt finden kreative, medienpädagogische und bewegungspädagogische Angebote statt. In diesen Veranstaltungen der außerschulischen Bildungsarbeit wird den Kindern und Jugendlichen ein praktischeres Verständnis bspw. von Mathematik und Technik vermittelt. Sie lernen, eigene kreative Gedanken zu entwickeln, den Umgang mit Werkzeugen, den Einsatz von und den Umgang mit Technik, Medien und verschiedensten Materialien. Das Zusammenarbeiten außerhalb des eigenen Klassenverbandes und das Einfinden in neue (Alters-)Gruppen und Rollen fördern zudem ihre Sozialkompetenz. Für die Veranstaltungen in diesem Arbeitsfeld gab es 2018 insgesamt 256 Anmeldungen, die alle in die Statistik (4.4) einfließen. Folgende 26 Veranstaltungen fanden statt:

Vogelfutterhäuschen am 18. Januar

Fotowürfel am 23. Januar

Schlittschuhlaufen am 7. Februar

Kokelkunst am 20. Februar

Brettspiele am 1. März

Hörspiel am 6. März

Feuer & Flamme am 15. März und 19. April

Digitale Bildergeschichten am 24. April

Trampolin am 2. Mai

Comics am 24. Mai

Kochen am 27. Mai

Seife am 6. Juni

Geocaching am 12. Juni und 28. August

Mister X am 23. August

Maislabyrinth am 7. September

Kürbisschnitzen am 26. Oktober

Tassenbemalen am 30. Oktober

Schwimmen am 9. November

Trickfilm am 15. November

Tellerbemalen am 30. November

Schlittschuhlaufen am 7. Dezember

Fotokalender am 12. Dezember

Plätzchenbacken am 15. Dezember

Christbaumkugelgestalten am 20. Dezember

4.1.1.2 Feste und Feiern

Das KiJuBü wirkt auch bei Festen und Feierlichkeiten in der Verbandsgemeinde mit. Zum Teil handelt es sich dabei um organisatorische Unterstützung im Hinblick auf Werbung oder Material. Zum Teil sind es aber auch eigene Veranstaltungen, welche in Kooperation mit Vereinen selbst geplant und durchgeführt werden. Diese Angebote sind im Hinblick auf ihre Teilnehmer- bzw. Besucherzahl nur geschätzt zu erfassen.

Tanzfieber

Das Tanzfieber fand am 25. Februar 2018 zum 13. Mal statt. Das KiJuBü veranstaltet dieses Fest in Kooperation mit der Tanz- und Trachtengruppe der Sportgemeinde 03 Harxheim. Hier haben die Kinder- und Jugendballetts aus der VG die Gelegenheit, ihre besten und schönsten Tänze der vorangegangenen Fastnachtskampagne zu präsentieren. Der Eintritt ist frei und die Veranstaltung war mit über 400 Besuchern sehr gut besucht. Es nahmen 12 Gruppen mit insgesamt 197 Tänzerinnen teil.

Familienwandertag*

An Christi Himmelfahrt fand der alljährliche VG Familienwandertag zum Bodenheimer Angelweiher statt. Das KiJuBü übernahm dafür die Organisation des Kinderprogramms sowie die Gestaltung des Plakates. Die Firma EventAgent veranstaltete das Kinderschminken.

5. VG Kinder- und Jugendfestival

2018 fand zum fünften Mal das VG Kinder- und Jugendfestival statt. Das Fest ist alle zwei Jahre fester Bestandteil des Programms geworden und lebt davon, dass sich viele Vereine und Gruppen aus der Verbandsgemeinde daran beteiligen.

2018 waren insgesamt 18 Vereine und Institutionen am Festival beteiligt. Es wurden 28 Aktionen in Form von Workshops, Vorführungen sowie Spiel und Spaß angeboten. Die Zahl der Teilnehmer und Besucher bewegte sich im mittleren dreistelligen Bereich. Die großen Attraktionen und Angebote (Hüpfburgen, Bühne, Strom etc.) werden ebenso wie alle Genehmigungen vom KiJuBü organisiert. Um die vereinseigenen Angebote kümmert sich die jeweilige Gruppe selbst. Ein Schwerpunkt des Festivals lag dabei auf dem Thema Nachhaltigkeit, das etwa mit der Organisation einer Tauschparty für Kleidung und Spielzeug oder mit dem Engagement der Landesinitiative „Rheinland-Pfalz isst besser“ umgesetzt wurde.

Die Einnahmen des Festivals sind in einen Topf geflossen und wurden erstmals im Rahmen des Jugendprojektpreises „GefütoP - Geld für tolle Projekte“ an ehrenamtliche neue Jugendprojekte in der VG ausgeschüttet. Auf diese Weise wurden bislang Vorhaben der DLRG-Ortsgruppe Nackenheim, der Katholischen Öffentlichen Bücherei Gau-Bischofsheim und des TSC Freispeed Bodenheim mit insgesamt 1.000 Euro gefördert. Die Jury zur Vergabe des Preisgeldes wurde dabei mehrheitlich von interessierten Jugendlichen gebildet, die in diesem Rahmen ihre Erfahrungen als Experten für ihre eigenen Anliegen einbringen konnten.

4.1.2 Ferienprogramme

Für alle Ferienprogramme gelten das gleiche Konzept und die gleichen Teilnahmebedingungen. Der Ablauf ist wie folgt: Das Programm wird vom KiJuBü entwickelt bzw. zusammengetragen. Es beinhaltet sowohl eigene Veranstaltungen als auch ehrenamtliche Angebote von Vereinen, Institutionen und Bürgern der Verbandsgemeinde. Die Veranstaltungen des KiJuBüs werden von den Mitarbeitern konzipiert. Bei der Durchführung sind je nach Teilnehmerzahl und Themenschwerpunkt ehrenamtliche Betreuer und ggf. externe Fachkräfte vor Ort. Der Kreis an Ehrenamtlichen, die hier mitwirken, umfasst einige Stammkräfte, die regelmäßig dabei sind, aber immer wieder auch neue Jugendliche und junge Erwachsene.

Die 2017 eingeführte Online-Anmeldung für die Ferienprogramme und andere Veranstaltungen des KiJuBüs hat sich auch 2018 bewährt und als wesentlicher Schritt im Hinblick auf Bürgerfreundlichkeit, Digitalisierung und damit verbundene Arbeitserleichterung erwiesen. Teilnehmer, die keine Möglichkeit haben, sich über das Onlineportal anzumelden, haben jedoch auch weiterhin die Gelegenheit, sich persönlich oder telefonisch im KiJuBü für die Ferienprogramme anzumelden.

2018 wurden drei Ferienprogramme angeboten:

Osterferien

In den Osterferien wurden insgesamt 26 Veranstaltu ngen angeboten. 144 Kinder und Jugendliche nahmen am Programm teil.

Sommerferien

In den Sommerferien gab es insgesamt 92 Veranstaltungen, bei denen die Anmeldung bzw. Organisation über das KiJuBü lief. Davon waren fünf Veranstaltungen anmeldefrei und ohne Teilnehmerbegrenzung. Die Teilnehmerzahlen der offenen Angebote kann mit ca. 200 Teilnehmern nur geschätzt werden und fließt daher nicht in die Statistik ein. Für die anmeldepflichtigen Veranstaltungen haben sich insgesamt 340 Teilnehmer angemeldet.

Herbstferien

In den Herbstferien fanden 30 Programmpunkte statt, für die 235 Anmeldungen eingingen.

Im Jahr 2018 wurde ein Schwerpunkt auf den Ausbau der Ferienprogrammangebote gelegt. Durch eine Erweiterung des Veranstaltungsangebots und verstärkte Öffentlichkeitsarbeit wurde ein signifikant erweiterter Teilnehmerkreis erreicht. Die Ferienprogramme trugen mit dem Jahresprogramm maßgeblich dazu bei, die Anzahl der insgesamt erreichten Kinder und Jugendlichen um 23% auf 521 zu steigern.

4.2 Projekte und Angebote im Sozialraum

4.2.1 Jugendtreffs*

Die Jugendtreffs der Ortsgemeinden sind in der Regel für alle 11-18-Jährigen geöffnet. Jugendtreffs werden in Bodenheim, Gau-Bischofsheim und Lörzweiler unterhalten.

Die Jugendtreffs Gau-Bischofsheim und Lörzweiler sind jeweils durch nebenberufliche Mitarbeiter besetzt, welche den Jugendtreff in Form eines geringfügigen Beschäftigungsverhältnisses (7 Stunden pro Woche) leiten. Der Jugendtreff in Bodenheim ist als einziger mit einer 50%-Stelle besetzt. Die Jugendtreffs entwickeln ihr Programm in Absprache mit den Jugendlichen. Teils wird es als Monatsprogramm ausgearbeitet, welches zu Beginn des Monats im jeweiligen Jugendtreff als Flyer und Plakat aushängt bzw. ausliegt. Die Programme werden auch im Nachrichtenblatt und auf den Homepages veröffentlicht. Das Programm beinhaltet meist kreative, sportliche und kulinarische Workshops. Es gibt jedoch auch reichlich Gelegenheit zum „Offenen Treff“, bei dem kein spezielles Programm angeboten wird.

Die Jugendtreffs haben ein eigenes Budget für ihre Programmgestaltung zur Verfügung. Sie können aber auch Material im Kinder- und Jugendbüro ausleihen. Alle Jugendtreffs erhalten zudem Zuschüsse für Material und Personalkosten durch die Kreisverwaltung Mainz-Bingen.

Das KiJuBü steht im regelmäßigen Kontakt zu den Jugendtreffleitern, auch um Möglichkeiten der Unterstützung auszuloten. Zudem finden regelmäßige Arbeitstreffen aller Jugendtreffbetreuer gemeinsam mit dem KiJuBü statt. Hier werden grundsätzliche Dinge (Administration, Konzept etc.) besprochen und Kooperationsmöglichkeiten ausgelotet. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Frage, wie mehr Jugendliche für die Jugendtreffs erreicht werden können.

Für alle Jugendtreffs ist anzumerken, dass es aufgrund der Verkehrssicherungspflicht für die Mitarbeiter schwierig ist, immer allein vor Ort zu sein. Die Räume sind in manchen Fällen schwierig einsehbar und/oder die Zahl der Jugendlichen ist so groß, dass ein einzelner Mitarbeiter dies nicht alles auf einmal überschauen kann. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter in einem Konfliktfall keine Zeugen haben. Aus diesen Gründen wäre es wünschenswert, dass alle Jugendtreffs mit zwei Mitarbeitern besetzt wären, möglichst beiderlei Geschlechts. Zu Urlaubs- oder Krankheitszeiten sind die Jugendtreffs derzeit zwangsweise geschlossen. Dies erschwert eine kontinuierliche Arbeit und die Jugendlichen orientieren sich auch in dieser, oft kurzen Zeit anders.

4.2.2 Taschengeldbörse*

Die Taschengeldbörse ist ein generationsübergreifendes Projekt, welches auf dem Prinzip der Nachbarschaftshilfe aufbaut. Jugendliche bieten gegen ein kleines Taschengeld älteren oder hilfebedürftigen Menschen in der Gemeinde ihre Hilfe an. Dabei soll es sich immer um einfache, unregelmäßige und ungefährliche Tätigkeiten wie Straßekehren, Hilfe beim Einkaufen oder Fragen etwa zur Smartphone-Nutzung handeln.

2018 waren 13 Jugendliche bei insgesamt 19 verschiedenen Jobangeboten im Rahmen der Taschengeldbörse aktiv. Vonseiten der Jobanbieter ist die Nachfrage sehr groß, daher konnten nicht immer Jugendliche in den angefragten Arbeitsbereichen gefunden werden.

Die Zahl der Jugendlichen fließt, da es sich um die Zielgruppe des KiJuBüs handelt, in die Statistik mit ein, die Zahl der Jobanbieter jedoch nicht.

4.3 Kinder- und Jugendschutz

Der Kinder- und Jugendschutz ist ein eigenständiges Arbeitsfeld und kein originäres Aufgabenfeld der Jugendarbeit. Da es jedoch in einigen Punkten immer wieder Überschneidungen mit der Jugendarbeit gibt, wird ihm ein eigener Punkt in diesem Bericht gewidmet.

4.3.1 Jugendschutzkontrollen*

Die Jugendschutzkontrollen auf dem Bodenheimer St. Albansfest waren wie in den Vorjahren Bestandteil der Arbeit des KiJuBüs. Aus pädagogischer Sicht, besonders im Hinblick auf vertrauensbildende Maßnahmen, ist das Mitwirken der VG-Jugendpflege aber auch weiterhin kritisch zu sehen. Die Kontrollen dürfen nicht dazu führen, dass das Mitarbeiterteam des KiJuBüs seine Vertrauensrolle gegenüber den Jugendlichen aufs Spiel setzt und diese sich kriminalisiert fühlen. Aus diesem Grund ist es für das KiJuBü wichtig, eine pädagogische und keine kontrollierende Aufgabe bei diesen Festen zu übernehmen.

Bisher kam es zu keiner merklichen Beeinträchtigung des Vertrauensverhältnisses zwischen Jugendpflege und Jugendlichen. Im Gespräch mit den Jugendlichen wurde immer versucht, zu erklären, warum das KiJuBü bei den Kontrollen dabei ist.

Die seit vielen Jahren gute Zusammenarbeit zwischen dem KiJuBü, dem Ordnungsamt der VG, der Polizei, den Mitarbeitern der Kreisverwaltung und der Suchtberatung der Diakonie Oppenheim im Bereich der Prävention sowie der Erlass einer Allgemeinverfügung haben sich in ihrem Zusammenwirken gut bewährt. Die Zahl von alkoholkonsumierenden oder stark alkoholisierten Jugendlichen (bis 18 Jahren) bewegt sich seither auf einem relativ niedrigen Niveau.

4.3.2 Präventionsangebote

Ein wichtiger Bestandteil des Kinder- und Jugendschutzes ist die Prävention. Das Hauptaugenmerk liegt darauf, Kinder aufzuklären und stark zu machen. Im Sommerferienprogramm fand ein einwöchiger Selbstbehauptungskurs zusammen mit der Sportschule AITA Sports statt. Ebenfalls in den Sommerferien fand in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Mainz-Bingen ein Skateworkshop statt, welcher das Thema Sucht in den Fokus stellte. Bei der Sexualpädagogik wurden wie in den Vorjahren Veranstaltungen in Kooperation mit der Caritas Mainz und MFM Deutschland e.V. angeboten.

Ein Schwerpunkt lag im Jahr 2018 auf Angeboten der Medienpädagogik und der Stärkung der Medienkompetenz. Hier war der Verein Smarter Online wichtiger Kooperationspartner. In diesem Zusammenhang sind auch die gefragten Workshopangebote im Bereich des Programmierens und der Arbeit mit Medien relevant.

2018 fanden in diesem Bereich folgende Veranstaltungen statt:

Safer Internet Day am 6. Februar

Hörspiel am 6. März und 30. Juli

Elternabend - Smartphone am 7. März

Selbstbehauptungskurs vom 3. bis 6. April und 30. Juli bis 3. August

Handy-Film am 4. April und 8. Oktober

Calliope mini am 5. April und 4. Oktober

Programmieren mit Scratch für Fortgeschrittene am 6. April

Digitale Bildergeschichten am 24. April

Comics am 24. Mai und 13. Juli

Filmprojekt während der Sommerferien

Skateworkshops am 25. und 29. Juni (Sommerferien)

Programmieren mit Scratch am 4. Juli, 5. Juli und 5. Oktober

Elternabend - PC-Spiele am 26. September

Selbstbehauptungskurs für Fortgeschrittene vom 9. bis 12. Oktober

3D-Druckworkshop vom 10. bis 12. Oktober

Zyklusshow am 20. Oktober

Trickfilm am 15. November

Präventionsangebote sind natürlich gleichzeitig auch immer Bildungsangebote. Ebenso verhält es sich umgekehrt mit Bildungsangeboten.

4.4. Statistik

Die Statistik bezieht sich auf die vorangegangenen Veranstaltungen. Sie schließt alle Veranstaltungen von 4.1 mit Ausnahme des Familienwandertags ein. Des Weiteren sind alle Veranstaltungen von 4.2 mit Ausnahme der Jobanbieter der Taschengeldbörse und 4.3 mit Ausnahme der Jugendschutzkontrollen in ihr abgebildet.

5. Zielerreichung und Fortschreibung der Konzeption

Wer gelingende Kinder- und Jugendarbeit in seiner Einrichtung verwirklichen will, ist gefordert, sich als Fachperson ständig selbst zu überprüfen und in Frage zu stellen. Folgende Aspekte sind dem Team des KiJuBüs im Umgang mit Kindern und Jugendlichen besonders wichtig:

ihre Situation wahr- und ernstnehmen

sie als Mädchen und Jungen wahr- und ernstnehmen

mit lebensweltlichen Situationen und Problemen konstruktiv umgehen lernen

ihre Sozial- und Lebenskompetenzen stärken

sie als Nutzer und Produzenten vielfältiger Medienangebote unterstützen und kritisch reflexiv begleiten

ihre Partizipationsmöglichkeiten erhalten und stärken

Stärkung des Netzwerkes ehrenamtlicher und hauptberuflicher Mitarbeiter

Im Rückblick kann die im KiJuBü geleistete Arbeit in den verschiedenen Schwerpunkten durchweg positiv bewertet werden. Wir als Fachkräfte sind den oben formulierten Herausforderungen gewachsen. Die Kinder und Jugendlichen, die unsere Veranstaltungen besuchen, fühlen sich hier wohl und nutzen gerne unsere unterschiedlichen Angebote. Aber auch wir - die pädagogischen Mitarbeiter - wurden im Laufe des Jahres von den Kindern und Jugendlichen in einem positiven Sinn wahr- und vor allem angenommen. Die Gespräche über vielfältige Probleme, welche mit uns erörtert wurden, lassen auf eine gute Vertrauensbasis schließen.

Die Grundlagen der pädagogischen Arbeit des KiJuBüs wurden in der Konzeption von 2010 festgelegt. Mit den Jahresberichten wird ihre kontinuierliche Weiterentwicklung aufgezeigt. Jugendarbeit, wie wir sie verstehen, ist eine sinnstiftende Antwort auf die Lebenssituation und Lebenswelt junger Menschen. Unsere Arbeit richtet sich vor allem an Kinder und Jugendliche, die nicht in verbandlichen Strukturen organisiert sind oder sein wollen. Sie stellt Räume und Sachmittel zur Verfügung, die für alle interessierten Kinder und Jugendlichen regelmäßig zugänglich sind.

Die Arbeit orientiert sich an den Stärken, Kompetenzen und Eigenarten junger Menschen, nimmt sie in ihren Suchbewegungen, Problem- und Lebenslagen ernst und entwickelt und organisiert die verschiedensten Aktivitäten. Aus diesen Überlegungen heraus ergeben sich für die Konzeption der pädagogischen Arbeit folgende Aufgaben und Zielsetzungen:

Jugendliche fördern, unterstützen, motivieren (Ich-Stärkung)

Einbindung in soziale Gruppen (Identität und Integration)

Möglichkeit zur Entfaltung jugendlicher Szenen geben

Bedürfnisse nach selbstbestimmter Freizeit aufgreifen und respektieren, dabei aber Verbindlichkeit einfordern

Entwicklung persönlicher, sozialer und wirtschaftlicher Perspektiven

gesellschaftliche Partizipation von Kindern und Jugendlichen

Ehrenamtlichkeit fördern

Befähigung, gesund zu leben, bewusst zu entspannen und sich mit Freude zu bewegen

Im Jahr 2018 nahm das Mitarbeiterteam des KiJuBüs dafür an Fachtagungen und Fortbildungen teil. Entsprechend des jeweiligen Arbeitsschwerpunktes diente diese Teilnahme der Erweiterung der fachlichen Fähigkeiten jedes Mitarbeiters.

Gemeinsam haben die Mitarbeiter das Jahresstartseminar der Jugendpflege des Landkreises Mainz-Bingen sowie einzeln Fortbildungen im Bereich Medienpädagogik und kommunale Jugendarbeit besucht.

6. Gremienarbeit und Kooperationen

6.1 Gremienarbeit

Im Berichtszeitraum arbeitete das KiJuBü in folgenden Gremien mit:

AG Jugendarbeit des Kreises Mainz-Bingen

JuZ it des Kreises Mainz-Bingen

Spielleitplanung Bodenheim

Jugend- und Sozialausschüsse der Ortsgemeinden

VG-Seniorenbeirat

Ehrenamtsteam des Bürgerbusses

Regionaler Arbeitskreis Suchtprävention

6.2 Kooperation

Im Jahr 2018 wurde bei größeren Aktionen oder Projekten mit anderen Einrichtungen, Ämtern und Fachleuten kooperiert:

Ferienprogramme - Vereine und Institutionen und Ehrenamtliche

Sexualpädagogische Workshops - MFM und Caritas Mainz

Suchtprävention - Diakonisches Werk Mainz-Bingen

Generationsübergreifend - Quartiersbüro WiB - Wir in Bodenheim

7. Öffentlichkeitsarbeit

Nachrichtenblatt, Plakate und Flyer

Im wöchentlich erscheinenden Nachrichtenblatt der VG Bodenheim werden auf der Seite der Jugend alle Veranstaltungen des VG KiJuBüs und der Jugendtreffs veröffentlicht. Zusätzlich zum Nachrichtenblatt werden die jeweiligen Veranstaltungen in den Jugendtreffs und Schulen sowie in einzelnen Fällen auch in Kindergärten beworben.

Internet

Hinweise auf die Veranstaltungen werden auch auf die Homepage des Kinder- und Jugendbüros (www.kijubue.vg-bodenheim.de) sowie auf die der VG Bodenheim gesetzt. Hier werden alle Flyer zu Veranstaltungen und noch vieles mehr veröffentlicht. Auf der Facebook-Seite Kinder- und Jugendbüro der Verbandsgemeinde Bodenheim wird auch auf Veranstaltungen des KiJuBüs hingewiesen. Zentral ist außerdem unser Onlineportal (www.vg-bodenheim.feripro.de), auf dem alle anstehenden Veranstaltungen, für die eine Anmeldung erforderlich ist, eingesehen werden können und die Anmeldung abgewickelt wird.

Ferienprogrammhefte

Auch die Ferienprogrammhefte sind wichtig für die Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere das Sommerferienprogrammheft. Dieses wird in einer Auflage von 1.500 Stück gedruckt und an alle Schüler der VG verteilt. Ebenso liegt das Heft in den jeweiligen Rathäusern und Jugendtreffs aus.

Presse

Über Veranstaltungen mit öffentlichem Charakter informiert das KiJuBü regelmäßig die Presse. Dort wird im Vorfeld auf die Veranstaltungen aufmerksam gemacht und auch im Nachhinein werden Presseartikel veröffentlicht. Alle Artikel, die im Jahr 2018 im Zusammenhang mit dem KiJuBü erschienen sind, befinden sich im Anhang.

8. Perspektiven

Die Perspektiven für unsere Einrichtung stellen sich im Jahr 2018 positiv dar. Unsere Arbeit wird sowohl von unserer Zielgruppe als auch von der Öffentlichkeit positiv wahrgenommen und wertgeschätzt. Die personellen Veränderungen im KiJuBü stellten sich zwar als Herausforderungen dar, konnten jedoch im Hinblick auf eine Stärkung und Diversifizierung der Angebote genutzt werden.

Perspektivisch streben wir weitere inhaltliche Schwerpunktsetzungen in unseren Programmangeboten an. Zu nennen ist hier das Themenfeld Umwelt und Nachhaltigkeit, das die Kinder und Jugendlichen in der Zielgruppe spürbar bewegt. Desweiteren möchten wir den Blick gezielt auf den älteren Teil der Zielgruppe legen und hier gerade im Bereich der Ausbildung Orientierungsmöglichkeiten anbieten. Dabei gilt es, die Vernetzung des KiJuBüs auch über kommunale Grenzen hinweg zu intensivieren.

Hauptaugenmerk unserer Arbeit im nächsten Jahr wird gleichzeitig die Kontinuität bei den in diesem Bericht vorgestellten Schwerpunkten und Projekten sein, die zum Großteil sehr gut eingeführt und für uns sowie für viele Kinder, Jugendliche, Bürgerinnen und Bürger kaum mehr wegzudenken sind. Die außerordentlich positive Entwicklung der Teilnehmerzahlen, die im Jahr 2018 um 23% gestiegen sind, bestätigen den Bedarf und die Zukunftsfähigkeit der Angebote.

Dieser Bedarf wird weiter ansteigen. Ab 2019 kommt etwa mit den Winter- bzw. Pfingstferien in Rheinland-Pfalz ein zusätzliches Ferienprogramm mit dem damit verbundenen administrativen Aufwand hinzu. Dies und zusätzliche Aktionen wie das Kinder- und Jugendfestival samt Jugendprojektpreis, zusätzliche Projekte (z. B. Bürgerbus, Taschengeldbörse), der steigende Bedarf an Kooperationen und höhere Anforderungen an eine professionelle Öffentlichkeitsarbeit zeigen uns als Mitarbeitern unsere Leistungs- und Zeitgrenzen auf. Positiv ist deshalb zu vermerken, dass wir auch im Jahr 2018 Unterstützung durch ehrenamtliche Mitarbeiter bekommen haben und es möglich war, eine geringfügig beschäftigte Unterstützungskraft zu gewinnen.

Grundlegend erachten wir es aber als vernünftig, die Stellenanzahl im KiJuBü den im Tätigkeitsbericht dargestellten gestiegenen Herausforderungen und dem Bedarf der Zielgruppe anzupassen. Auch bezüglich der Themen Inklusion und Integration wäre dies ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Unserer Einschätzung nach wäre es sinnvoll, mindestens eine halbe Stelle mehr für das KiJuBü zu schaffen. Langfristig wird dies die einzige Möglichkeit sein, den gestiegenen gesellschaftlichen Anforderungen sinnvoll und ausgewogen zu begegnen.