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Nachrichtenblatt der Verbandsgemeinde Bodenheim
Ausgabe 5/2020
Amtlicher Teil
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Benutzungsordnung für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim

Für die in der Trägerschaft der Ortsgemeinde Harxheim stehende Kindertagesstätte wird nachfolgende Benutzungsordnung erlassen:

§ 1

Träger

(1) Die Gemeinde ist gem. § 10 Abs. 2 des Kindertagesstättengesetzes Träger der Kindertagesstätte.

(2) Die Kindertagesstätte wird von der Gemeinde als öffentliche Einrichtung für die Kinder ihrer Einwohner und Einwohnerinnen unterhalten.

§ 2

Aufgaben

(1) Für die Kindertagesstätte gelten die Bestimmungen des Kindertagesstättengesetzes für Rheinland-Pfalz und die Ausführungsbestimmungen in der jeweils gültigen Fassung.

(2) In der Kindertagesstätte sollen sich die Kinder frei in einer von Vertrauen getragenen Atmosphäre entwickeln.

Als Ergänzung des Familienlebens und in engem Kontakt mit dem Elternhaus soll der Aufenthalt in einer Kindertagesstätte dazu beitragen, die körperliche, geistige und seelische Entwicklung des Kindes anzuregen und die Gemeinschaftsfähigkeit zu fördern.

Die Kindertagesstätte bietet allen Kindern die gleichen Entwicklungschancen. Im Rahmen der pädagogischen Möglichkeiten sollen Entwicklungsrückstände ausgeglichen werden.

§ 3

Aufnahme

(1) Die Aufnahme eines Kindes in die Kindertagesstätte erfolgt auf Antrag der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten, in der Regel zum 01. des Monats.

Darüber hinaus werden von dem Träger die jeweiligen Stichtage in Bezug auf den Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz berücksichtigt.

(2) Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz (=ab Aufnahme bis zum Schuleintritt) beinhaltet ein Angebot auf einen Teilzeitplatz mit der Betreuung am Vor- und Nachmittag in der Einrichtung ohne Betreuung über Mittag.

(3) Aufnahmeberechtigt sind die Kinder, deren Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten mit Hauptwohnung in der Trägergemeinde gemeldet sind (= Hauptwohnsitz im Sinne des Meldegesetzes).

Kinder, die nicht mit Hauptwohnsitz in der Trägergemeinde gemeldet sind, können bis zum Ende des Kindergartenjahres (31.07.) in der Einrichtung aufgenommen werden, soweit zum Zeitpunkt der Aufnahme freie Kapazitäten vorhanden sind.

(4) Kann der Bedarf an Ganztagsplätzen (auf die es keinen Rechtsanspruch gibt) in den Bereichen Krippe, Kindertagesstätte und Hort nicht gedeckt werden, erfolgt die Aufnahmeentscheidung in der Rangfolge der nachstehenden Prioritätskriterien:

1.

besonderer familienergänzender Erziehungs- und Förderbedarf des Kindes aus sozialen Gründen,

2.

alleinerziehend und berufstätig/ studierend/ selbstständig

3.

Berufsfähigkeit/ Studium/ Selbstständigkeit beider Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten – gestaffelt nach Umfang der Arbeitszeit

4.

Geschwisterkinder

Die Anmeldung für einen Hortplatz erfolgt im 4. Quartal im Jahr vor der Einschulung.

Der Nachweis erfolgt durch Vorlage einer Arbeitgeberbescheinigung bzw. Selbstauskunft bei Selbstständigen oder Vorlage des Studentenausweises und ggf. Seminarplänen sowie Vorlesungsverzeichnisses von Studierenden. Die Nachweise sind jährlich unaufgefordert von den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten zu Beginn des neuen KiTa-Jahres der Kindertagesstättenleitung neu vorzulegen.

Änderungen sind unverzüglich der Kindertagesstättenleitung mitzuteilen. Stellen sich die Aufnahmevoraussetzungen als unrichtig heraus oder fallen diese nachträglich weg, kann der Ganztagsplatz nach § 5 der Benutzungsordnung gekündigt werden.

(5) Nach der Aufnahme erfolgt die Betreuung der Kinder in den Angebotsformen entsprechend der vom Landesjugendamt erteilten und gültigen Betriebserlaubnis der Kindertagesstätte.

(6) Der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz verfällt nicht, wenn sich Eltern entscheiden, den Kindergarteneintritt zu verschieben, weil er dem individuellen Entwicklungsstand und damit dem Wohl des Kindes entgegensteht.

(7) Voraussetzung für die Aufnahme ist die Abgabe aller von den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten unterzeichneten Aufnahmeunterlagen in der Kindertagesstätte und die Anerkennung des Eingewöhnungskonzeptes.

(8) Die Aufnahme in die Kindertagesstätte beginnt für das Kind und die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten mit einer Eingewöhnungszeit, die in jeder Einrichtung durch ein Eingewöhnungskonzept geregelt und verpflichtend ist.

(9) Das Kindergartenjahr beginnt am 01. August und endet am 31. Juli des Folgejahres.

Die Aufnahme im laufenden Kindergartenjahr ist grundsätzlich möglich, wenn freie Plätze in dem gewünschten Betreuungsangebot bzw. der Angebotsform und erforderlichen Gruppenstruktur zur Verfügung stehen.

Dabei darf die genehmigte Gesamtzahl der Plätze für die Einrichtung im Rahmen der erteilten und gültigen Betriebserlaubnis nicht überschritten werden.

§ 4

Abmeldung

(1) Die Abmeldung eines Kindes ist nur mit Wirkung zum Monatsende möglich. Sie hat durch den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten in schriftlicher Form bei der Kindertagesstätte der Trägergemeinde zu erfolgen.

(2) Hat ein Kind länger als eine Woche ohne Entschuldigung oder Abmeldung die Kindertagesstätte nicht besucht, wird sein Platz mit Beginn des folgenden Monats nicht mehr freigehalten; das Kind gilt als abgemeldet.

Die Zahlungspflicht eines evtl. Elternbeitrages oder des Beitrags zum Mittagessen bleibt für den laufenden Monat bestehen.

Der Träger kann den freien Platz vom Beginn des folgenden Monats an wieder anderweitig vergeben.

(3) Bei Umzug der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten mit Hauptwohnsitz in eine andere Gemeinde besteht der Anspruch auf eine Betreuung des Kindes nur bis zum Ende des Umzugsmonats.

§ 5

Ausschlussgründe/ Kündigung

(1) Der Träger kann ein Kind von dem weiteren Besuch der Kindertagesstätte ausschließen bzw. den Platz kündigen, wenn insbesondere

a)

durch das Verhalten des Kindes für den Betrieb der Einrichtung eine unzumutbare Belastung entsteht oder

b)

andere Personen durch das Kind oder sein Verhalten gefährdet sind oder

c)

die Einrichtung dem Kind nicht gerecht werden kann oder

d)

die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten mit ihren Zahlungsverpflichtungen länger als zwei Monate, trotz schriftlicher Mahnung, im Verzug sind oder

e)

durch die Platzvergabe an ortsfremde Kinder, Plätze für ortseigene Kinder nicht mehr zur Verfügung gestellt werden können oder

f)

wiederholt gegen die Benutzungsordnung verstoßen wird.

(2) Die Kündigung/ der Ausschluss nach § 5 Nr. (1) a bis f erfolgt schriftlich vom Träger und wird mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende wirksam.

(3) Bei Umzug der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten mit Hauptwohnsitz in eine andere Gemeinde besteht der Anspruch auf eine Betreuung des Kindes nur bis zum Ende des Umzugsmonats. Der Träger kann in diesem Fall den Vertrag entsprechend schriftlich kündigen.

§ 6

Schließung der Einrichtung

Die Schließungstage der Kindertagesstätte ergeben sich aus dem Anhang 1 zu der Benutzungsordnung.

Darüber hinaus können sich zwingende Gründe, z.B. Anordnung des Gesundheitsamtes oder fehlende Betriebserlaubnis für eine Schließung der Kindertagesstätte durch den Träger ergeben.

§ 7

Elternbeiträge

(1) Der Träger hat die zur anteiligen Deckung der Personalkosten zu erhebenden Elternbeiträge in einer Satzung geregelt.

(2) Für das Mittagessen wird ein gesonderter Beitrag nach § 13 Abs. (1) Satz 2 des Kindertagesstättengesetzes erhoben.

§ 8

Aufsichtspflicht

(1) Die Aufsichtspflicht auf dem Weg von und zu der Einrichtung obliegt den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten.

(2) Die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten übergeben das Kind zu Beginn der Betreuungszeit an eine/n Erzieher/in und holen das Kind nach Beendigung der Betreuungszeit bei einer/m Erzieher/in wieder in den Räumen der Einrichtung ab.

(3) Die Aufsichtspflicht des Erziehungspersonals beginnt erst mit der Übergabe des Kindes durch den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten an ein/e Erzieher/in in den Räumen der Einrichtung und endet mit der Übergabe des Kindes durch den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten und beim Verlassen der Einrichtung bzw. des Grundstücks.

(4) Sollte das Kind ausnahmsweise oder regelmäßig alleine nach Hause gehen dürfen oder von anderen Personen als den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten abgeholt werden, muss dafür eine schriftliche Einverständniserklärung der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten in der Kindertagesstätte hinterlegt werden.

Damit Kinder alleine kommen oder nach Hause gehen dürfen, bedarf es einer Absprache und Zustimmung der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten und der Erzieher/innen.

(5) Bei gemeinsamen Veranstaltungen in oder außerhalb der Kindertagesstätte (z.B. Ausflüge, Feste, Grillen usw.), an denen die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten mit ihren Kindern teilnehmen, liegt die Aufsichtspflicht bei diesen oder den von ihnen bestimmten erwachsenen Begleitpersonen.

§ 9

Versicherungen

(1) Unfallversicherung

Kinder in den Kindertagesstätten unterliegen dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Der Umfang der Versicherung erstreckt sich auf Körperschäden, die während der versicherten Betreuungsart eintreten, einschließlich des Weges von und zur Kindertagesstätte. Unternehmungen außerhalb des Kindertagesstättenbereiches sind ebenfalls versichert.

Träger der gesetzlichen Unfallversicherung ist die Unfallkasse Rheinland-Pfalz in Andernach.

Eventuelle Schäden sind umgehend der Kindertagesstättenleitung zu melden.

(2) Haftpflichtversicherung

Im Rahmen der beim Gemeindeversicherungsverband in Köln bestehenden Haftpflichtversicherung ist auch der Betrieb der Kindertagesstätte versichert.

Somit besteht u.a. Versicherungsschutz bei Verursachung von Drittschäden, soweit diese durch Kinder während des Besuches der Einrichtung verursacht werden.

Darüber hinaus sind eigene Garderobenschäden der Kinder mitversichert.

Eventuelle Schäden sind umgehen der Kindertagesstättenleitung zu melden.

§ 10

Belehrung der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten gem. § 34 Abs. 5 Satz 2 Infektionsschutzgesetz (lfSG)

(1) Das Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz -lfSG-) in der jeweils geltenden Fassung ist in Gemeinschaftseinrichtungen zu beachten.

(2) Kindertagesstätten sind Gemeinschaftseinrichtungen (GE) im Sinne des Gesetzes (§ 33).

Die Leitung der Gemeinschaftseinrichtung hat nach § 34 Abs. 5 Satz 2 Infektionsschutzgesetz (lfSG) jede Person, die in der Gemeinschaftseinrichtung neu betreut wird, oder deren Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten über die Pflichten nach Satz 1 des Infektionsschutzgesetzes zu belehren.

(3) Die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten werden mit Anhang 2 zur Benutzungsordnung, dem „Merkblatt zum Infektionsschutzgesetz“ über die Pflichten, Verhaltensweisen und das übliche Vorgehen unterrichtet.

Mit der Unterschrift auf Anhang 5 wird von den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten der Erhalt und die Kenntnisnahme des Merkblatts bestätigt.

§ 11

Hinweis zur Lebensmittelhygiene in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder

(1) Die Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen ist eine über den privaten Bereich hinausgehende Maßnahme. Das Herstellen, Behandeln und die Abgabe von Lebensmitteln in Einrichtungen zur Gemeinschaftsverpflegung wird nach dem Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuch (LFGB) in Verbindung mit der Lebensmittelhygiene-Verordnung (LMHV) einer gewerbsmäßigen Vornahme dieser Tätigkeit gleichgestellt.

(2) In Gemeinschaftseinrichtungen gelten unabhängig von der Art und Weise der Beschaffung der Verpflegung und unabhängig davon, ob die Lebensmittel in unverändertem, zubereitetem oder verarbeitetem Zustand verzehrt werden, die lebensmittelrechtlichen Vorschriften.

Ebenso unterliegt dieser Bereich dem EU-Lebensmittelhygienerecht, siehe Verordnungen (EG) Nr. 178/2002 = Basisverordnung zur Lebensmittelhygiene und Nr. 852/2004 = Teil des sogenannten EU-Hygienepaketes.

(3) Den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten wird zusammen mit der Benutzungsordnung ausgehändigt:

a) Anhang 3

„Hinweis zur Lebensmittelhygiene in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder“ einschl. der Belehrung zu Tätigkeitsverboten gem. § 42 Infektionsschutzgesetz.

b) die dazugehörigen Einverständniserklärungen = Anhang 4 zur Benutzungsordnung. Mit der Unterschrift auf Anhang 5 zur Benutzungsordnung (hier: Ausfertigung der Kindertagesstätte) wird von den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten die Kenntnisnahme bestätigt und das Einverständnis zu Anhang 4 der Benutzungsordnung erteilt.

§ 12

Elternarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen Kindertagesstättenpersonal und den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten ist ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit der Kindertagesstätte. Sie setzt voraus, dass beide Partner sich kennen und respektieren, d.h. dass die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten die Eigenständigkeit und Eigenverantwortung des Kindertagesstättenpersonals und die sich daraus ergebenden Zielsetzungen, Strukturen und Methoden anerkennen und das Kindertagesstättenpersonal die Erziehungsvorstellung der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten ernstnimmt und ihrer sozialen Situation Rechnung trägt.

Berechtigte Ansprüche und Wünsche beider Partner müssen daher ernsthaft mit dem Ziel diskutiert werden, Lösungen zu finden.

Letztlich bleibt jedoch die Verantwortung des Trägers und der Erzieherinnen der Kindertagesstätte für die Arbeit unberührt.

Die Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten der die Kindertagesstätte besuchenden Kinder wirken durch die Elternversammlung und den Elternausschuss an der Erziehungs- und Bildungsarbeit der Kindertagesstätte mit (§ 3 Abs. 1 Kindertagesstättengesetz).

§ 13

Elternausschuss

Einmal jährlich, vorzugsweise im Oktober, wird ein Elternausschuss gewählt, der die Aufgabe hat, die Erziehungsarbeit in der Kindertagesstätte zu unterstützen und die Zusammenarbeit zwischen der Kindertagesstätte und den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten zu fördern.

Für den Elternausschuss gilt die Elternausschuss-Verordnung in der jeweils gültigen Fassung.

§ 14

Anerkennung der Benutzungsordnung

(1) Die Benutzungsordnung bildet die Grundlage der Betreuungsvereinbarung zwischen den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten und der Gemeinde als Träger der Kindertagesstätte.

(2) Die Benutzungsordnung für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim in der jeweils gültigen Fassung, wird den Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten bei der Anmeldung ihres Kindes ausgehändigt und mit ihrer Unterschrift auf Anhang 5 der Benutzungsordnung anerkannt.

§ 15

In-Kraft-Treten

Die Benutzungsordnung für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim tritt mit dem Tage der Veröffentlichung in Kraft.

Gleichzeitig verliert die bisherige „Benutzungsordnung für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim“ vom 09.01.2014 ihre Gültigkeit.

Harxheim, den 08.01.2020
Andereas Hofreuter, Ortsbürgermeister
Ortsgemeinde Harxheim
als Träger der Kindertagesstätte
Anhang 1 zur Benutzungsordnung

Schließungstage für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim

„klein reingehen – groß rauskommen“

Die Einrichtung bleibt an folgenden Tagen geschlossen:

1 Tag Fastnacht

2 Wochen während der Schulsommerferien

1 Tag Betriebsausflug

4 Konzeptionstage

Zwischen Weihnachten und Neujahr

Anhang 2 zur Benutzungsordnung / Seite 1

BITTE LESEN SIE SICH DIESES MERKBLATT SORGFÄLTIG DURCH

Belehrung für Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigte gem. § 34 Abs. 5 Satz 2 Infektionsschutzgesetz (lfSG)

Wenn Ihr Kind mit einer ansteckenden Erkrankung die Kindertagesstätte oder andere Gemeinschaftseinrichtungen (GE) besucht, kann es andere Kinder, Erzieher, Lehrer oder Betreuer anstecken. Säuglinge und Kinder sind während einer Infektionskrankheit abwehrgeschwächt und können sich Folgeerkrankungen (mit Komplikationen) zuziehen.

Um dies zu verhindern, möchten wir Sie mit diesem Merkblatt über Ihre Pflichten, Verhaltensweisen und das übliche Vorgehen nach dem Infektionsschutzgesetzt unterrichten. Infektionskrankheiten haben in der Regel nichts mit mangelnder Sauberkeit oder Unvorsichtigkeit zu tun.

Deshalb bitten wir Sie stets um Offenheit und vertrauensvolle Zusammenarbeit zum

Wohlergehen der Kinder, des Personals und in Ihrem eigenen Interesse.

Das Gesetz bestimmt, dass Ihr Kind nicht in die Kindertagesstätte oder andere Gemeinschaftseinrichtungen (GE) gehen darf, wenn

1.

es an einer schweren Infektion erkrankt ist, die durch geringe Erregermengen verursacht wird. Dies sind nach der Vorschrift: Diphtherie, Cholera, Typhus, Tuberkulose und Durchfall durch EHEC - Bakterien. Alle diese Krankheiten kommen bei uns in der Regel nur als Einzelfälle vor. Außerdem nennt das Gesetz noch virusbedingte hämorrhagische Fieber, Pest und Kinderlähmung, deren Übertragung in Deutschland eher unwahrscheinlich ist;

2.

eine Infektionskrankheit vorliegt, die in Einzelfällen schwer und kompliziert verlaufen kann, dies sind Keuchhusten, Masern, Mumps, Scharlach, Windpocken, Hirnhautentzündung durch Hib-Bakterien, Meningokokken-lnfektionen, Krätze, ansteckende Borkenflechte, Hepatitis A und bakterielle Ruhr;

3.

ein Kopflausbefall vorliegt und die Behandlung noch nicht abgeschlossen ist;

4.

es vor Vollendung des 6. Lebensjahres an einer infektiösen Gastroenteritis erkrankt ist oder ein entsprechender Verdacht besteht.

Die Übertragungswege der aufgezählten Erkrankungen sind unterschiedlich.

Viele Durchfälle und Hepatitis A sind sogenannte Schmierinfektionen. Die Übertragung erfolgt durch mangelnde Händehygiene sowie durch verunreinigte Lebensmittel, nur selten durch Gegenstände (Handtücher, Möbel, Spielsachen). Tröpfchen- oder "fliegende" Infektionen sind z.B. Masern, Mumps, Windpocken und Keuchhusten. Durch Haar-, Haut- und Schleimhautkontakte werden Krätze, Läuse und ansteckende Borkenflechte übertragen.

Dies erklärt, dass in Gemeinschaftseinrichtungen (GE) besonders günstige Bedingungen für eine Übertragung der genannten Krankheiten bestehen. Wir bitten Sie also, bei ernsthaften Erkrankungen Ihres Kindes immer den Rat Ihres Haus- oder Kinderarztes in Anspruch zu nehmen (z.B. bei hohem Fieber, auffallender Müdigkeit, wiederholtem Er brechen, Durchfällen länger als einen Tag und anderen besorgniserregenden Symptomen).

Der Arzt wird Ihnen - bei entsprechendem Krankheitsverdacht oder wenn die Diagnose gestellt werden konnte - darüber Auskunft geben, ob Ihr Kind eine Erkrankung hat, die einen Besuch der Gemeinschaftseinrichtung nach dem Infektionsschutzgesetz verbietet.

Muss ein Kind zu Hause bleiben oder sogar im Krankenhaus behandelt werden, benachrichtigen Sie uns bitte unverzüglich und teilen Sie uns auch die Diagnose mit, damit wir zusammen mit dem Gesundheitsamt alle notwendigen Maßnahmen ergreifen können, um einer Weiterverbreitung der Infektionskrankheit vorzubeugen.

Bei vielen Infektionskrankheiten erfolgt eine Ansteckung schon, bevor typische Krankheitssymptome auftreten. Ihr Kind kann bereits Spielkameraden, Mitschüler oder Personal angesteckt haben, wenn es mit den ersten Krankheitszeichen zu Hause bleiben muss.

ln einem solchen Fall müssen wir die Eltern der übrigen Kinder anonym über das Vorliegen einer ansteckenden Krankheit informieren.

Manchmal nehmen Kinder oder Erwachsene nur Erreger auf, ohne zu erkranken. Auch werden in einigen Fällen Erreger nach der Erkrankung noch längere Zeit mit dem Stuhl ausgeschieden oder in Tröpfchen beim Husten und durch die Ausatmungsluft übertragen. Dadurch besteht die Gefahr, dass sie Spielkameraden, Mitschüler oder das Personal anstecken.

Im Infektionsschutzgesetz ist deshalb geregelt, dass die "Ausscheider" von Cholera-, Diphterie-, EHEC-, Typhus-, Paratyphus- und Shigellenruhr- Bakterien nur mit Genehmigung und nach Belehrung des Gesundheitsamtes wieder in eine Kindertagesstätte oder andere GE gehen dürfen.

Auch wenn bei Ihnen zu Hause jemand an einer schweren oder hochansteckenden Infektionskrankheit leidet, können weitere Mitglieder des Haushaltes diese Krankheitserreger schon aufgenommen haben und ausscheiden, ohne selbst erkrankt zu sein. Auch in diesem Fall muss Ihr nicht erkranktes Kind zu Hause bleiben.

Wann ein Besuchsverbot der Kindertagesstätte oder einer anderen GE für Ihr Kind als Überträger besteht, kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt oder Ihr Gesundheitsamt mitteilen.

Auch in diesen beiden genannten Fällen müssen Sie uns benachrichtigen.

Gegen Diphtherie, Masern, Mumps, (Röteln), Kinderlähmung, Typhus und Hepatitis A stehen Schutzimpfungen zur Verfügung. Liegt dadurch ein Schutz vor, kann das Gesundheitsamt in Einzelfällen das Besuchsverbot aufheben.

Sollten Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich bitte an ihren Haus- oder Kinderarzt o d e r an Ihr Gesundheitsamt. Auch wir helfen Ihnen gerne weiter.

Anhang 3 zur Benutzungsordnung/ Seite 1

„Hinweise zur Lebensmittelhygiene in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder“

Bei Kindergartenfesten dürfen folgende Lebensmittel mitgebracht werden:

Abgepackte, versiegelte, vakuumierte Wurst-, Fleisch- und Käsewaren, die mit Haltbarkeitsdatum versehen sind - Temperaturbeachtung -

Würstchen im Glas mit MHD (Mindesthaltbarkeitsdatum)

Unbelegte Brötchen, Brezeln und Brote - eingetütet -

Marmelade oder ähnlicher Brotbelag im ungeöffneten Glas mit MHD

Durchgebackener Kuchen, z.B. Marmor-, Zitronen-, Nuss-, Käsekuchen, eingesunkener Apfel- und Kirschkuchen, Streuselkuchen, Nussecken, Amerikaner, Plätzchen, Hefekuchen auch mit Obst, wenn dieses durch gebacken wurde

Frische Tomaten, Paprika, Karotten, Zwiebeln, Maiskolben, Kartoffeln z. B. für Rohkost oder zum Grillen bei Sommerfesten.

Frisches Obst

Elternmitwirkung bei folgenden lebensmittelrelevanten Aktionen:

Mithilfe am Gartengrill und

Mithilfe in der Kindergarten-Wirtschaftsküche, wenn eine Belehrung zu Tätigkeitsverboten gem. § 42 Infektionsschutzgesetz (lfSG) erfolgt ist mit dem nachstehenden Merkblatt „Gesundheitsinformation für den Umgang mit Lebensmitteln"

Warum müssen besondere Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden?

Vor allem in:

Fleisch, Geflügelfleisch und Erzeugnissen daraus

Milch und Erzeugnisse auf Milchbasis

Fischen, Krebsen oder Weichtieren und Erzeugnissen daraus

Eiprodukten

Säuglings- oder Kleinkindernahrung

Speiseeis und Speiseeishalberzeugnissen

Backwaren mit nicht durchgebackener oder durcherhitzter Füllung oder Auflage

Feinkost-, Rohkost- und Kartoffelsalaten, Marinaden, Mayonnaisen, anderen ermulgierten Soßen,

Nahrungshefen

können sich bestimmte Krankheitserreger besonders leicht vermehren.

Anhang 3 zur Benutzungsordnung / Seite 2

Durch den Verzehr von derartig mit Mikroorganismen verunreinigten Lebensmitteln können Menschen an Lebensmittelinfektionen oder -Vergiftungen schwer erkranken.

ln Gemeinschaftseinrichtungen kann davon eine große Anzahl von Menschen betroffen sein.

Aus diesem Grunde muss von jedem Beschäftigten zum Schutz des Verbrauchers und zum eigenen Schutz ein hohes Maß an Eigenverantwortung und Beachtung von Hygieneregeln verlangt werden.

Das Infektionsschutzgesetz bestimmt, dass Sie die oben genannten Tätigkeiten nicht ausüben dürfen, wenn bei Ihnen Krankheitserscheinungen (Symptome) auftreten, die auf eine der folgenden Erkrankungen hinweisen oder die ein Arzt bei Ihnen festgestellt hat:

Akute infektiöse Gastroenteritis (plötzlich auftretender, ansteckender Durchfall), ausgelöst durch Salmonellen, Shigellen, Cholerabakterien, Staphylokokken, Campylobacter, Rotaviren oder andere Durchfallerreger

Typhus oder Paratyphus

Virushepatitis A oder E (Leberentzündung)

Sie haben infizierte Wunden oder eine Hautkrankheit, bei denen die Möglichkeit besteht, dass deren Krankheitserreger über Lebensmittel auf andere Menschen übertragen werden können.

Die Untersuchung einer Stuhlprobe von Ihnen hat den Nachweis eines der folgenden Krankheitserreger ergeben:

Salmonellen

Shigellen

enterohämorrhagische Escherichia-coli-Bakterien

Choleravibrionen.

Wenn Sie diese Bakterien ausscheiden (ohne dass Sie sich krank fühlen müssen), besteht ebenfalls ein Tätigkeitsverbot im Lebensmittelbereich.

Folgende Symptome weisen auf die genannten Erkrankungen hin:

Durchfall mit mehr als zwei dünnflüssigen Stühlen pro Tag, gegebenenfalls mit Übelkeit, Erbrechen und Fieber.

Hohes Fieber mit schweren Kopf-, Bauch- oder Gelenkschmerzen und Verstopfung (erst nach Tagen folgt schwerer Durchfall) sind Zeichen für Typhus und Paratyphus.

Typisch für Cholera sind milchigweiße Durchfälle mit hohem Flüssigkeitsverlust.

Gelbfärbung der Haut und der Augäpfel mit Schwäche und Appetitlosigkeit weisen auf eine Hepatitis A oder E hin.

Wunden oder offene Stellen von Hauterkrankungen können infiziert sein, wenn sie gerötet, schmierig belegt, nässend oder geschwollen sind.

Treten bei Ihnen die genannten Krankheitszeichen auf, nehmen Sie unbedingt den Rat Ihres Arztes oder Ihrer Ärztin in Anspruch!

Anhang 4 zur Benutzungsordnung

Einverständniserklärungen der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten

1. ln der Einrichtung, die mein Kind besucht, werden gelegentlich Koch- und Backprojekte durchgeführt, an denen mehrere Kinder gemeinsam mit der Erziehungskraft kleine Speisen/Gerichte herstellen, beziehungsweise kochen, wie z.B.:

  • Plätzchen oder Kuchen backen
  • Würstchen erhitzen
  • Obstsalat herstellen
  • Obstquark zubereiten
  • Bratkartoffeln rösten
  • Pudding zubereiten
  • Gemüsesuppe kochen
  • Nudeln mit Tomatensoße

kochen und ähnliches.

Ich bin / Wir sind damit einverstanden, dass mein Kind / unser Kind daran teilnimmt sowie die zubereiteten Speisen verzehren darf.

Ich verpflichte mich / Wir verpflichten uns, die Kindertagesstätte sofort zu informieren, wenn mein / unser Kind an Durchfall, an einer infektiösen Hautkrankheit oder anderen infektiösen Erkrankungen leidet, da das Kind dann von der Teilnahme am "Koch- und Backprojekt" ausgeschlossen werden muss.

2. Mit dem Anhang 3 zur Benutzungsordnung wurde ich I wurden wir informiert, welche Lebensmittel oder Speisen von den Eltern und Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten an Festen und Feiern zum gemeinsamen Verzehr mitgebracht werden dürfen.

Ich bin I Wir sind damit einverstanden, dass mein Kind I unser Kind am Verzehr dieser Speisen oder Lebensmittel teilnimmt.

Anhang 5 zur Benutzungsordnung

Ausfertigung der Kindertagesstätte

für das Kind / die Kinder

Bitte Name und Vorname/n eingeben

Anerkennung der Benutzungsordnung

Ich / Wir habe/n die Benutzungsordnung für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim zur Kenntnis genommen.

Mit meiner / unserer Unterschrift erkenne/n ich I wir diese an.

Das Merkblatt zum Infektionsschutzgesetz (siehe Anhang 2), sowie den

Anhang 3 "Hinweise zur Lebensmittelhygiene in

Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder" einschl. der Belehrung zu

Tätigkeitsverboten gem. § 42 Infektionsschutzgesetz entsprechend

dem Merkblatt "Gesundheitsinformation für den Umgang mit

Lebensmitteln" und die dazugehörigen Einverständniserklärungen

(siehe Anhang 4) habe/n ich I wir mit der Benutzungsordnung

erhalten; mit der Unterschrift wird die Kenntnisnahme bestätigt und

das Einverständnis zu Anhang 4 erteilt.

Ort Datum Unterschrift der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten

Bitte in der Kindertagesstätte "klein reingehen-groß rauskommen" abgeben! Danke!

Anhang 5 zur Benutzungsordnung

Ausfertigung für die

Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten

Anerkennung der Benutzungsordnung

Ich / Wir habe/n die Benutzungsordnung für die Kindertagesstätte der Ortsgemeinde Harxheim zur Kenntnis genommen.

Mit meiner / unserer Unterschrift erkenne/n ich / wir diese an.

Das Merkblatt zum Infektionsschutzgesetz (siehe Anhang 2 ), sowie den Anhang 3 "Hinweise zur Lebensmittelhygiene in Gemeinschaftseinrichtungen für Kinder" einschl. der Belehrung zu Tätigkeitsverboten gem. § 42 Infektionsschutzgesetz entsprechend dem Merkblatt "Gesundheitsinformation für den Umgang mit Lebensmitteln" und die dazugehörigen Einverständniserklärungen (siehe Anhang 4) habe/n ich I wir mit der Benutzungsordnung erhalten; mit der Unterschrift wird die Kenntnisnahme bestätigt und das Einverständnis zu Anhang 4 erteilt.

Ort Datum Unterschrift der Erziehungs- bzw. Personensorgeberechtigten