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Binger R(h)einschau - Mitteilungsblatt mit den Amtlichen Bekanntmachungen der Stadt Bingen
Ausgabe 10/2026
Amtlicher Teil
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Bingen startet kommunale Wärmeplanung

Grundlage für klimaneutrale, bezahlbare und resiliente Wärmeversorgung

Die Stadt Bingen am Rhein setzt ein Zeichen für die Zukunft: Mit der Erstellung der kommunalen Wärmeplanung will die Stadt die Grundlage für eine klimaneutrale, bezahlbare und resiliente Wärmeversorgung schaffen. Das Wärmeplanungsgesetz (WPG) selbst sieht vor, dass die Stadt bis 2028 einen detaillierten Wärmeplan erstellt, der eine klimaneutrale Wärmeversorgung sicherstellen soll. Dies umfasst unter anderem den Ausbau von Wärmenetzen und die Nutzung erneuerbarer Energien. Der Wärmeplan ist rechtlich unverbindlich, das heißt, er begründet für Bürgerinnen und Bürger oder Unternehmen keine Rechte oder Pflichten. Allerdings zeigt er Potenziale und Möglichkeiten für eine klimafreundliche Wärmeversorgung auf, mit der die Kommune und vor allem auch die Bürgerschaft, transparent und planungssicher die nächsten Schritte für eine neue Heizung oder auch die Etablierung eines Wärmenetzes angehen können.

„Die kommunale Wärmeplanung bietet uns die Chance, unsere lokalen Ressourcen optimal zu nutzen und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Wir setzen auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz, um die Lebensqualität in Bingen weiter zu steigern“, erläutert Bürgermeister Ulrich Mönch, der zusammen mit dem Klimaschutzmanagement, Verwaltungsvertretern und den lokalen Energieversorgern das Projekt steuern wird.

Der Stadtratsbeschluss zur Durchführung der Wärmeplanung liegt bereits vor, 2026 geht es nun in die Durchführung. Die MVV Regioplan aus Mannheim unterstützt die Stadtverwaltung bei der inhaltlichen Bearbeitung der kommunalen Wärmeplanung und der Beteiligung der Bürgerschaft sowie weiterer lokaler Akteure. Das Projekt startet mit einer umfassenden Bestandsaufnahme des aktuellen Wärmeverbrauchs, der Art der Wärmeversorgung der Gebäude und einer Berechnung der Treibhausgasemissionen der Kommune.

Im nächsten Schritt werden klimafreundliche Potenziale zur Wärmeerzeugung ermittelt. Als Planungsinstrument definiert die Wärmeplanung außerdem konkrete Maßnahmen auf dem Weg zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der Sanierung bestehender Gebäude, um den Wärmebedarf zu reduzieren und die Effizienz zu steigern. Die Wärmeplanung soll Anfang 2027 abgeschlossen sein, so dass dann verstärkt mit der Umsetzung der erarbeiteten Maßnahmen begonnen werden kann.

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich aktiv an diesem Prozess zu beteiligen. Die Stadt Bingen wird regelmäßig über den aktuellen Stand und Zwischenergebnisse informieren und auf Veranstaltungen rechtzeitig hinweisen. „Wir möchten eine hohe Akzeptanz der Planung sicherstellen und die Bürgerschaft eng in diesen Prozess einbeziehen. Die Wärmewende ist eine große Herausforderung und soll so transparent wie möglich erfolgen“, so Bürgermeister Ulrich Mönch.

Er weist aber auch auf die Eigenverantwortung der Bürger hin: Die Wärmeplanung ist ein übergeordnetes, strategisches Planungsinstrument der Kommune zur Reduzierung der Emissionen in der Wärmeversorgung im ganzen Stadtgebiet. Wahrscheinlich werden in Bingen nur wenige Quartiere ausgewiesen, die sich für eine zentrale Wärmeversorgung (Wärmenetz) eignen. In anderen Gebieten ist wiederum eine Einzelhausversorgung (beispielsweise Wärmepumpe oder Holzpelletkessel im Ein- oder Mehrfamilienhaus) energetisch und wirtschaftlich sinnvoller.

Wichtig ist, dass Wärmenetze seitens der Kommune nicht verpflichtend umzusetzen sind! Die Umsetzung hängt von wirtschaftlichen und technischen Parametern ab, die im Nachgang zum Wärmeplan im Detail zu prüfen sind. Bei positiver Prüfung kann eine Umsetzung dann auch mehrere Jahre dauern. Des Weiteren ist wichtig: Die Entscheidung für die Wärmeversorgung der Gebäude obliegt – unter Beachtung der gesetzlichen Vorgaben wie dem Gebäudeenergiegesetz – weiterhin den Hausbesitzern.

Jeder Hausbesitzer und auch Mieter sollte sich daher informieren, wie ein möglichst geringer Wärmebedarf und eine umweltfreundliche Heizung im Einzelfall umgesetzt werden können. Hier helfen eine individuelle neutrale Beratung (zum Beispiel durch die Verbraucherzentrale, die Solarbotschafter oder den Energiedialog Bingen) und gegebenenfalls eine energetische Sanierung.

Weitere Informationen gibt es auf der Website der Stadt Bingen (www.bingen.de/wärme) oder schreiben per Mail an klimaschutz@bingen.de.