Organisation ist für den reibungslosen Ablauf wichtig.
Ob achtlos weggeworfene Verpackungen oder illegale Ablagerung von Autoreifen, technischen Geräten und sonstigem Unrat, die allgegenwärtige Vermüllung stellt die Stadt Bingen am Rhein täglich vor große Herausforderungen.
Mit den jährlich stattfindenden Binger Dreck-weg-Tagen möchte die Stadt gemeinsam mit ihren großen und kleinen Bürgerinnen und Bürgern ein positives Zeichen für ein sauberes Bingen setzen und vor allem Kinder und Jugendliche mit praxisbezogener Umweltbildung verstärkt für den Umweltschutz sensibilisieren.
„Die Beteiligung ist jedes Jahr überwältigend groß und bestärkt mich darin an den Binger Dreck-weg-Tage weiterhin festzuhalten“, betont Bürgermeister Ulrich Mönch in Vertretung von Oberbürgermeister Thomas Feser.
Und so hatten sich dieses Jahr zwölf Kitas, ein Hort, alle Binger Grundschulen sowie die Rhein-Nahe-Schule und die Berufsbildende Schule Bingen zu den Dreck-weg-Tagen angemeldet. Bei frischen aber trockenem Frühlingswetter ging es mit Handschuhen und Müllsäcken ausgestattet, in allen Stadtteilen auf die Suche nach wildem Müll. Die Müllsäcke füllten sich schnell mit Zigarettenkippen, Verpackungen und sogar Handys zählten zu den Funden. Aufregung gab es bei den Schülerinnen und Schülern der Grundschule im Kempten. In einer Hecke wurde eine größere Menge an Kleinkaliber-Patronen gefunden, die in Abstimmung mit der Polizei von den Lehrkräften separat eingesammelt und über die Umweltabteilung Stadt Bingen an die Polizei zur sachgerechten Entsorgung weitergegeben wurde.
Das Team der Gartenabteilung des Servicebetriebs Bingen machte sich im Anschluss an die Aktion gleich auf den Weg, um die vielen gefüllten Müllsäcke an den markierten Stellen einzusammeln.
Die Kinder haben mit dieser Aktion gleich doppelt Gutes erreicht. Neben dem Müllsammeln wird gemeinsam mit der Stadt Bingen das Kinderhilfsprojekt „Banglakids“ unterstützt. Für jede teilnehmende Gruppe oder Klasse stellt die Stadt Bingen den Betrag von 25,00 Euro für das Projekt zur Verfügung. Mit dem Projekt werden Kindern in den Armenvierteln von Dhaka eine Schulbildung in eigens errichteten kleinen Schulen ermöglicht.
Einen Tag später unterstützten Vereine, Initiativen und private Einzelpersonen die Aktion. Bei recht kühlen Temperaturen, aber zum Glück ohne den vorhergesagten Regen, sammelten fast alle angemeldeten Gruppen an ihren zuvor festgelegten Einsatzorten. Viele sind schon seit Jahren in den gleichen Gebieten unterwegs und zumindest von den „Hotspots“ Mitfahrerparkplatz Kempten an der A60 wie auch in der freien Gemarkung östlich von Büdesheim kamen die Rückmeldungen, dass diesmal nicht ganz so viel wilder Müll gefunden wurde. Anders sah es leider an der Nahe im Bereich der Mühe/Drususbrücke aus, wo unter anderem auch Verkehrsschilder von der aktuellen Baustelle gefunden wurden. Wie immer waren die Kollegen des Bauhofs mittags pünktlich zur Stelle, um im gesamten Stadtgebiet an den markierten Sammelpunkten die gefüllten Müllsäcke und sonstigen gefundenen Unrat einzusammeln.
Im Anschluss gab es als Dank an alle Teilnehmenden zum Aufwärmen eine leckere Kartoffelsuppe und Kaffee, beides wurde vom Team des Deutschen Roten Kreuzes zubereitet und ausgegeben.
Dieses Jahr waren insgesamt knapp 2.000 Bürgerinnen und Bürger unterwegs. Die Rückmeldungen über etwas weniger Müll in diesem Jahr wurde durch den Servicebetrieb bestätigt. Waren es 2017 noch 60 m³, so sammelten sich 2019 und 2023 nach der Coronapause noch rund 40 m³ in den Containern. Erschreckend war die Bilanz 2025 mit zwei komplett gefüllten Containern mit 80 m³, dieses Jahr meldete der Servicebetrieb nur ca. 24 m³. Es bleibt zu hoffen, dass diese Tendenz anhält.