Rainer Lotz und Prof. Dr. Manfred Psiorz von der Rochusbruderschaft, Äbtistin Sr. Katharina Drouvé, Pfarrer Markus Lerchl, Dr. Stefan Blaesius vom Binger Weinsenat e.V.
Traditionell begeht die katholische Kirche am Tag nach Weihnachten den Johannestag. Wie üblich fand aus diesem Anlass am 27. Dezember in der Rochuskapelle eine heilige Messe statt, die von Pfarrer Markus Lerchl zelebriert und die wieder von Rochusbruderschaft und Weinsenat mitgestaltet wurde.
Die Weinweihe geht der Legende nach auf den Evangelisten Johannes zurück. Dieser wurde bei seinem Wirken in Kleinasien gezwungen, entweder einem heidnischen Götzen zu opfern oder vergifteten Wein zu trinken. Er entschied sich für den Kelch mit Gift, aber als er das Kreuzzeichen darüber machte, entwich das Gift in Form einer Natter. So konnte er den Kelch bis zum letzten Tropfen austrinken, ohne Schaden zu nehmen. Und deshalb soll jeder, der gesegneten Johanniswein trinkt, vor Krankheiten und Seuchen geschützt sein. Weit über 100 Personen kamen auf den Rochusberg, um den Gottesdienst zu mitzufeiern und im Anschluss einen Schluck des geweihten Weines zu verkosten.
Der gute Besuch war weniger des kostenlosen Ausschanks durch den Weinsenat als durch die Tatsache geschuldet, dass es der Rochusbruderschaft gelungen war, mit Schwester Katharina Drouvé eine ausgezeichnete Festpredigerin zu engagieren. Die Äbtistin des Klosters St. Hildegard in Eibingen berichtete, dass einer alten Geschichte nach auch der Begründer der Ordensgemeinschaft, der Heilige Benedikt, von seinen Mitbrüdern mit einem vergifteten Becher Wein hätte getötet werden sollen. Doch der Kelch zerbrach, als er den Wein segnete, was ihm das Leben rettete. Deshalb empfahl Sr. Katharina, einander beim gemeinsamen Trinken eines Glases Weines einander einen Segen auszusprechen. Sie gab noch eine Mönchsregel mit auf den Weg: Trinket den Wein nicht im Übermaß, sondern in moderater Menge.