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Nachrichtenblatt der VG Eich
Ausgabe 10/2026
Rathaus
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Ein Vormittag mit Tiefgang

Autor Stefan Gemmel zu Gast an der Realschule Plus Eich

Wenn ein Autor nicht nur über Mut und Gewaltprävention schreibt, sondern selbst ein Jahr lang ins Training geht, um hautnah zu erleben, worüber er erzählt, dann spürt man das. Bei der Lesung von Stefan Gemmel an unserer Realschule Plus Eich wurde genau das deutlich. Für die Schülerinnen und Schüler der siebten Klassen wurde die schuleigene Bibliothek an diesem Vormittag zu einem Ort voller Spannung, Humor – und ehrlicher Einblicke.

Ermöglicht wurde die Veranstaltung maßgeblich durch die großzügige finanzielle Unterstützung unseres Fördervereins, der den größten Anteil der Kosten übernommen hat, sowie durch eine Förderung des Ministeriums für Bildung Rheinland-Pfalz und des Friedrich-Bödecker-Kreises. Eine Investition, die sich mehr als gelohnt hat: Denn Gemmel schaffte es vom ersten Moment an, sein junges Publikum mitzunehmen.

Im Mittelpunkt stand sein Jugendroman „Befreiungsschlag“. Doch statt einfach nur daraus vorzulesen, erzählte der Autor vor allem die Geschichte hinter der Geschichte. Wie entsteht ein Buch über Gewalt? Wie fühlt es sich an, selbst Teil eines Anti-Gewalt-Trainings zu sein? Und warum ist es wichtig, genau hinzusehen, wenn Ausgrenzung und Aggression beginnen?

Ein ganzes Jahr lang nahm Gemmel an einem Anti-Gewalt-Training teil, beobachtete, sprach mit Betroffenen und Trainern und machte eigene Erfahrungen. Mit viel Selbstironie berichtete er von seinen ersten Unsicherheiten, von überraschenden Erkenntnissen – und davon, wie intensiv diese Zeit war. Immer wieder wurde gelacht, doch ebenso oft wurde es still im Raum, wenn er von ernsten Situationen erzählte.

„Befreiungsschlag“ handelt von Konflikten, Gruppendruck und dem schwierigen Weg, für sich selbst einzustehen – Themen, die gerade in der siebten Klasse mitten ins Leben treffen. Gemmel machte deutlich, dass hinter jeder Figur echte Erfahrungen und intensive Recherche stecken. Genau das verlieh seinen Worten besondere Authentizität. Ein Vormittag, der gezeigt hat, wie lebendig Literatur sein kann.

Am Ende war klar: Diese Lesung war mehr als eine Schulveranstaltung. Sie war unterhaltsam, mitreißend und zugleich nachdenklich – und sie machte vor allem Lust darauf, das Buch selbst in die Hand zu nehmen. Viele Schülerinnen und Schüler blieben noch, um sich ein Autogramm zu sichern und ein paar Worte mit dem sympathischen Autor zu wechseln.