Die Lebensqualität älterer Menschen verbessern und das Miteinander der Generationen fördern – mit diesem Ziel bezuschusst der Landkreis Mainz-Bingen Projekte mit insgesamt 40.000 Euro. Bis zum 31. Juli 2024 können Anträge für das Demografie- sowie das Senioren-Förderprogramm eingereicht werden. Für jedes der beiden Förderprogramme stehen Mittel in Höhe von 20.000 Euro zur Verfügung. Pro Projekt können bis zu 2000 Euro beantragt werden.
Für das Jahr 2024 wurden die Förderrichtlinien durch die Kreisgremien inhaltlich angepasst. Neuerungen gibt es im Hinblick auf die zu fördernden Projekte sowie das Antragsverfahren und die Erstellung des Verwendungsnachweises. So sind beispielsweise reine Fest- und Ausflugsveranstaltungen nach der neuen Richtlinie zum Senioren-Förderprogramm nicht mehr förderfähig. Damit soll die Förderung nach dem Wunsch des Seniorenbeirats zielgerichteter gestaltet werden. In diesem Programm ist außerdem zukünftig ein finanzieller Eigenanteil von mindestens 20 Prozent verpflichtend. Zudem wurde die Antragsfrist für beide Programme vereinheitlicht.
Strukturen dem Demografischen Wandel anpassen
Viele junge Familien haben ihren Lebensmittelpunkt in Mainz-Bingen. Gleichzeitig werden die Menschen immer älter. Viele bleiben fit und gesund im Alter, andere benötigen Unterstützung oder suchen Anschluss. Das Demografie-Förderprogramm hilft dabei, die Infrastrukturen im Landkreis an die demografischen Entwicklungen anzupassen. Außerdem gilt es, den Kreis für junge Familien attraktiv zu halten und Angebote für Menschen mit Behinderung weiter auszubauen. Hier bestehen oft Überschneidungen mit den Anforderungen von älteren Menschen, etwa in Hinsicht auf Mobilität und barrierefreies Wohnen. Das Förderprogramm richtet sich an alle Altersgruppen und an das Miteinander der Generationen.
Es gab einen Wechsel bei den leitenden Funktionen für den Katastrophenfall: Steffen Pinschmidt ist neuer Organisatorischer Leiter des Landkreises Mainz-Bingen und der Landeshauptstadt Mainz.
Landrätin Dorothea Schäfer ernannte Steffen Pinschmidt vom Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und führte ihn in sein neues Amt ein. Für die Stadt Mainz übernahm dies Stefan Behrendt, Abteilungsleiter Einsatzlenkung der Mainzer Berufsfeuerwehr. Der Landkreis Mainz-Bingen und die Stadt Mainz stellen gemeinsam eine Gruppe Organisatorischer Leiterinnen und Leiter auf. So sollen die vorhandenen Ressourcen optimal genutzt und Aufgaben effektiver angegangen werden.
Damit erweitert Steffen Pinschmidt die Gruppe der Organisatorischen Leiter, nachdem Milton Scheeder, ebenfalls Angehöriger des ASB, kürzlich daraus ausgeschieden war. Da Steffen Pinschmidt alle Voraussetzungen für das Amt erfüllte, hatte der ASB ihn für das Amt vorgeschlagen.
Der Organisatorische Leiter kommt bei Schadensereignissen mit einer größeren Anzahl an Verletzten, Erkrankten oder Betroffenen zum Einsatz. In solchen Fällen wird am Schadensort eine Abschnittsleitung Gesundheit (ALG) gebildet. Diese ist Teil des Katastrophenschutzes und besteht aus einer organisatorischen und einer notärztlichen Leitung. Während der Leitende Notarzt (LNA) primär für die medizinische Versorgung zuständig ist, kümmert sich der Organisatorische Leiter (OrgL) um die gesamte organisatorische Abwicklung. Kreisfreie Städte und Landkreise sind verpflichtet, für beide Positionen Personen zu bestellen und zu Ehrenbeamten zu ernennen.
Bei der jüngsten Kreistagssitzung in Mainz-Bingen – gemeinsam mit dem Stadtrat Bingen – stand erneut das insolvente Binger Heilig-Geist-Hospital (HGH) auf der Tagesordnung. Insolvenzverwalter Jens Lieser sowie Jörg Risse und Martin Mueller, die im Namen der Vicondo Healthcare GmbH das Zukunftskonzept für das Krankenhaus entwickelt haben, gaben zunächst einen Zwischenbericht.
Anschließend stimmten die Mitglieder des Mainz-Binger Kreistages und des Binger Stadtrates einer gemeinsamen Erklärung zu, die Landrätin Dorothea Schäfer und Oberbürgermeister Thomas Feser stellvertretend unterzeichneten. Darin bekräftigen sie ihre Unterstützung zum Erhalt des Krankenhauses.
„Das HGH ist im gesamten Landkreis Mainz-Bingen die einzige stationäre Klinik und damit unverzichtbar für die ärztliche Versorgung vor Ort“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Und weiter: „Mit dieser gemeinsamen Erklärung verpflichten sich alle beteiligten Mandats- und Amtsträger, alles im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen zu tun, um das HGH in Bingen zu erhalten – mit dem Ziel einer bürgerfreundlichen und wohnortnahen klinischen Versorgung.“
Der Wahlausschuss hat unter der Leitung von Landrätin Dorothea Schäfer das Ergebnis der Wahl zum Mainz-Binger Kreistag offiziell bestätigt: Damit bleibt es dabei, dass der Kreistag künftig aus neun verschiedenen politischen Parteien und Gruppierungen bestehen wird. Das ist Rekord in der Geschichte des Landkreises. Das offizielle amtliche Endergebnis: CDU, 30,2 Prozent (15 Sitze); SPD, 21,4 Prozent (10 Sitze); Bündnis 90/Die Grünen, 14,6 Prozent (7 Sitze); FWG, 11,5 Prozent (6 Sitze); AfD, 11,1 Prozent (5 Sitze); FDP, 5,1 Prozent (3 Sitze); Volt, 3,2 Prozent (2 Sitze); ÖDP, 1,7 Prozent; Die Linke, 1,3 Prozent (je 1 Sitz).
Die endgültige personelle Besetzung des Kreistages ergibt sich im Laufe der nächsten Woche. Die zunächst gewählten Mitglieder sind nach der Sitzung des Wahlausschusses gebeten worden zu erklären, ob sie Ihr Mandat annehmen oder nicht. Die Rückmeldefrist ist eine Woche. Bei Absage rücken die entsprechenden Personen von den Listen nach. Die konstituierende Sitzung des neuen Kreistages findet am Freitag, 12. Juli, statt.
Mehr zum Wahlergebnis gibt es unter: https://www.rlp-wahlen.de/K7339/KT2024/
Beim Kampf gegen die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist auch die Bevölkerung zur Mithilfe aufgerufen. Am vergangenen Wochenende ist im hessischen Landkreis Groß-Gerau ein infiziertes Wildschwein gefunden worden. Um die Einschleppung der ASP in die Hausschweinebestände auf dieser Rheinseite zu verhindern und das Risiko der Weiterverschleppung der Seuche über Wildschweine zu minimieren, ist die Mithilfe der Bevölkerung gefragt. Ein wesentlicher Faktor ist, Wildschweine in ihrer natürlichen Umgebung zu halten und eine Beunruhigung, die zur natürlichen Fluchtreaktion führt, dringend zu vermeiden. Mit dem vor dem Menschen flüchtenden infizierten Wildschwein würde auch das Virus der Afrikanischen Schweinepest verschleppt. Deshalb bittet die Kreisverwaltung Mainz-Bingen alle Bürgerinnen und Bürger, auf Freizeit- und Badeaktivitäten im Bereich am Rhein zwischen Bodenheim und Guntersblum zu verzichten. Wer totes Wild findet, soll dies beim Veterinäramt melden.
Zudem beteiligt sich die Mainz-Binger Jägerschaft am Kampf gegen die Afrikanische Schweinpest (ASP): In den kommenden Tagen werden die Jäger den Landkreis bei der Überprüfung im Mainz-Binger Teil des 15-Kilometer Schutzradius unterstützen. Bei einem Treffen mit dem Veterinäramt und der Jagdbehörde in der Kreisverwaltung wurde jetzt die Vorgehensweise abgesteckt.
Konkret wird sich die Suche zunächst auf die Rheinfront im Bereich zwischen Bodenheim und Guntersblum konzentrieren. Dort befinden sich nach Aussage der Jäger die größten Populationen von Wildschweinen. Die betreffenden Bereiche werden zunächst mit Drohnen und Wärmebildkameras abgesucht um Wildschweinrotten zu lokalisieren und Veränderungen zu dokumentieren. Anschließend werden Trupps mit sogenannten Kadaverhunden zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach toten Tieren suchen. Wird sogenanntes Fallwild gefunden, wird es getestet und separat entsorgt.
Die Betriebe, die im Landkreis Mainz-Bingen Hausschweine halten, sind mittlerweile vom Veterinäramt überprüft. Hier gibt es keine Fälle und auch die Hygienevorschriften werden überall eingehalten.
Die ASP ist eine virusbedingte Erkrankung der Haus- und Wildschweine, die für den Menschen ungefährlich ist. Der Erreger ist hochansteckend und führt in der Regel zum Tod des infizierten Tieres. Leider ist das Virus so widerstandsfähig, dass es zum Beispiel auch im Reifenprofil von Fahrzeugen oder an Kleidung oder Schuhen haften bleibt und auf diese Weise sehr schnell und sehr weit verschleppt werden kann. Ein weiteres Risiko stellen Lebensmittel aus nicht durcherhitztem Fleisch von infizierten Tieren dar (zum Beispiel Salami oder Rohschinken). Die Gefahr einer Verschleppung des Virus in freie Regionen und Bestände ist aktuell sehr hoch und die Folgen betreffen uns gerade in vollem Umfang.